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9 Hochdruckreiniger im Test

Wer reinigt das Auto am besten?

Hochdruckreiniger-Test, Autowäsche Foto: Beate Jeske 18 Bilder

Schon für unter 100 Euro gibt es Hochdruckreiniger im Handel. Taugen die günstigen Geräte auch zur Autowäsche? Ein Test mit 9 Hochdruckreinigern der Einsteigerklasse ging dieser Frage nach. Am Ende überzeugte mehr als die Hälfte der Produkte.

05.05.2014 Henning Busse 2 Kommentare

Es ist noch gar nicht so lange her, da galten diese Geräte als Luxus im Haushalt, den sich kaum ein Autofahrer leisten wollte. Doch Zeiten ändern sich – Preise auch. Heute sind Hochdruckreiniger erschwinglich. Es gibt sie bereits für deutlich unter 100 Euro im Internet, in Fachgeschäften und in Baumärkten zu kaufen. Da kann selbst der vernünftigste Konsument schwach werden.

Die Produkte sind in zwei Ausführungen erhältlich. Unterschieden wird zwischen Kaltwasser- und Heißwassergeräten. Um es ganz klar und auch gleich am Anfang zu sagen: Wenn es um hartnäckige Verschmutzungen geht, kommt nur ein Heißwassergerät infrage. Doch dann ist man schon im teuren Profibereich, und hier ist mit einem vierstelligen Betrag zu rechnen. In der Einsteigerklasse gibt es ausschließlich die Kaltwasserausführungen. Stellt sich die Frage: Was taugen die günstigen Varianten bei der Fahrzeugwäsche? Ein Test mit neun Reinigern um 100 Euro soll das klären.

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9 Hochdruckreiniger im Test Wer reinigt das Auto am besten?
auto motor und sport 08/2014
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Wer sich für ein Produkt aus der Einsteigerklasse entscheidet, sollte sich außerdem über den begrenzten Einsatzbereich im Klaren sein – die Begrenzung bezieht sich vor allem auf die Zeit und Fläche. Um das zu verstehen, ist ein wenig Grundlagenwissen nötig. Der technische Aufbau ist bei den Hochdruckreinigern immer gleich: Ein Elektromotor (oder bei Profi-Geräten ein Verbrenner) treibt eine Kolbenpumpe an, die Wasser unter Druck setzt. In der Einsteigerklasse liegt er um 100 bar, in der Mittelklasse können es 150 bar und mehr sein.

Hochdruckreiniger – Einstiegsmodelle reichen für Hausgebrauch

Der Druck ist die eine Sache, die Fördermenge eine andere. Die beträgt bei den Einstiegsgeräten bis zu 500 Liter in der Stunde, in der Mittelklasse reicht sie sogar bis zu 1.200 Liter – dieser Unterschied zeigt die Grenze der Einsteigergeräte. Noch etwas am Rande: Das Arbeiten mit dem Hochdruckreiniger kann eine umweltschonende Sache sein. Denn ein handelsüblicher Gartenschlauch, der mit maximal vier bar Druck aus der Wasserleitung beansprucht wird, lässt in einer Stunde bis zu 3.500 Liter raus.

Über den Einsatzbereich eines Hochdruckreinigers entscheidet auch der Antrieb. In der Einsteigerklasse wird fast ausnahmslos ein sogenannter Universalmotor verbaut – also das, was zum Beispiel auch in Küchenmaschinen oder Akkuschraubern steckt. Vorteil dieser Antriebe: günstig, kompakt und leicht. Nachteil: laut und in der Lebensdauer meist recht begrenzt. Auf sehr viel mehr als 80 Stunden Netto-Einsatzzeit sind solche Elektromotoren nicht ausgelegt. Klingt wenig, aber wer zehnmal im Jahr sein Auto jeweils 15 Minuten abstrahlt, kann mit einer Lebensdauer von bis zu 32 Jahren rechnen – theoretisch. Auch wenn die teuren Geräte eine höhere Lebensdauer haben, reicht die Einsteigerklasse in der Regel für den Hausgebrauch.

Allerdings sollte man vor dem Kauf genau hinschauen und die Geräte – falls möglich – einmal ausprobieren. Denn bei aller Preis-Homogenität, die in der Einsteigerklasse herrscht, gibt es größere Unterschiede, wie der Test zeigt. Die fallen bereits beim Anschließen des Wasserzulaufs und des Hochdruckschlauchs auf. Bei einigen Geräten sind Chirurgenhände gefragt, um für eine feste Verbindung zu sorgen.

