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Assistenzsysteme im Test: Was können aktuelle Notbremsassistenten?

Kluge Assistenzsysteme helfen bei der Unfallvermeidung: Beim großen Notbremsassistenten-Test zeigten Audi A8, BMW 5er, Mercedes  E-Klasse, Lexus LS, Volvo S60 und VW Touareg ihr Potenzial.

Die Zahl ist erschreckend: Laut Unfallforschung bremsen über 90 Prozent aller Autofahrer bei einem Unfall zu zögerlich oder gar nicht. Mit aktiven Notbremsassistenten, die entweder automatisch oder unterstützend bremsen, könnten viele Unfälle und Verkehrstote vermieden werden.

Auch im Bereich des sicheren Spurhaltens und Spurwechselns besteht noch immenses Sicherheits-Potenzial. Dabei geht es nicht um die oft beklagte Bevormundung des Autofahrers, sondern schlicht um die Tatsache, dass der Mensch nicht perfekt ist. Er ist mal unaufmerksam, abgelenkt oder müde. Das muss aber nicht zum Unfall führen, wie der Test aktuelle Assistenzsysteme zeigt.

Volvo Assistenzsystem City Safe überzeugt

Wie im letzten Jahr liefert Volvo die beeindruckendste Teilleistung beim Test der Assistenzsysteme ab: Bis 30 km/h verhindert das per Radarsystem und Kamera im oberen Teil der Frontscheibe detektierende City-Safety-System im S60 bei stehenden Autos sowie (neu) Fußgängern selbstständig einen Auffahrunfall. Wunder dürfen jedoch keine erwartet werden: Auf sehr knapp vorher querende Personen kann City Safety nicht mehr reagieren.

Besonders vorbildlich ist, dass Volvo sein Assistenzsystem serienmäßig einbaut. Die E-Klasse (radarbasiertes System) bremst zwar bei stehenden Hindernissen nicht selbstständig zum Stillstand. Dafür reagiert sie über alle Geschwindigkeitsbereiche mit einer automatischen, zweistufigen Notbremsung, die bei einer Modellpflege weiter angeschärft wurde: Startete früher 0,6 Sekunden vor dem - dann unvermeidbaren - Aufprall erst der volle Bremsdruckaufbau, so liegt er zu diesem Zeitpunkt jetzt schon an.

Mercedes E-Klasse ist insgesamt am sichersten

So sinkt die Restgeschwindigkeit deutlich. Im Assistenzsysteme -Test rammte die E-Klasse die Hindernisse mit zehn (bei Tempo 30) und 17 km/h (bei Tempo 50). Beides Werte, die die Insassen unverletzt überstanden hätten. Die automatische Vollbremsung wird aber nur dann aktiviert, wenn der Fahrer die Warnung 2,6 Sekunden vorher und die Teilbremsung 1,6 Sekunden zuvor ignoriert. Schon kleine Lenkoder Pedalreaktionen nehmen den Piloten sofort wieder alleinverantwortlich in die Bremspflicht. Audi A8 und VW Touareg beherrschen mit ihren identisch aufgebauten Systemen (zwei weit außen sitzende 77 Ghz-Radare plus Mono-Videoerkennung) keine automatische Notbremsung auf stehende Hindernisse.

Extra Sicherheit durch verschiedene Notbremssysteme

Wie alle anderen Testfahrzeuge im Assistenzsysteme -Test legen sie bei einem drohenden Auffahrunfall jedoch die Bremsbeläge eng an (Prefill), um dann die vom Fahrer initiierte Verzögerung perfekt zu Ende zu bringen. Laut VW Konzern- Sicherheitsphilosophie wird mehr Wert auf die Entschärfung von Unfällen mit hohem Verletzungsrisiko und sich bewegenden Fahrzeugen gelegt. Daher arbeitet das so genannte Pre sense-Frontsystem erst ab 30 km/h. Es funktioniert folgendermaßen: Reagiert der Pilot bei drohendem Auffahren nicht, wird frühzeitig eine Warnung und ein Bremsruck gegeben. Erst danach startet eine automatische Teilverzögerung mit drei m/s², die sich auf fünf m/s² steigert.

Bremst der Fahrer zu dieser Phase mit, stoppt das Assistenzsystem vor dem Fahrzeug. Bleibt der Pilot aber weiter regungslos, fordert der so genannte Braking Guard eine Videobestätigung über das vorausfahrende Objekt an. Wenn dann die Kamera zusammen mit den Radarsensoren weiterhin eindeutig eine gefährliche Situation erkennt, wirft das Assistenzsystem eine halbe Sekunde vor dem unumgänglichen Unfall den vollen Notbremsanker. Damit wird die Aufprallenergie reduziert.

