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14 Motoröle im Test

Wie gut ist Billig-Öl?

Motoröle, Test, Labor Foto: Ingolf Pompe 26 Bilder

Ein Motorölwechsel ist ein teurer Spaß, denn bis zu 30 Euro kostet der Liter mittlerweile in der Werkstatt. Können Billig-Öle eine Alternative sein? auto motor und sport hat 13 No-Name-Schmierstoffe gegen ein Premiumprodukt antreten lassen.

10.03.2016 Henning Busse

Es ist zwar nur ein Symbol, aber eines, das vielen Autofahrern die Laune verderben kann. Die Rede ist von der Wartungsanzeige im Cockpit. Leuchtet sie auf, ist meist eine hohe Werkstattrechnung fällig. Ein Posten, der bei Inspektionen ins Geld geht, ist das Motorenöl. Bis zu 30 Euro pro Liter sind keine Seltenheit. Mit anderen Worten: Braucht das Triebwerk eine Schmierstoffmenge von 5 Litern, macht das unter dem Strich 150 Euro. Da stellen sich viele Autofahrer die Frage: Brauche ich wirklich das teure Öl?

Billig-Motoröle sind besser als ihr Ruf

Wie ein Test von auto motor und sport mit 13 günstigen Produkten zeigt, ist diese Frage durchaus berechtigt. Denn gleich 11 Vertreter überstanden erfolgreich die Laborprüfungen der Firma Oelcheck im bayerischen Brannenburg. Die Leichtlauföle der gängigen Klasse 5W-30 mussten unter anderem beweisen, ob sie die angegebene Viskosität erfüllen. Auch die Überprüfung der Herstellerfreigabe stand auf dem Prüfplan. Dazu wählten wir exemplarisch die VW-Norm 507.00, die der Konzern für viele seiner TDI-Modelle fordert und die laut Etikett alle Testprobanden auch erfüllen.

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Service Motoröle im Test Wie gut ist Billig-Öl?
auto motor und sport 07/2013
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Geht es um die Freigaben, kann das Additiv-Paket Antworten liefern. Damit sind Ölzusätze gemeint, die spezielle Aufgaben im Motor übernehmen. So gewährleisten sie eine Schmierung bei hohen oder tiefen Temperaturen und halten den Motor sauber, indem Verunreinigungen sowie Verschleißpartikel eingeschlossen und zum Filter transportiert werden. Nebenbei reduzieren sie die Reibung und somit den Spritverbrauch. Auch auf den normalen Verschleißprozess des Motors wirken sie positiv ein.

Freigaben auch bei Billig-Ölen

Von den 11 mit einem "Empfehlenswert" ausgezeichneten Billig-Ölen konnten sogar einige in der Eigenschaftswertung dem von VW empfohlenen und zugleich teuren Markenöl Castrol Edge 5W-30, das im Test als Referenzprodukt diente, ordentlich Paroli bieten – was bei genauerer Betrachtung wenig verwundert. Denn 10 der 11 guten Billig-Öle besitzen eine nachweisbare VW-Freigabe. Interessant ist auch, dass zwischen dem Markenhersteller und den No-Name-Anbietern eine große Preislücke klafft – im Vergleich zu den Günstigen im Test ist der Liter von Castrol mehr als 3× so teuer.

Preis-Leistungs-Sieger

Das Mannol Energy Combi LL ist Sieger in der Preis-Leistungs-Wertung. Es ist das beste Öl in der Viskosität, das vor allem bei Kälte gut funktioniert. Auch die Additivierung ist gelungen. Einzig störend: Das Etikett ist nicht eindeutig, obwohl es eine VW-Freigabe gibt.

Empfehlenswert ist auch das Eurolub WIV ECO, nur das Etikett verwirrt. Die Freigabe von VW ist echt, aber nicht eindeutig formuliert. Das kostet Punkte. Ansonsten schneidet das günstigste Testöl in den anderen Prüfdisziplinen gut ab. Das Motorenöl Méguin Compatible 5W-30 überzeugt sowohl in der Leistung als auch beim Preis. Nur das Etikett irritiert: Die VW-Freigabe ist echt, doch die ACEA-Angaben verwirren ein wenig.

Die VW-Freigabe auf dem Multilub Longlife III ist echt. Auch die Additivierung und die Viskosität sind als gut zu bezeichnen. Nur der Preis fällt hoch aus. Es hat ein ordentliches Etikett, das nichts verschleiert oder verklausuliert.

