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Audi-Soundsysteme

Rock im Ring

Foto: Beate Jeske 13 Bilder

Klang-Offensive bei Audi: Neben dem A8 können auch R8, A5 und Q7 mit einem Bang & Olufsen-Soundsystem ausgerüstet werden. Gleichzeitig werden alle Baureihen fit für die Vielzahl neuer Medien gemacht.

18.04.2007 Alexander Bloch

Es war eine gute Entscheidung, als Audi sich für Bang & Olufsen als Zulieferer für sein High- End-Soundsystem im Audi A8 entschied. Denn damit bescherte der Ingolstädter Autobauer seinen Fahrern nicht nur ein beeindruckendes Klangerlebnis, sondern verdient auch gutes Geld. Derzeit fährt jeder fünfte A8 mit einem B&O-System vom Band, und das, obwohl Audi Preise zwischen 5.130 und 6.155 Euro dafür aufruft. Rund 5.000 Systeme sind schon verkauft worden. So mancher High-End-HiFi-Hersteller im Heimbereich träumt von solchen Zahlen.

Es muss wummern

Hochwertige Musikwiedergabe im Auto ist eben in. Wo sonst lassen sich noch dermaßen ungestört die Lieblingsstücke genießen? Gründe genug für Audi, beim Sound nachzulegen. Die Bang & Olufsen-Systeme ziehen jetzt auch in den A5, Q7 und den Sportwagen R8 ein. Und selbst wenn die Marke beteuert, dass vor der Entscheidung für den dänischen HiFi-Hersteller ein Klang-Kontest mit anderen Zulieferern anstand, so ist doch klar: B&O als Lifestyle-, Design- und Aluminium-Kompetenzmarke passt zu Audi wie die Trompete zur Tuba.

Da nimmt man nicht leichtfertig einen anderen Hersteller mit weniger klangvollem Namen. Bis 2008 wird diese Verbindung sogar exklusiv bleiben, und Audi liebäugelt jetzt schon mit einer Verlängerung der Exklusiv-Option. Das heißt aber nicht, dass jetzt jeder Ringträger den Shooting Star der Soundsysteme, den ausfahrbaren Hochtöner, erhält. So gerne man ihn zum Beispiel im R8 untergebracht hätte, so wenig Bauraum stand für die notwendige Mechanik im Armaturenbrett zur Verfügung.

Neue Klangphilosophie im R8

Also kreierte man ein einfacher aufgebautes Premium-Soundsystem anstelle der im A8 verbauten Advanced-Sound-Anlage. Auch die Klangphilosophie wurde etwas geändert. Während die A8-Audio-Anlage für räumlichen, unverfälschten Klang steht, rückt beim R8 der Spaß in den Vordergrund. Die Musikwiedergabe soll die fahrdynamischen Qualitäten widerspiegeln. Dafür wurde der R8 mit Lautsprechern vollgestopft. Allein in den Türen sitzen zwei mächtige, 20 Zentimeter große Bässe, die im Mittel- und Hochtonbereich von einem Zweiwegesystem unterstützt werden.

Hinter den Sitzen lauert ein zweites Lautsprecherpärchen auf Musiksignale, und im Armaturenbrett sorgt ein Center-Lautsprecher für eine mittige Stereowiedergabe vor den Insassen. Für den notwendigen Zusatz-Tieftöner ging dann jedoch der Platz aus. Doch die Akustik-Ingenieure konnten im zähen Ringen noch ein Plätzchen unterhalb des Armaturenbretts erkämpfen. So ganz nebenbei ist dort sogar der optimale Standort für den Tieftöner.

Freilich fällt dieser sehr klein aus: Ein 13-Zentimeter-Lautsprecher spielt auf eine nur acht Liter große Bassreflexbox. Aber üppige Tieftonbestückung war ja schon im A8 nicht die Stärke von B&O. Dafür knausert der Verstärker nicht mit Leistung.

Leistung satt

Aus seinen zehn Kanälen kommen 465 Watt, 150 allein für den Subwoofer. Allerdings ist der Verstärker nicht mit der hochmodernen ICE-Power-Technik wie im A8 ausgestattet, sondern konventioneller aufgebaut. Was den R8 nicht daran hindert, Bassschläge voll und knackig ins Interieur zu schleudern. Im Gegensatz zum A8 fehlt es zwar etwas an Offenheit und Raum, dafür wirkt das Musikerlebnis intimer, packender, jazzclubartiger. Es ist deutlich zu spüren, dass bei der Abstimmung mehr Wert auf Hören statt Messen gelegt wurde. Beim Musikmaterial sollte man sich eher für Robbie Williams als Schostakowitsch entscheiden. Dann tobt ein fetziges Love-to-entertain-you durch das Traum-Interieur, dem nur bei den allertiefsten Tönen etwas der Elan ausgeht.

Ein Problem, das die sehr ähnlich bestückte B&O-Anlage im A5 kaum haben dürfte. Bei ihr gibt es nicht nur 40 Watt mehr Leistung, sondern auch einen 26 Zentimeter großen Tieftöner auf der Hutablage. Bis zu 120 Dezibel sollen dann den Innenraum des Coupés erbeben lassen. Q7-Fahrer werden ebenfalls aus einer neuen Bassbox beschallt. Sie verbirgt sich in der Reserveradmulde. Aber vor allem erhalten sie wie im A8 die ausfahrbaren Hochtöner und das große B&O Advanced-Soundsystem.

Dynamische Soundsysteme für die Zukunft

Damit ist die Klangoffensive bei Audi aber noch lange nicht zu Ende. Für die kleineren Baureihen plant man in Zukunft dynamische, dem Geschmack der Kundschaft angepasste Soundsysteme. Die großen Limousinen sollen ähnlich der Mercedes S-Klasse weitere Digital-Surround-Formate wie AC3 oder DTS abspielen können. Das Problem der zu karg ausgestatteten iPod-Schnittstelle (alle Modelle außer A8, A6 und Q7) soll Anfang nächsten Jahres ebenfalls gelöst sein. Wobei man bei Audi bereits zugibt, dass die Anpassung der Schnittstellen für mobile Musikspieler extrem mühsam und nicht immer ideal gelöst ist.

Bis zum Sommer dieses Jahres wird auch eine Lösung für die drahtlose Übertragung von Musikdaten fertig sein. Das so genannte Bluetooth-Audio-Streaming ermöglicht dann die einfache Integration von Musik-Handys. Und mit Blick auf die Zukunft versucht Audi der extrem hohen Entwicklungsgeschwindigkeit im Nachrüst-Elektronikbereich Herr zu werden. So soll sich Software mit einem simplen USB-Stick auf den neuesten Stand bringen lassen. Selbst im Hardware-Bereich arbeitet man an Update-Lösungen. Der kleine Geländewagen Q5 wird über eine modulare Einsteckkarten-Technik auch nachträglich problemlos mit neuen Technologien wie UMTS oder WLAN ausgestattet werden können.

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