Auf den Wasserstrahl kommt es an

Als Nächstes merkt der Nutzer beim Bedienen der Sprühpistole, ob sich die Konstrukteure Mühe gegeben haben oder nur einfache Standard-Zulieferware zum Einsatz kommt – Auslösekraft, Auslösepunkt und Dosierbarkeit entscheiden darüber, ob das Arbeiten mit dem Hochdruckreiniger Spaß macht. In Sachen Effektivität spielt unter anderem der Düsenaustritt eine Rolle. Der kann aus zwei Blättchen bestehen, deren Abstand durch Drehen am Düsengehäuse variabel ist. Hört sich gut an, ist es in der Praxis aber nicht, wenn nur ein ungleichmäßiger und nicht sauber einstellbarer Flachstrahl dabei herauskommt. Wie der Test zeigt, ist ein klar definierter, nicht verstellbarer Flachstrahl oft viel besser. Die Testprobanden von Kärcher und Nilfisk machen vor, wie so etwas aussehen kann.

Der bei einigen Geräten mitgelieferte Dreckfräser ist übrigens ein rotierender Punktstrahl, der für den Einsatz am Auto wegen seiner Stärke eher ungeeignet ist. Wer Betonsteinplatten im Garten oder auf dem Hof pflegen möchte, wird das Teil zu schätzen wissen. Verstellbare Düsen oder Dreckfräser sind nicht alles, was in den Kartons zu finden ist. Ab und an liegt auch ein Flächen- oder Terrassenreiniger dabei. Was man damit anstellen kann, verrät der Name. Inwieweit dieses Zubehör bei einem leistungsmäßig doch etwas begrenzten Einstiegsgerät sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt. Praktisch immer im Lieferumfang: ein oft sehr nützlicher Extrabehälter für Reinigungsmittel.

Diese Hochdruckreiniger haben wir getestet
Nilfisk C 110.4X-TRAJetzt bei Amazon kaufen
Kärcher K2.120Jetzt bei Amazon kaufen
Herkules HA 120
Lux HD 110
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Trend Line H1775-TL
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Das dürfen Sie zu Hause

Ob man das Auto vor der Haustür waschen darf, kann nur die Gemeinde mitteilen – in der Regel die Umweltämter in den Städten. Und da es keine einheitliche Regelung in Deutschland gibt, sollte man immer erst nachfragen, ob die Autowäsche auf dem Privatgrundstück erlaubt ist. Viele Kommunen verbieten sie nicht, schränken sie aber ein. So darf das Auto in vielen Regionen zum Beispiel nur mit klarem Wasser ohne Zusatz von Reinigern abgespritzt werden – Motorwäschen sind fast überall verboten. Auch der Einsatz von Hochdruckreinigern bei der Fahrzeugpflege ist in etlichen Städten untersagt.

So haben wir getestet

Die Anwendungstechniker des Pflegemittelherstellers Dr. O. K. Wack aus Ingolstadt testeten in Zusammenarbeit mit der Schwesterzeitschrift MOTORRAD die Anwendungs- und Montagefreundlichkeit der Hochdruckreiniger. Zudem mussten die Geräte in einem genau definierten Testaufbau beweisen, wie weit sie den Wack-Testschmutz (unter anderem bestehend aus Ruß, Öl und Fetten) von Fliesen putzen konnten. Neben der Reinigungsleistung gingen auch das Sprühbild und die Geräuschentwicklung der Hochdruckreiniger mit in die Wertung ein.

Fazit

Wie der Test am Ende zeigt, machen Autofahrer mit Hochdruckreinigern aus der Einstiegsklasse nicht viel falsch: Denn von den 9 Probanden im Vergleich konnten gleich 5 überzeugen – der Rest findet sich im Mittelfeld wieder. Dass die beiden Besten im Test (Testsieger Nilfisk C 110.4X-TRA und Kärcher K2.120) ausgerechnet von Anbietern stammen, die auch im Profi-Bereich ganz weit oben agieren, überrascht nicht wirklich. Überraschender ist, dass mit Herkules und Lux zwei Baumarkt-Hausmarken recht weit vorne in der Wertung mitmischen.

Neuester Kommentar

Hallo,
ich kann dem test wirklich nur zustimmen. Ich habe mich auch viel informiert und kann noch den Hochdruckreiniger test auf [url]hochdruckreiniger-guide.de[/url] empfehlen. Die dort genannten Kränzle und Nilfisk Geräte sind Top!

LG Bernd

Ikora 11. November 2016, 00:49 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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