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Alles über LPG- und CNG-Antriebe

Das müssen Sie wissen

Mercedes B 170 NGT, Tankstelle Foto: Achim Hartmann 45 Bilder

Erd- und Autogas für Personenwagen werden immer beliebter. Einige Hersteller bieten die Antriebe bereits ab Werk an, und auch bei der Nachrüstung geht es voran. Doch worauf ist bei der Anschaffung von LPG- und CNG-Autos zu achten?

11.03.2014 Henning Busse Powered by
Welche Gasarten kommen beim Auto zum Einsatz?

Zwei Arten finden Verwendung: Zum Einen gibt es Autogas, das auch unter dem Namen Flüssiggas oder LPG (Liquified Petroleum Gas) bekannt ist. Hierbei handelt es sich um ein Gemisch aus Propan und Butan, das als Nebenprodukt bei der Erdöl- und Erdgasgewinnung anfällt und bei einem Druck von bis zu zehn Bar flüssig im Auto gespeichert wird. Daneben kommt Erdgas, auch als CNG (Compressed Natural Gas) bezeichnet, in Fahrzeugen zum Einsatz. Es besteht überwiegend aus Methan. Unterschied zum LPG: Hier wird der Kraftstoff bei rund 200 Bar gasförmig gespeichert.

Warum ist Gas billiger als Benzin oder Diesel?

Als Treibstoff für Autos ist Gas noch bis 2018 steuerbegünstigt, was vor allem an seiner positiven Umweltbilanz liegt. Bei der Verbrennung entstehen weniger Schadstoffe als bei Benzin und Diesel. Deshalb will die Bundesregierung den Gaskraftstoff auch nach 2018 weiter fördern. Wie genau das aussehen soll, steht noch nicht fest.

Welcher Gasantrieb ist weiter verbreitet?

Flüssiggas ist populärer und wird schon seit Jahrzehnten eingesetzt. Der deutsche Flüssiggas-Verband (DVFG) schätzt, dass es derzeit rund 500.000 LPG-Fahrzeuge auf unseren Straßen gibt, während der Bestand bei CNG nur rund 100.000 Autos umfasst.

Wie teuer ist die Nachrüstung eines Gasantriebs?

Die Nachrüstung einer LPG-Anlage kostet zwischen 1.500 und 3.500 Euro. Ein Erdgasumbau ist dagegen deutlich aufwendiger und kann mit bis zu 5.000 Euro zu Buche schlagen, da aufgrund der gasförmigen Speicherung von CNG ein stabiles Hochdrucksystem nötig ist. Zudem nimmt der Erdgastank viel Platz im Kofferraum weg, während der LPG-Kraftstoffbehälter meist platzsparend in der Reserveradmulde untergebracht wird. Die Reichweite muss dadurch nicht kleiner ausfallen, denn ein Auto mit Autogas-Antrieb kann bei gleicher Tankgröße eine größere Energiemenge speichern als ein Erdgasfahrzeug.

Wie finde ich einen Umrüster?

Adressen spezialisierter Umrüst-Unternehmen findet man im Internet unter www.gas24.de (Erdgasantriebe) oder www.autogastanken.de (LPG-Antriebe). Vor der Umrüstung sollten sich Autofahrer ausführlich von einem Fachbetrieb beraten und sich schriftlich zusichern lassen, dass keine technischen Bedenken gegen die Montage bestehen. Übrigens muss laut dem Oberlandesgericht Frankfurt eine Umbauwerkstatt sicherstellen, dass das Fahrzeug für den Gasantrieb geeignet ist. Darüber hinaus hat sie den Kunden über Risiken der Anlage aufzuklären. Ansonsten kann der Betrieb im Schadenfall haftbar gemacht werden.

Kann man jedes Auto auf Gasbetrieb umrüsten?
Nein, nur Benzinmotoren eignen sich für die Umrüstung. Lange gab es Einschränkungen bei Benzin-Direkteinspritzern, weil die Einspritzdüsen im Gasbetrieb überhitzen können. Doch jetzt sind auch technisch aufwendige Lösungen für diese Motoren verfügbar. Die Systeme setzen zur Kühlung der Düsen Benzin ein. Auch für Turbo-Benziner sind Lösungen erhältlich.