Concept-Tech VX ist empfehlenswert. Nur das Etikett stört: Es liegt zwar die VW-Freigabe vor, doch die ACEA-Angaben sind verwirrend. Ansonsten schneidet das Öl in all den anderen Disziplinen gut ab. Die Freigabe von VW für Rowe Multi Synt DPF Longlife III ist echt, aber versteckt auf der Flasche. Ansonsten leistet sich das Öl in der Viskosität und Additivierung kaum eine Schwächen, der Preis ist moderat.

Auch beim Cartec Longlife III stört das Etikett: Die VW-Freigabe ist echt, aber nicht eindeutig. Zudem fällt die Tieftemperatur etwas schlechter aus als bei den anderen. Die Additivierung ist dagegen ohne Makel.

Nur beim Inox-Produkt lässt sich die VW-Freigabe nicht eindeutig klären – was kein Nachteil darstellt, wie der Test zeigt. Manchmal verzichten No-Name-Anbieter auf die teuren Ölfreigaben beim Autohersteller, die gleich mehrere Hunderttausend Euro kosten und mit strengen Auflagen verbunden sind – so darf nichts an der Rezeptur oder Lieferantenkette verändert werden. Um dennoch konkurrenzfähige Öle anbieten zu können, versuchen sie, entweder über Ölproduzenten ihre Schmierstoffe zu kaufen, die Herstellerfreigaben haben. Oder sie zapfen die großen Additiv-Produzenten an, von denen es nur wenige gibt und die meist alle Infos zum Mischen von Schmierstoffen besitzen. Das heißt: Die Öle sind nach Vorgabe der Autohersteller gemixt, wurden aber nicht überprüft und freigegeben.

Inox beweist, das auch dieses Konzept funktioniert. Doch wechselt der Billiganbieter oft den Lieferanten, sind Probleme mit den Ölen nicht ausgeschlossen, weiß Steffen Bots, Technik-Leiter bei Oelcheck: "Ob Billig-Öle, die keine namentliche Herstellerfreigabe besitzen, die Qualität langfristig halten, bleibt abzuwarten." Die Qualitätsschwankungen sind dann das Problem des Kunden. Im schlimmsten Fall können bei Motorschäden die Garantie- oder Kulanzansprüche verloren gehen, wenn eine Ölanalyse auf Abweichungen im Produkt stößt.

Irreführende Etiketten und fragwürdige Freigaben

Deshalb heißt es Augen auf beim Kauf – und dabei nicht allein auf die Viskosität achten, sondern auch auf das Etikett. Doch selbst hier ist mit Problemen zu rechnen, denn manche Öletiketten führen den Kunden in die Irre. Da wird zum Beispiel von "entspricht den Freigaben" gesprochen. "Je mehr der Text zu den Freigaben verklausuliert ist, desto unwahrscheinlicher ist, dass eine Hersteller-Freigabe vorliegt", sagt Bots. Dass es günstige Öle gibt, die Freigaben besitzen und diese verständlich auf den Etiketten abdrucken, beweist etwa Méguin. Der Liqui-Moly-Ableger spricht klar von "Spezifikationen und Freigaben".

Damit sind Autofahrer auf der sicheren Seite und sparen obendrein viel Geld bei der nächsten Inspektion. Denn viele Werkstätten nehmen auch das mitgebrachte Öl an – zu einer erhöhten Altölpauschale, versteht sich. Bei der Ersparnis ist das zu verkraften.

Diese Motoröle haben wir getestet
Castrol Edge 5W-30Jetzt bei Amazon kaufen
Real GSL 5W-30
Mannol Energy Combi LL 5W-30Jetzt bei Amazon kaufen
Multilub 5W-30 Longlife III
Eurolub WIV ECO 5W-30Jetzt bei Amazon kaufen
Méguin Compatible 5W-30Jetzt bei Amazon kaufen
Con Lubricants Concept-Tech VX
Rowe Multi Synt DPF 5W-30 Longlife III
Cartec Longlife III 5W-30Jetzt bei Amazon kaufen
Meisteröl 5W-30 WIV Longlife
Inox Long 5W-30 High Performance
ATU Spezial Motor Oil 5W-30
Kaufland K Classic 5W-30
Gut & Günstig 5W-30 Longlife III

So finden Sie das richtige Motoröl

Die Bedienungsanleitung listet für das Auto immer die entsprechende Ölnorm auf. Am besten merkt man sich die betreffende Angabe, bevor es zum Einkauf geht. Manche Hersteller geben jedoch keine eigenen Freigaben und berufen sich in der Anleitung auf die von den europäischen Automarken festgelegten ACEA-Spezifikationen. Die Normen finden sich ebenfalls auf den Öletiketten. Achten Sie dabei auf die Jahreszahlen (die Zahl hinter dem Bindestrich). So kann man sicher sein, ein aktuelles Öl in Händen zu halten.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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