Assistenzsysteme als intelligente Unfallvermeider

Ähnlich, aber ohne Kamerabestätigung, geht auch das Assistenzsystem der Mercedes E-Klasse Advanced Pre vor, während der Lexus LS mit seinem Pre-Crash-Safety-System zwar eine automatische, aber keine mehrstufige Verzögerung beherrscht. Er passt auch seine Notbremsung nicht adaptiv an die Situation an und warnt zudem bei 30 km/h sehr spät vor dem Hindernis. Bei zu zögerlicher Verzögerung des Fahrers erhöht er die Bremsleistung starr um drei m/s². Das Potenzial zur Unfallvermeidung ist damit begrenzt. Immerhin lässt er signifikant früher sein rotes Bremssymbol aufleuchten, wenn seine Gesichtsfelderkennung einen besonders abgelenkten Piloten detektiert.

BMW sieht bei seinem Assistenzsystem derzeit keine automatische Vollbremsung vor, sondern bietet nur eine frühzeitige Warnung und eine etwas rustikale Notbremsunterstützung. Dafür produzierte der 5er aber die wenigsten Fehlwarnungen im Test - leider keine Stärke der E-Klasse. Sie warnt besonders in der Stadt und in Baustellen zu unzuverlässig. 

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Spurwechsel-Assistent als Unaufmerksamkeitsengel

Der richtige Schulterblick gehört zu den elementarsten Autofahrer-Aufgaben überhaupt. Nur mit ihm lässt sich der tote Winkel sicher überprüfen. Trotzdem zeigt die Praxis, dass er allzu oft vergessen wird oder unübersichtliche Karosserien ihn erschweren. Hier helfen Assistenzsysteme, nämlich die so genannten Spurwechselassistenten.

In ihrer einfachsten Form wie bei Volvos BLIS (Blind Spot Information System) überwacht dabei eine kleine Kamera im Außenspiegel das seitliche Feld. Sie arbeitet im Infrarot-Lichtbereich und funktioniert damit auch bei Nacht. Sobald sich ein Auto im toten Winkel befindet, meldet das ein orangefarbenes Lichtchen im Spiegeldreieck. Jedoch kann BLIS nicht das Tempo von hinten nahenden Fahrzeugen messen und daher nur eingeschränkt vor riskanten Spurwechseln warnen. Ebenso ist die Detektion von Motor- und Fahrrädern nicht immer gegeben.

Radarbasierte Assistenzsysteme sind überlegen

Beides können wiederum die radarbasierten Assistenzsysteme, wie sie bei Audi, BMW, Mercedes und VW zum Einsatz kommen. Beim side assist (Audi und VW) sitzen zwei 24-GHz-Radareinheiten im Heck des Autos und überwachen den rückwärtigen Verkehr nach Position und Tempo.Befindet sich das Fahrzeug auf der Parallelspur, also ent weder dicht am eigenen oder nähert es sich mit hohem Geschwindigkeitsüberschuss, leuchten LED im Außenspiegel.

Setzt der Fahrer trotzdem den Blinker, fangen diese an zu blitzen. Das ist gewöhnungsbedürftig, denn obwohl die Blitz-Wirkung sich zwar über ein Menü anpassen lässt, bleibt sie für optisch empfindsame Naturen immer noch aufdringlich. Das System des VW Touareg funktioniert absolut identisch. Auch der BMW 5er setzt auf eine radargestützte Spurverlassenswarnung.Trotz des höheren technischen Aufwands kostet sie mit 620 Euro 300 Euro weniger als das Volvo-System. Im 5er warnt eine LED im Außenspiegel vor von hinten sich schnell nähernden Fahrzeugen. Versucht der Fahrer trotz Warnung die Spur zu wechseln, wird er vom Assistenzsystem mit Lenkradvibrationen auf die Gefahr aufmerksam gemacht.

Assistenzsysteme der E-Klasse warnen am besten

Ein weiterer aktiver Eingriff erfolgt wie bei allen anderen Assistenzsystemen zum Glück nicht. Das Thema angepasste und trotzdem nicht aufdringliche Warnung beherrscht die E-Klasse am besten. Ihr radargestütztes System informiert mit orangefarbenen bis roten LED. Ignoriert der Fahrer diese und setzt zum gefährlichen Spurwechsel an, blinken sie hektisch, und der Fahrer wird angepiepst. Der Lexus überwacht den toten Winkel nicht. Sein Heck-Radarsystem stellt aber bei einem drohenden Heckaufprall die Kopfstützen in Position

Autonis 2014
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Alexander Bloch

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Hans-Dieter Seufert

Ausgabe

Heft 24/2010
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