Kann der Gasbetrieb dem Motor schaden?
Nicht alle Motoren vertragen den alternativen Kraftstoff. Vor allem die höheren Abgastemperaturen beim Gas- betrieb können sich schädlich auf die Auslassventile auswirken, wenn sie dafür nicht ausgelegt wurden. Ob sich die Nachrüstung beim zusätzlichen Einbau verstärkter Ventile oder Sitzringe lohnt, hängt vom konkreten Fall ab. Sprechen Sie mit den Leuten im Umrüstbetrieb, denn die sollten wissen, bei welchen Motoren es zu Problemen kommen kann. Einige Firmen setzen übrigens zur Kühlung der Zylinderkopf-Bauteile ein bestimmtes Additiv ein, das die Überhitzung verhindern soll.

Ab wann lohnt sich eine Nachrüstung auf Gasbetrieb?
Bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung müssen die Kosten für den Umbau berücksichtigt werden. Je nach Fahrzeug und Fahrleistung kann es einige Jahre dauern, bis er sich amortisiert.

Gibt es auch Neuwagen mit Gasantrieb?

Ja. Der große Vorteil bei werksseitiger Ausstattung oder Nachrüstung ist, dass die Garantie für das Auto nicht beeinträchtigt wird. Bei der Umrüstung in einem freien Betrieb sollte man dagegen immer fragen, wie es mit einer Garantieversicherung aussieht, denn die Herstellerschutzzusage kann erlöschen.

Wie sieht die Wartung bei Gasautos aus?

Gasfahrzeuge unterscheiden sich konstruktiv kaum von den benzinbetriebenen Schwestermodellen, daher sind bei den bivalenten Autos (Benzin und Gas) keine höheren Inspektionskosten zu erwarten.

Wie wertstabil sind Gasautos?

Nach Einschätzungen von Marktbeobachtern entwickeln sich die Restwerte bei den Gasautos ähnlich wie bei vergleichbaren Benzinern. Je nach Modell und Ausstattung können sie sogar im Restwert etwas höher liegen.

Werden Anschaffung oder Umrüstung gefördert?

Das ist zum Teil der Fall. Wer CNG nachrüstet oder ein entsprechendes Modell beim Autohersteller kauft, bekommt bei einigen örtlichen Gasversorgern Tankgutscheine. Die Höhe der Förderung reicht von 100 bis 1.000 Euro. Damit macht sich die Umrüstung noch schneller bezahlt. Beispiel VW Golf TGI: Bei einem Gutschein von 1.000 Euro rechnet sich das Auto schon nach rund 10.000 und nicht nach etwa 20.000 Kilometern. Welche Firmen fördern, finden Sie unter www.erdgas-mobil.de

Wie werden Gasautos steuerlich behandelt?

Hier gibt es keine Unterschiede, auch bei Gasautos wird der Hubraum sowie der CO2-Ausstoß zugrunde gelegt. Das heißt: Bei Fahrzeugen mit bivalentem Antrieb (Benzin und Gas) kann der kleinste kombinierte Wert, also der für Gas, eingetragen werden.

Sind Gasantriebe sicher?

Laut Gesetzgeber müssen die Anlagen über diverse Sicherheitseinrichtungen verfügen und regelmäßig einer genauen Prüfung unterzogen werden. Das machen meist Prüf- oder Sachverständigenorganisationen. Die Intervalle entsprechen den Zeitabständen der Hauptuntersuchung. Für diese Prüfung muss der Gastank mindestens zu 50 Prozent gefüllt sein.

Gibt es zeitliche Grenzen für Gasantriebe?

Für die Tanks gibt es eine Art "Verfallsdatum". Unterliegen die Anlagen den Anforderungen der Norm ECE R 67.01 (Autogas) oder der Norm ECE R 110 (Erdgas), kann der Gesetzgeber nach 20 Jahren auf den Austausch pochen. Bis dahin werden die Behälter nur durch äußere Besichtigung kontrolliert, eine Druckprüfung ist nicht vorgeschrieben. Sie war ein teurer Bestandteil der alten Druckbehälterverordnung, die Ende 2002 auslief. Je nach Angabe auf dem Tank betrug die Prüffrist drei, fünf oder zehn Jahre. Besonders beim Gebrauchtwagenkauf sollte man diesen Aspekt beachten.

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