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8 Fahrradträger im Test

Bike-Transport auf der Anhängerkupplung

Fahrradträger-Test, Aufbau Foto: Dino Eisele 32 Bilder

Großer Test in drei Disziplinen: Vor allem Fahrradträger für die Anhängerkupplung sind ein beliebtes Autozubehör. Daher testeten wir 8 dieser Varianten, die sogar eine Freigabe für E-Bikes besitzen.

07.07.2013 Henning Busse 1 Kommentar

Wenn es ein Autozubehör gibt, das boomt, dann sind es Fahrradträger. Denn inzwischen wollen nach Schätzungen rund sieben Millionen Deutsche nicht auf den Drahtesel während der Urlaubsreise verzichten. Entsprechend groß fällt somit das Angebot an verschiedenen Trägern im Handel aus.

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Service Fahrradträger-Test Wie sicher sind Fahrradträger?
auto motor und sport 13/2013
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Fahrradträger-Test, Uebler P22
Fahrradträger 2013 im Test 11:43 Min.

Vor allem die Variante für die Anhängerkupplung erfreut sich großer Beliebtheit, was nicht verwundert. Schließlich stellt sie oft die einzige Chance dar, die noch beliebteren Elektrobikes zu transportieren. Aus diesem Grund testet auto motor und sport gemeinsam mit der Schwesterzeitschrift Mountainbike acht dieser Träger mit ausdrücklicher E-Bike-Freigabe. Neben dem Gebrauchstest, bei dem Trägermontage und Bike-Beladung im Vordergrund stand, mussten die Produkte noch einen Crashversuch beim Dekra Automobil Test Center in Klettwitz überstehen sowie verschiedene Fahrversuche auf unseren Teststrecken – eine schwierige Aufgabe, wie sich herausstellte.

Denn die Gestelle trugen ein 25 Kilogramm schweres E-Bike von Radon und ein Stevens-Mountainbike mit 12 kg Gewicht. Gemeinsam mit dem Träger drückten bis zu 56 kg auf die Kupplung. Das fiel nicht nur beim Fahren auf, beim Crash bewegten sich die Träger deutlich auf der Kupplung und schlugen mit den Bikes entweder auf dem Dach oder auf der Heckscheibe ein. Gerade der Scheibenbruch stellt eine Gefahr für Insassen dar – nicht nur wegen der Glassplitter. „Durch extrem weit eindringende Fahrradteile in den Innenraum können Verletzungen von Passagieren bei Autos mit kleinem Kofferraum nicht ausgeschlossen werden“, bringt es Dekra-Ingenieur Lutz Zimmermann auf den Punkt.

Thule 931 EasyFold (599 Euro)

Der klappbare Träger Thule 931 EasyFold lässt sich leicht von einer Person per Schnellverschluss auf die Anhängerkupplung montieren. Auch die Bike-Befestigung kann sich sehen lassen, die Fahrradrahmenhalter sowie die Reifenschienen sind ausreichend dimensioniert und gewährleisten einen sicheren Halt der Bikes. Selbst beim Handlings- und Crashtest erwies sich der Träger als unproblematisch. Allerdings sorgt er bei einem Unfall für starke Schäden am Auto, weil sich Träger und Bikes am Auto deutlich abstützen. Eine Gefahr für Insassen und Passanten besteht jedoch nicht.

Uebler P22 (449 Euro)

Der Uebler P22 muss sich nur knapp dem Thule-Träger geschlagen geben. Am Ende gewinnt das Thule-Produkt wegen des ausgeklügelteren Konzepts, der Klappmechanismus bringt Vorteile bei der Montage. Sonst ist wenig zu kritisieren: Die Bike-Befestigung gibt selbst bei großen Gestellen keine Rätsel auf, und die Reifenschienen sind ebenfalls ausreichend dimensioniert. Geht es ums Verhalten im Fahrbetrieb, schneidet der P22 sogar am besten ab, und auch beim Crash konnte der Träger mit dem Sieger gleichziehen – er zeigt aber die gleichen Auffälligkeiten.

Atera Strada E-Bike M (370 Euro)

Eine Person reicht, um den Träger Atera Strada E-Bike M auf die Kupplung zu heben. Die Bikes stehen zudem sicher in den Schienen und werden vom etwas aufwendig zu bedienenden Rahmenhalter fest umschlossen. Im Fahrbetrieb gab es bis auf eine Ausnahme wenig zu kritisieren: Beim Slalom und auf der Rüttelstrecke schlugen die Fahrräder gegeneinander. Den Crash überstand der Träger ebenfalls, jedoch stützten sich die Bikes an der Heckscheibe ab – eine zu große Belastung für die Scheibe. Die umherfliegenden Scherben sind eine Gefahr für Passagiere und Unbeteiligte.

Bosal Bike Carrier Compact (369 Euro)

Das Konzept wirkt durchdacht: Der Bosal-Träger Bike Carrier Compact ist ebenfalls klappbar, die Radschienen lassen sich auf große Rahmen anpassen und die Kupplung kann auf den Kugelkopf eingestellt werden. Auch die Rahmenbefestigung sorgt bei den Bikes für guten Halt. Allerdings entwickeln die Bikes im Fahrbetrieb gerade auf schlechten Strecken ein Eigenleben. Dadurch können sie Schaden nehmen. Im Crash erwies sich der Träger als sicher, er stützte sich aber stark am Dach ab. Auch die Trägerkupplung hatte sich deutlich gelockert, was aber noch in der Toleranz lag.

