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Aktive Fahrwerke

Neues Komfortsystem von Mercedes

Aktives Fahrwerk, Mercedes Magic Ride Foto: Mercedes 4 Bilder

Magic Body Control – so tauft Mercedes sein vorausschauendes Komfortsystem, das Straßenschäden erkennt, darauf reagiert und das 2013 in der nächsten Mercedes S-Klasse auf den Markt kommen soll.

05.10.2010 Joachim Deleker

Bisher sind Auto-Fahrwerke reaktionäre Genossen. Sie reagieren nur dann, wenn die Straße sie dazu nötigt. Das funktioniert zwar meist recht gut, aber die Fahrwerksentwickler von Mercedes sahen schon in den neunziger Jahren Handlungsbedarf. Sie entwickelten Active Body Control (ABC), ein aktives Fahrwerk, bei dem sich die Federung radselektiv regeln lässt. Damit löst sich der bisherige Zielkonflikt – komfortabel oder straff? – auf. Die Federbeine reagieren stets optimal, verhindern sogar Nick- und Wankbewegungen der Karosserie.

Magic Body Control für immensen Komfortgewinn

Ein immenser Komfortgewinn, aber der nächste Denkschritt war logisch: Das vorausschauende Erkennen von Fahrbahnunebenheiten müsste dem sprichwörtlichen fliegenden Teppich noch näher kommen. So präsentierte Daimler mit dem Forschungsauto F700 das laserbasierte System Pre-Scan, das die Straße vor dem fahrenden Fahrzeug abtastet. Diese Daten schickt es ans Steuergerät, das daraufhin dem ABC präzise mitteilt, was da auf die Räder zukommt, und die Federbeine entsprechend vorbereitet. Magic Body Control geht noch weiter. Die beiden teuren, schweren und voluminösen Laser werden durch eine Stereokamera ersetzt. Im Serientrimm soll sie weniger als 20 Zentimeter breit sein und komplett hinter dem Innenspiegel verschwinden.

Gleichzeitig kommen ihr multifunktionale Aufgaben zu, ihre Bilder werden vom Rechner zusätzlich für Sicherheits- und Assistenzsysteme wie Distronic Plus und Pre-Safe genutzt. Und so funktioniert das System: Die Kamera mit ihren beiden Objektiven erfasst die Fahrbahn im Bereich von fünf bis 15 Metern vor dem Auto. Die Bilder werden ans Steuergerät geliefert, wo die eigentliche Arbeit beginnt.

Bis zur Serieneinführung 2013 bleibt noch viel Arbeit

Herzstück des Systems ist die Rechenzentrale, wo in Echtzeit eine gewaltige Datenflut verarbeitet wird. Bei 120 km/h und 25 Bildern pro Sekunde liegt die Messgenauigkeit bei ein bis zwei Millimetern. Auf diese komplizierten Algorithmen ist Mercedes besonders stolz, gilt es doch, sicher zu bewerten, welcher Art das erkannte Hindernis ist – egal ob Stein, Schlagloch, Bodenwelle, Querfuge oder Plastiktüte. So gut das System schon jetzt funktioniert, bleibt doch noch viel Arbeit bis zur Serieneinführung 2013. So will Mercedes das Erkennen von schwierigen Oberflächen wie reflektierendem Wasser oder frischem Schnee spürbar verbessern. Sicher ist aber schon jetzt der neue Name: Magic Body Control klingt im Gegensatz zu ABC nach Magie, nach fliegendem Teppich.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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