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8 Navigationsgeräte im Test

Günstige Navis zwischen 170 und 300 Euro

Navigationsgeräte Foto: Reinhard Schmid 25 Bilder

Vom Luxus-Artikel zur Massenware: Die Preise mobiler Navigationsgeräte fallen immer weiter. auto motor und sport untersucht, wie es um die Qualität von 8 günstigen Routenführern zwischen 170 und 300 Euro bestellt ist.

11.12.2008 Dirk Gulde

Von solchen Zahlen können Autohersteller im Moment nur träumen: Laut GFK-Schätzung werden 2008 fast 5 Millionen portable Navigationsgeräte verkauft. Ein Plus von 30 % gegenüber dem Vorjahr. Ein Grund für den anhaltenden Boom liegt im rapide gesunkenen Preisniveau. Elektronikmärkte und Internet-Versender bieten Restposten und Vorjahresmodelle bereits für unter 100 Euro an. Nur Technikmuffel quälen sich da lieber noch mit der Landkarte auf dem Beifahrersitz durch unbekannte Gegenden.

Die 8 getesteten Geräte gehören mit Preisen von 170 bis 300 Euro zwar zur Mittelklasse, bieten teilweise aber eine Ausstattungsfülle, wie sie vor kurzem nur in 500 bis 800 Euro teuren Topmodellen zu finden war. So verfügen die Geräte von Becker, Medion, Myguide und Navigon über stattliche 4,3-Zoll-Breitbild-Displays, die nicht nur die Kartendarstellung übersichtlicher machen, sondern auch Eingaben über den berührungssensitiven Bildschirm sehr erleichtern. Bei den vier kleineren 3,5-Zoll-Modellen ist schon ein spitzer Finger oder ein Eingabestift gefragt, um die teils winzigen Buchstabenfelder zu treffen. Ein kleiner Monitor hat aber auch Vorteile, da er die Sicht aus der Frontscheibe weniger stark behindert - nach wie vor einer der größten Nachteile der Saugnapf-Fraktion im Vergleich zu den festeingebauten Geräten.

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Vergleichstest Portable Navigationsgeräte
auto motor und sport 24/2008
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Bis auf das Myguide sind sämtliche Navigatoren mit dem Verkehrsdienst TMC ausgestattet, der im Staufall automatisch eine Umleitung berechnet. Ein eingebauter Tuner empfängt die mit dem UKW-Signal ausgestrahlten Behinderungen und stellt sie dem Routenführer zur Verfügung. Sowohl Medion als auch Becker melden Staus via TMC-Pro. Hier erfassen Sensoren an den Autobahnen, wenn sich ein Stau gebildet hat und geben ihn mit nur kurzer Verzögerung weiter.

TMC-Pro liefert spürbar präzisere Verkehrsinfos

Nach Tests von auto motor und sport liefert TMC-Pro die spürbar präziseren Verkehrsinformationen. Beide TMC-Systeme können allerdings nur dann korrekt arbeiten, wenn die mitgelieferte UKW-Wurfantenne angeschlossen und mit kleinen Saugnäpfen an der Scheibe befestigt wird. Lediglich Navigon versucht, den Kabelsalat einzudämmen, indem der Empfangsdraht in das Stromkabel integriert wird, während Becker immerhin im Zubehörprogramm eine kompakte Bügelantenne anbietet.

Große Preisunterschiede ergeben sich auch aus dem mitgelieferten Kartenmaterial. Günstige Varianten bieten oft nur Deutschland, Österreich und die Schweiz (auf der Verpackung meist mit DACH abgekürzt).Wer häufiger im Ausland unterwegs ist, sollte gleich ein Gerät mit den Straßen Europas wählen, da nachträglich gekaufte Karten deutlich teurer kommen. Neben Westeuropa sind in einigen Geräten bereits die Staaten Osteuropas vertreten.