Alutrans E-Bike (242 Euro)

Dass günstig nicht gleich schlecht sein muss, beweist Alutrans. Der Träger ist leicht zu montieren, lässt sich auf die Kupplung einstellen, hat eine ordentliche Radbefestigung, und die Radschienen kommen gut mit großen Gestellen zurecht. Auch die Fahrversuche überstand der Träger ohne große Probleme. Einziges Manko: Die Bikes können sich während der Fahrt berühren. Und der Crash? Ein Rahmenhalter löste sich, ein zusätzlicher Spanngurt verhinderte aber Schlimmeres. Zudem kommen die Bikes der Heckscheibe bedenklich nah.

MFT Aluline (249 Euro)

Der MFT Aluline erledigt seine Aufgabe ordentlich, dennoch reicht es nicht für ein Empfehlenswert. Die Schwächen beginnen bei der Montage. So ist der Träger vor der Arretierung aufwendig auszurichten, was alleine kaum möglich ist. Zudem lassen sich die Reifenkeile in den Radschienen nicht fixieren, dadurch rutschen die Bikes im Fahrbetrieb hin und her – Belastung für die Fahrradbefestigung. Dann hinterlassen noch die Felgen-Spanngurte einen billigen Eindruck: Sie lockerten sich während der Fahrt zum Teil deutlich, einer riss sogar im Crash.

Menabo E-Dison (250 Euro)

Guter Preis, gute Ausstattung – das zeichnet den Menabo E-Dison aus. Eine Auffahrschiene ist sogar Serie, was die Bikebeladung erleichtert. Allerdings lässt die Verarbeitungsqualität des Trägers zu wünschen übrig. Ein Fahrradrahmenhalter brach sogar im Crash, Schlimmeres verhinderte ein zusätzlicher Spanngurt. Außerdem stützten sich die Bikes an der Heckscheibe ab – eine zu große Belastung für die Scheibe. In den Fahrversuchen bewegte sich zudem der Träger deutlich auf der Kupplung, beim abrupten Ausweichen kann er somit Heckschäden verursachen.

Fischer Kupplungsträger E-Bike (299 Euro)

Der Träger ist dem Menabo-Gestell ähnlich, offenbart aber noch mehr Mängel: Das fängt bei der Bikebeladung an. Die Haltebügel sind ungenau gearbeitet und nur schwer zu montieren. Dann sorgt die lockere Kugelkopf-Arretierung für Ärger. Der Träger Fischer Kupplungsträger E-Bike schwang beim Fahren so stark hin und her, dass das Auto große Schäden erlitt – dieses Kapitel wurde nicht bestanden, was allein schon zum „nicht empfehlenswert“ führte. Im Crash stießen die Bikes zudem durch die Heckscheibe, und die Lenker tauchten tief in den Innenraum ein – große Verletzungsgefahr.

Diese Fahrradträger haben wir getestet
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So haben wir getestet

Bei Aufbau und Gebrauch standen Montage und Bike-Beladung bei einem Mercedes C T-Modell im Vordergrund, aber auch Konzept, Anleitung Heckklappenzugang bei montiertem Träger, Diebstahlsicherung und Verarbeitung zählten. Bei den Fahrversuchen ging es mit Tempo 60 vier Mal durch einen Slalom (Pylonenabstand 18 Meter), das sollte das abrupte Ausweichen simulieren. Danach standen vier Vollbremsungen aus Tempo 100 an sowie Fahrten über verschiedene Schlechtwegstrecken mit 30 beziehungsweise 40 km/h. Der Crashtest wurde nach DIN 75302 (Ladungssicherung) durchgeführt, bei dem ein Frontaufprall mit 30 km/h simuliert wird. Das Crash- und das Fahrversuch-Kapitel mussten bestanden werden, sonst gab es das Urteil „nicht empfehlenswert“ – schließlich stand die Sicherheit der Träger im Vordergrund.

Fazit

Kein Produkt ist im Test hundertprozentig sicher, weswegen es auch keinen Testsieger mit der Note „sehr empfehlenswert“ gibt. Während 5 von 8 Trägern in den Fahrversuchen kaum auffielen, zeigt der Crash die Schwächen auf. Zwar bestanden die Gestelle die Versuche, weil sie nicht von der Kupplung fielen oder Ladung verloren haben. Doch sie stützten sich zum Teil bedenklich am Dach oder an der Heckscheibe ab. Das hohe Gewicht der Ladung spielte hier eine negative Rolle. Das gleiche Problem stellten wir bereits 2012 bei einem Test fest. Damals konnte kein E-Bike-Träger beim Crash die Note befriedigend unterbieten, jetzt war das beste Kapitel-Ergebnis zumindest eine Zwei minus. Dennoch: Fünf von acht Vertretern erreichen nur durchschnittliche bis ausreichende Noten im Crash – das müssen die Hersteller ändern.

Neuester Kommentar

Euer Testbericht ist super und man kann hier wirklich den passenden Fahrradträger finden. Allerdings geht unserer leider in eurem Test ab. Wir haben uns dieses Jahr bei fafit24.de den Träger von Eufab gekauft für 699€. Man kann zwei Fahrräder transportieren. Er hat einen integrierten Lift, somit wird das Auf- und Abladen ziemlich erleichtert. Der Träger hat ein Eigengewicht von 24kg und hat eine Nutzlast von 60kg.

Christian123 29. August 2016, 10:45 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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