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Airbag- und Crashtest-Zukunft

Wohin geht die Airbag-Entwicklung?

Airbag, Crashtest, Fahrer-Airbag Foto: Hersteller 15 Bilder

Bis zu elf Airbags finden wir heute in modernen Autos, doch damit ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht: Die Zahl der Prallkissen wird weiter steigen, bestehende Systeme werden noch besser an die Passagiere angepasst. Wohin geht die Entwicklung?

20.08.2010 Christian Bangemann

Es ist ein wenig ruhig geworden um den Airbag, seit aktive Sicherheitssysteme an Bedeutung gewinnen. Assistenten, die den Abstand zum Vordermann wahren, in Gefahrensituationen selbsttätig bremsen oder lenken können, werden immer mehr Unfälle verhindern. Dennoch ist der Gassack nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen, da sind sich die Fachleute einig. Darum entwickeln Zulieferer und Auto-Hersteller das Schutzsystem permanent weiter. Zwei Marschrichtungen bestimmen den Weg: Erstens müssen die bestehenden Systeme künftig mehr Schutz bieten, und zweitens gilt es, neue Einsatzfelder für den Bag zu finden. 

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Reportage Passive Sicherheit: Blick in die Zukunft Airbag- und Crashtest-Entwicklung
auto motor und sport 17/2010
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Airbags sollen Informationen der zu schützenden Personen erhalten

Denn noch verhalten sich besonders Fahrer- und Beifahrer-Airbag aggressiv, vor allem gegenüber kleinen, leichten Personen. Schließlich sind die großen Prallsäcke momentan überwiegend auf den Schutz von etwa 1,80 Meter großen, 78 Kilogramm schweren Erwachsenen ausgelegt. Die müssen beim Crash sicher aufgefangen werden und dürfen den Sack nicht durchschlagen. Eine Person, die nur 50 Kilogramm wiegt, könnte aber viel sanfter abgefangen werden.

Erste adaptive Airbags berücksichtigen solche Gewichtsunterschiede bereits. In Zukunft sollen die Bags über die Sitzbelegungs-Erkennung und Einstellung der Vordersitze Informationen zu Statur und Gewicht der zu schützenden Personen erhalten und sich entsprechend sanfter öffnen oder dabei nur einen Teil des Gesamtvolumens nutzen. Mercedes hat im Sicherheits-Fahrzeug ESF 2009 gezeigt, wie so ein System arbeiten könnte.

Airbags der nächsten Generation werden mit genaueren Unfalldaten versorgt

Neben Beschleunigungs- und Drucksensoren liefern den Airbags auch Schallsensoren Daten über Art und Schwere des Unfalls, wie bereits heute im VW Golf. Mit diesen Zusatzinfos können die Bags noch früher gezündet werden, was vor allem beim Seiten-Aufprall eine Rolle spielt, denn hier müssen sich die Kissen in kürzester Zeit aufblasen, um Kopf und Rumpf optimal zu schützen.

Für den seitlichen Crash entwickeln Mercedes und Toyota sowie die Zulieferer Takata Petri und TRW zusätzliche Kissen, die sich zwischen den Passagieren entfalten und sie davor bewahren sollen, mit den Köpfen aneinander zu schlagen. Solche Systeme könnten in zwei bis drei Jahren serienreif sein - ein Zeitraum, den auch der im Fondsicherheitsgurt eingebaute Bag noch zur Entwicklung braucht. Der so genannte Belt-Bag entfaltet sich beim Frontal-Aufprall und soll den auf die Brust ausgeübten Druck mindern. Die Zahl der Rippen- oder Brustbeinverletzungen dürfte damit abnehmen.

Fußgänger-Airbag wird weiterentwickelt

Für die Fondpassagiere in Kleinstwagen wie dem Toyota iQ oder für Mitfahrer in der dritten Reihe eines Kompaktvans, ohne nennenswerte hintere Knautschzone, rückt zudem der Schutz bei einem Heckanprall in den Fokus der Entwickler. Aus dem heute schon eingesetzten Heckscheibenkissen des Toyota iQ werden weitere Spielarten entstehen, die sich voraussichtlich L-förmig um die Dachpfosten nach vorn ausdehnen werden.

Auch der bereits tot geglaubte Fußgänger-Airbag wird weiterentwickelt. Zulieferer Autoliv testet solche Prallsäcke, die den unteren Rand der Windschutzscheibe polstern könnten, um den Kopf-Aufschlag eines Fußgängers zu mildern. Selbst über einen Airbag an der vorderen Motorhaubenkante wird nachgedacht. Ob solche Systeme tatsächlich zusätzlichen Schutz bieten, ist jedoch fraglich. Denn vielfach verletzen sich die Fußgänger nicht am Auto, sondern beim Aufprall auf die Straße schwer. Da wird wohl auch künftig kein Airbag helfen können. 

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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