Vor dem Navigationskauf sollte auch der mitgelieferten Halterung Aufmerksamkeit geschenkt werden. Denn gerade in Fahrzeugen mit viel Abstand zur Frontscheibe erschwert ein zu kurzer Haltearm die Bedienung enorm. In solchen Fällen bieten Fachhändler alternative Befestigungs-Adapter, mit denen sich der Lotse auf dem Armaturenbrett oder an einem Lüftungsgitter in Griffweite montieren lässt. Schwieriger wird es in Fahrzeugen mit metallbedampften Frontscheiben, da diese den Empfang der GPS-Satelliten erschweren oder sogar verhindern können. Bei metallbedampften Scheiben kann dennoch eine separate Außenantenne die Positionierungsgenauigkeit erhöhen. Becker, Blaupunkt und Navigon bieten hierfür Anschlussbuchsen.

Diese Navis haben wir getestet
Becker Traffic Assist Z200Jetzt bei Amazon kaufen
Blaupunkt TravelPilot 200Jetzt bei Amazon kaufen
Falk M8 EuropeJetzt bei Amazon kaufen
Garmin Nüvi 255TJetzt bei Amazon kaufen
Medion E 4435Jetzt bei Amazon kaufen
Mio MOOV 210Jetzt bei Amazon kaufen
Myguide 4228
Navigon 2110Jetzt bei Amazon kaufen

Becker TA Z200

Preis: ca. 299 Euro

Das teuerste Gerät im Test glänzt mit umfangreicher Ausstattung: Mit TMC-Pro werden Staus schnell und zuverlässig gemeldet, während das eingebaute Bluetooth-Modul die Navigation zur Freisprechanlage macht. Straßenkarten und Pfeilsymbole lassen sich auf dem großen 4,3-Zoll-Display dank übersichtlicher Gestaltung schnell erfassen. Praktisch auch die An-Aus-Taste, mit der bei kurzem Druck eine Menüebene nach oben gesprungen wird. Große Buchstabenfelder und schnörkellose Menüs machen den Umgang mit dem Becker ebenso angenehm wie die klaren und zeitlich exakten Fahrhinweise. Außer der klobigen Halterung störte im Test vor allem der langsame Prozessor, der zwar Tastenbefehle flott umsetzt, sich beim Menüwechseln und der Routenberechnung aber zu lange Zeit nimmt.

Bewertung: Das teure Becker lotst etwas präziser als der Testsieger von Medion. Sein Prozessor arbeitet aber spürbar langsamer.

Blaupunkt TP 200

Preis: ca. 169 Euro

Trotz kleinem Display geriet das Blaupunkt klobig. Auf dem breiten Rahmen konnten aber Lautstärke-Tasten griffgünstig untergebracht werden. Auf Multimedia-Funktionen verzichteten die Entwickler komplett. Dafür glänzt selbst das günstigste Gerät im Testfeld schon mit einem TMC-Tuner. Dass kleine Buchstabenfelder einer sicheren Zieleingabe nicht im Weg stehen müssen, zeigt der sensible Touchscreen. An Prozessorleistung wurde offenbar ebenfalls nicht gespart: Vor allem lange Routen berechnete kein Gerät schneller, Menüsprünge werden ohne Verzögerung umgesetzt. Zur tollen Vorstellung passen zudem die klaren Sprachansagen. Angesichts der tollen Vorstellung lässt sich verschmerzen, dass Routen in Ballungsräumen manchmal zu stadtlastig ausfielen, statt schnellere Umgehungsstraßen zu nutzen.

Bewertung: Wer mit kleinem Display und schmaler Ausstattung zurecht kommt, findet im Blaupunkt einen soliden Routenführer für wenig Geld.

Falk M8 Europe

Preis: ca. 199 Euro

Mit flachem Gehäuse im Silber-Finish und praktischer Magnet-Arretierung wirkt das Falk sehr hochwertig. Zudem bietet es viele Zusatzfunktionen wie Reiseführer-, Multimedia- oder Übersetzungsprogramme. Die winzigen Buchstaben auf dem kleinen Display machen Zieleingaben jedoch zur Tortur, auch weil die Touchscreen-Oberfläche nicht ganz verzögerungsfrei reagiert. Weiterer Nachteil der kleinen Anzeige: Vor allem im 3D-Modus ist von der Route nur ein kleiner Ausschnitt zu sehen. Dafür zählt die akustische Führung zu den besten im Test: Zeitlich exakte und ausreichend ausführliche Hinweise verlangen nur selten einen Kontrollblick auf den Monitor. Zudem vermochte nur das Falk, vor dem Abbiegen in einen Tunnel (kein Satellitenempfang) darauf hinzuweisen, dass es unmittelbar danach rechts ab geht.

