ACC - Adaptive Cruise Control: Der Abstandsregel-Tempomat

ACC - ein noch junges Kürzel für einen Assistenten, der das Autofahren komfortabler und sicherer machen soll: der Abstandsregel-Tempomat.

Die Vision vom unfallfreien Fahren bleibt vorerst eine Utopie. Klar ist aber auch: Ohne Elektronik ist sie nicht zu verwirklichen. Und ACC, einst als Automatische Distanz-Regelung (ADR) eingeführt, kann dabei ein wichtiger Baustein sein.

Ziel ist vorausfahrende Autos zu erkennen

Das Ziel, Position und Geschwindigkeit vorausfahrender Autos zu erkennen und mit einem Eingriff in Gas oder Bremse zu reagieren, sobald sich der Abstand verändert, setzt sicheres Erkennen voraus. Als geeignete Sensorik hat sich inzwischen in erster Linie das so genannte Fernbereichsradar etabliert. Solche ACC-Sensoren senden auf einer Frequenz von 77 GHz elektromagnetische Impulse geringer Leistung von etwa zehn Milliwatt aus. Treffen sie auf ein festes Hindernis, werden sie reflektiert und vom Sensor wieder empfangen. Durch die Laufzeitmessung lässt sich nicht nur der Abstand zum Vorausfahrenden ermitteln, sondern auch die Geschwindigkeitsdifferenz.

S-Klasse ist ACC-Pionier

ACC-Pionier in Deutschland war 1998 die Mercedes S-Klasse. Das System mit der Bezeichnung Distronic hielt den Abstand zum Vordermann zunächst im Bereich zwischen 30 und 160 km/h konstant. Aus Haftungs-Erwägungen und wegen der begrenzten Erkennungssicherheit wurde die Bremsverzögerung der ACC-Systeme beschränkt. Der Fahrer wurde vor einem drohenden Auffahrunfall gewarnt, die letzte Entscheidung blieb ihm aber selbst überlassen. Damit ist der Schritt vom reinen Komfort- zum Sicherheitssystem getan, das Unfallfolgen mildert. Nach wie vor ist das ACC-Radar aber nicht in der Lage, Menschen oder Tiere richtig zu erkennen.

Um Unfälle künftig mit einer automatischen Vollbremsung ganz zu verhindern, setzen Hersteller bereits heute und künftig daher vermehrt auf die Fusion mit zusätzlicher Videosensorik. So wird es möglich, auch in komplexen Verkehrssituationen Gefahren sicher wahrzunehmen. Als preisgünstigere Alternative kommt bei ACC-Systemen inzwischen auch das optische Lidar-Messverfahren im Ultraviolett- oder Infrarot-Bereich zum Einsatz. Anders als Radar braucht es dabei Sichtkontakt, was die Zuverlässigkeit bei kritischen Wetterverhältnissen mitunter einschränkt.

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Klaus-Ulrich Blumenstock

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