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4 Fahrradträger im Konzeptvergleich

Das sind die Radträger-Systeme

Fahrradträger-Konzeptvergleich, Typen Foto: Beate Jeske 14 Bilder

Die Räder müssen mit. Aber wie? auto motor und sport hat vier unterschiedliche Trägersysteme verglichen und zeigt, worauf Sie beim Kauf und beim Beladen achten müssen.

06.08.2014 Thiemo Fleck

Ab in den Urlaub, und die Fahrräder müssen mit. Meist außenbords, denn außer bei sehr geräumigen Vans ist der Kofferraum längst mit Gepäck gefüllt. Für sicheren Fahrradtransport gibt es allerhand Alternativen: auf dem Dach, an der Heckklappe oder auf der Anhängekupplung. Darüber hinaus bietet Opel als einziger Fahrzeughersteller viele seiner Modelle mit integriertem Fahrradträger an. Dieses Flexfix genannte System wird bereits ab Werk fest im Heck unter dem Kofferraumboden montiert. Bei Bedarf einfach wie eine Schublade herausziehen und aufklappen – fertig. Eine Anhängekupplung kann dann allerdings nicht mehr montiert werden.

Die wichtigste Frage zuerst: Wie wirken sich die verschiedenen Trägersysteme auf das Fahrverhalten im Grenzbereich aus? Bei dem als Testfahrzeug eingesetzten Opel Astra Sports Tourer sind nur geringfügige Einflüsse spürbar. Sowohl bei der Vollbremsung aus 100 km/h wie auch beim Elchtest-ähnlichen Spurwechsel blieben bei allen vier Trägern die Fahrräder sicher fixiert. Dachträger und Heckklappenträger mit hoch sitzender Last können speziell bei schmalen, leichten und hoch bauenden Fahrzeugen eine verstärkte Wankneigung bewirken, die jedoch bei vernünftiger Beladung mit zwei Fahrrädern die Fahrsicherheit kaum negativ beeinflusst.

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Fahrradträger-Konzeptvergleich Drauf und dran
auto motor und sport 15/2014
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Thule Easyfold und Opel Flexfix im Verbrauch vorne

Gleiches gilt für den Radtransport auf dem Kupplungskopf wie auch bei Opels Flexfix-Träger: Durch das zusätzliche Gewicht weit hinter der Hinterachse büßen insbesondere Fahrzeuge mit leichtem Heck und schmaler Bereifung etwas Stabilität im Spurwechsel ein. Moderne Fahrwerke und ESP-Systeme wie das des Opel bügeln dies jedoch gekonnt glatt. Sind Kupplungsträger montiert, reagieren viele ESP-Systeme besonders frühzeitig und sicher. Die belegte Anhängersteckdose gaukelt der integrierten Gespannstabilisierung einen Anhänger hinter dem Auto vor. Das führt bei forcierten Fahrmanövern zwar zu frühzeitigeren Bremseingriffen, wirkt jedoch bei voll beladenen Trägern durchaus sicherheitsfördernd.

In Sachen Verbrauch gibt es klare Sieger. Während Opels Flexfix wie auch der Kupplungsträger Thule Easyfold 931 die Fahrräder spritsparend im Windschatten mitnehmen, stellen sich die Räder auf dem Dach oder hoch am Heck mit Macht dagegen. Bei Tempi bis 130 km/h braucht der Astra (Testverbrauch unbeladen 5,6 l/100 km) rund 0,9 Liter mehr.

Tieflader sind komfortabel

Im Praxistest erwiesen sich Auf- und Anbau der Träger meist einfach und selbsterklärend. Am schnellsten montiert war der Easyfold-Kupplungsträger, der aufwendig anzupassende BackPac-Heckträger benötigt dagegen fast eine Stunde Vormontagezeit. Das Beladen gelingt bei den beiden Tiefladern am Heck am leichtesten. Alle Knebel und Verschlüsse sind hier bestens erreichbar, selbst schwere E-Bikes lassen sich einfach auf die Schienen heben. Der Platz auf dem Dach empfiehlt sich nur für leichte Räder, wenngleich das durchdachte Befestigungssystem des komfortablen Thule-ProRide-Halters auch ohne Aufstiegshilfe noch recht bequem erreicht werden kann.

Solide Träger sind jedoch kein Garant für grenzenlose Zuladefreiheit. Weder Stütz- noch Dachlast dürfen überschritten werden, und nicht jedes Fahrzeug darf wie der getestete Astra bis zu 100 kg obendrauf packen. Ein Golf trägt etwa nur 60 kg. Da bleiben abzüglich des Trägergewichts nur rund 40 Kilo übrig – das reicht höchstens für drei Räder. Noch knapper wird es bei Kupplungsträgern: Bei den häufig zulässigen 50 kg Stützlast sind vier Fahrräder am Heck schlicht eine Illusion.

Thule ProRide 591 (Dachträger) als preisgünstige Variante

Der Transport auf dem Dach ist speziell bei vorhandenem Grund träger die preisgünstigste Variante, um Fahrräder am Auto zu befestigen. Allerdings müssen die Räder über Kopf aufs Dach gestemmt werden. Das klappt nur bei leichten Bikes ohne Mühe. Die sehr komfortablen Thule-Halter im Test repräsentieren das obere Preisniveau. Günstige und dennoch solide Halter sind schon für deutlich unter 50 Euro pro Fahrrad zu haben. Gegen Dachträger wie den Thule ProRide 591 sprechen der wesentliche Mehrverbrauch und das Beschädigungsrisiko am Autodach. Die empfohlene Höchstgeschwindigkeit sollte nicht überschritten werden.