Bewertung: Das hochwertige Falk überzeugt mit seiner zuverlässigen akustischen Führung. Die kleinen Bedienfelder verdienen jedoch Kritik.

Garmin Nüvi 255T

Preis: ca. 200 Euro

Obwohl auch das Garmin nur ein 3,5-Zoll- Monitor bietet, funktioniert die Buchstabeneingabe zuverlässig, was vor allem an der sensiblen Touchscreen-Oberfläche und der geschmeidigen Bedienerführung liegt. Allerdings blendet das Nüvi keine Buchstaben aus und zeigt auch zuletzt eingegebene Orte nicht an. Wer keine Zusatzfunktionen braucht, dürfte sich über die wenigen, klaren Menüs sowie die übersichtliche Kartendarstellung freuen. An zusätzlichen Infos stören nur ein Abbiegepfeil sowie der Tempowarner den Blick auf die Route. Doch allzu oft muss der Bildschirm ohnehin nicht gemustert werden, da die Sprachhinweise eindeutig formuliert und zeitlich exakt erfolgen. Die berechneten Routen fielen vor allem in der Stadt manchmal etwas umständlich aus, während es bei Überlandfahrten besser klappte.

Bewertung: Durch die einfache Menügestaltung kommen auch Neulinge auf Anhieb mit dem schnörkellosen, aber präzisen Garmin zurecht.

Medion E 4435

Preis: ca. 229 Euro

Angesichts seines Preises darf die Ausstattung des Medions als kleine Sensation gelten: TMC-Pro, Bluetooth-Freisprechanlage und zahlreiche Multimedia-Funktionen sind ebenso an Bord wie eine Sprachsteuerung. Über große, etwas unsensibel reagierende Buchstabenfelder können Navigationsziele jedoch auch von Hand angewählt werden. Mit eindeutigen Abbiegehinweisen, die auch Straßennamen umfassen, leitet das Medion sehr sicher. Auch die Routenanzeige auf dem großen Display geriet äußerst übersichtlich. Verbesserungspotenzial besteht allerdings noch bei der Positionierungsgenauigkeit. So merkt das Gerät spät, wenn statt auf der Route auf einer Parallelstraße gefahren wird. Zudem stürzte es im Test ein Mal ab. Dank seinen sonstigen Qualitäten hat es sich den Testsieg dennoch mehr als verdient.

Bewertung: Sehr umfangreich ausgestattetes Navisystem mit einfacher Bedienung und solider Routenführung zum Kampfpreis.

Mio MOOV 210

Preis: ca. 200 Euro

Dank kompakter Halterung lässt sich das Mio bei Nichtgebrauch leicht verstauen. Je nach Positionierung muss sich dafür der Fahrer strecken, um es zu bedienen. Wegen winziger Buchstabenfelder und teils widerspenstiger Tastenannahme gerät die Zieleingabe fummelig. Positiv fiel dafür der schnelle Satellitenkontakt nach Befahren von Tunnels oder beim Verlassen von Parkhäusern auf. Zudem blendet sich immer dann eine Abbiegeliste ein, wenn das Gerät die Orientierung verloren hat. Weniger Begeisterung weckte die mit Zusatzfunktionen und Hinweisen überladene Kartendarstellung, die nur einen kleinen Teil der Route erkennen lässt. Auch Sprachansagen kommen oft etwas spärlich und klingen zudem nuschelig. Klar geriet hingegen die Menülogik, was auch am knappen Funktionsumfang liegt.

Bewertung: Das kleine, überladene Display sowie die schwierige Zieleingabe kosten Punkte. Top hingegen die Positionierungsgenauigkeit.