Thule BackPac 973 (Heckklappenträger) ist ein universeller Allesträger

Sein vergleichsweise günstiger Preis und die hohe Zuladung machen den Heckklappenträger Thule BackPac 973 interessant. Während die maximale Dach- oder Anhängekupplungs-Stützlast von oft nur 50 kg die Zuladung der dort angebrachten Träger deutlich einschränkt, dürfen Heckklappenträger bis zu ihrer Nenntragfähigkeit, hier 60 kg, beladen werden. Zudem bleibt die Anhängekupplung für Anhänger frei, und der Träger kann bei Nichtgebrauch angeklappt am Auto bleiben. Allerdings ist die Erstmontage kompliziert, der Kofferraum bei beladenem Träger kaum zugänglich, und der Spritverbrauch steigt merklich an.

Thule EasyFold 931 (Anhängekupplungsträger) ist Top im Test

Praktisch, sicher und komfortabel, aber teuer und wegen der notwendigen massiven Klemmvorrichtung recht schwer sind Träger für die Anhängekupplung. Ist bereits ein Haken am Fahrzeug montiert, ist der kaum koffergroße Thule EasyFold 931 in wenigen Sekunden aufgeklappt und angeklemmt. Mit optionalem Zubehör lässt sich der Träger für bis zu vier Räder aufrüsten, dann aber sollte die zulässige Stützlast mindestens 75 kg betragen. Keine Anhängekupplung am Auto? Die Nachrüstung muss nicht teuer sein. Einfache Systeme sind inklusive Elektrik schon für unter 300 Euro zu haben (zuzüglich Montage).

Opel Flexfix mit integriertem Trägersystem

Eine klasse Idee: Der Träger wird wie eine Schublade herausgezogen, aufgeklappt, ist sofort einsatzbereit und sehr belastbar. Dank verstärkter Karosserie und teils angepasstem Fahrwerk tragen die mit Flexfix erhältlichen Opel-Modelle (Adam, Corsa, Astra, Mokka, Antara, Meriva, Zafira Tourer) ohne jede Einschränkung bis zu vier Fahrräder von zusammen 80 kg. Auch zwei E-Bikes lassen sich schnell und sicher aufladen. Die Nachteile: Für Räder mit besonders langem Radstand sind die Führungsschienen etwas zu kurz. Anhängekupplung gibt's keine – und das System ist nicht nachrüstbar.

Diese Fahrradträger haben wir getestet
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Opel Flexfix

So haben wir getestet

Um die Unterschiede der verschiedenen Trägersysteme möglichst präzise zu ermitteln, kamen vier nahezu baugleiche und identisch bereifte Opel Astra Sports Tourer 1.6 CDTI zum Einsatz. Ein Fahrzeug war mit dem nur für die meisten Opel- Modelle erhältlichen integrierten Flexfix-Träger (nicht nachrüstbar) ausgestattet. An den anderen wurde jeweils ein Heckklappen-, ein Dachträger und ein Trägersystem für die Anhängekupplung, allesamt von Thule, montiert. Zum Test wurden die Träger mit je einem Mountainbike und einem Rennrad beladen.

Montage: Ist die Montage jederzeit einfach und sicher möglich? Wie lange dauert das Anbringen des Trägers am Auto, und muss er zuvor aus Einzelteilen aufwendig zusammengebaut und angepasst werden?

Handling: Hier wurden versuchsweise mehrere Fahrräder in verschiedenen Positionen auf die Träger montiert. Stoßen die Rahmen aneinander, können Lenkerenden beim Bremsen die Heckscheibe einstoßen? Wie einfach und sicher lassen sich die Räder von einer Person auf dem Träger befestigen?

Fahrverhalten: Bei wiederholten Vollbremsungen aus Tempo 100 sowie bei im Grenzbereich gefahrenen doppelten Spurwechseln wurden die Bewegungen der Räder überwacht, das Fahrverhalten des Fahrzeugs subjektiv bewertet.

Verbrauch: Zur Verbrauchsermittlung wurde eine 200-km-Runde aus Stadtverkehr, Landstraße, jedoch überwiegend Autobahn (bis 130 km/h) zunächst ohne, dann mit einheitlich beladenen Trägersystemen nochmals durchfahren. Angegeben ist die Verbrauchsdifferenz in Prozent.

Fazit

Wer einen Grundträger fürs Autodach hat und nur zwei leichte Bikes über kurze Strecken transportieren will – aufs Dach damit. Für alle anderen bietet eine möglichst niedrige Transportlösung am Heck mehr Vorteile. Das Auto bleibt tiefgaragentauglich, ist einfach zu beladen, und die Räder reisen auch bei höherem Tempo im Windschatten ohne spürbaren Mehrverbrauch mit. Lässt sich der Träger abklappen, ist auch der Kofferraum stets zugänglich. Nur, eine Anhängekupplung ist – außer bei Opel – dann eben Pflicht.

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