Myguide 4228

Preis: ca. 179 Euro

Trotz Kampfpreis von 179 Euro bietet das Myguide ein ausgewachsenes 4,3-Zoll-Breitbild-Display. Auf mehrspurigen Straßen zeigt es außerdem die optimale Spur an und nennt Straßen beim Namen. Dafür sparten die Entwickler an Multimedia-Funktionen und - was schwerer wiegt - am TMC-Tuner. Der hochauflösende Monitor wirkt zwar knack-scharf, stellt Straßennamen aber zu klein dar. Außerdem reagiert der Bildschirm nicht immer auf Berührungen, was trotz großer Buchstabenfelder zu Abzügen führt. Neben langen Berechnungszeiten stören im Alltag die vielen GPS-Aussetzer am meisten. Selbst kurze Tunnel stoppen die Routenführung, was in der Stadt oft zu falschem Abbiegen führt. Da können auch die clever gewählten Routen nichts mehr am schlechten Abschneiden des Myguide ändern.

Bewertung: Wegen schlechtem GPS-Empfang und fehlender TMC-Funktion bleibt dem günstigen Myguide nur die Rolle des Schlusslichts.

Navigon 2110

Preis: ca. 199 Euro

Dass auch ein großer Monitor noch keine problemlose Bedienung garantiert, beweist das Navigon. Bei Buchstaben- und Menütasten verschenken die Entwickler oft Displayfläche. Zudem werden Tastenbefehle etwas verzögert umgesetzt. Dafür bieten die Menüs viele Funktionen auf einen Blick, ohne ständig zwischen den Ebenen springen zu müssen. Zusammen mit dem Blaupunkt berechnete das Navigon Routen am schnellsten. Die übersichtliche Kartendarstellung, die viel der bevorstehenden Route zeigt, gehört ebenfalls zu den besseren im Test. Gute, wenn auch nicht immer ganz exakte Sprachansagen, ein Fahrspurassistent sowie clever gewählte Routen sorgen für problemloses Navigieren. Zudem wirkt das Gerät nicht nur edel, die im Stromkabel integrierte TMC-Antenne verhindert das sonst übliche Kabelwirrwarr.

Bewertung: Leichte Bedienschwächen verhindern eine bessere Platzierung des edlen und schnellen Routenführers von Navigon.

Fazit

Die beiden top-platzierten Lotsen Becker Traffic Assist Z200 und Medion GoPal Navi E4435 erreichen ihr gutes Ergebnis nicht zuletzt durch ihre umfangreiche Ausstattung. In Verbindung mit einem Bluetooth-Handy lassen sie sich etwa auch als Freisprecheinrichtung nutzen. Im Stadtverkehr noch ganz okay, leidet die Sprachqualität bei hohem Tempo jedoch beträchtlich, da nach wie vor über das Empfangsteil des Mobiltelefons gefunkt wird. Nebengeräusche verschlechtern zudem die Auffassungsfähigkeit der Spracheingabe, die im Medion integriert ist. Lassen sich Navigationsziele im Stand noch bequem diktieren, steigt mit zunehmender Geschwindigkeit die Fehlerquote und damit auch die Ablenkung des Fahrers. Von den Multimedia-Funktionen, die inzwischen viele Geräte bieten, sollte ebenfalls nicht zu viel erwartet werden. So lassen sich die MP3-, Video- und Bildbetrachtungsprogramme meist nur nutzen, indem die Daten umständlich am heimischen PC auf SD-Karte gespielt werden. Einen DVB-T-Tuner für den Empfang von Digitalfernsehen bietet keines der getesteten Modelle.

Überraschenderweise hängt die reine Navigationsleistung kaum vom Gerätepreis ab. So überzeugte schon das günstige Blaupunkt TravelPilot 200 mit intelligenter Routenwahl, kurzen Berechnungszeiten und präzisen Abbiegehinweisen. Wer sich am kleinen Display nicht stört, bekommt für 170 Euro ein solides Gerät. Allein über TMC-Pro rechtfertigt sich aber auch der Aufpreis der beiden Testsieger von Medion und Becker.

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