Beheizbare Autositz-Auflagen im Test: Von 13 bis 100 Euro keine Enttäuschung

Sitzheizauflagen, WŠrmebildkamera

Sitzheizungen sorgen dafür, dass sich im Winter schnell Behaglichkeit im Auto einstellt. Doch nicht jedes Auto verfügt ab Werk über diese Ausstattung. Für wenig Geld bietet der Zubehörhandel beheizbare Sitzauflagen an. Was taugen sie? Neun Matten im Test.

So schön der Winter auch sein mag, Autofahrer stellt er bisweilen auf eine harte Probe. Sie müssen nicht nur mit schlechten Straßenverhältnissen fertig werden, sondern auch morgens regelmäßig die Fahrzeuge von Eis und Schnee befreien, wenn diese im Freien parken. Zur Krönung wartet dann noch ein kalter Innenraum auf die Insassen.

Bis die konventionelle Fahrzeugheizung wohlige Temperaturen erzeugt, dauert es in der Regel einige Kilometer. Bei Kontaktflächen wie den Sitzen schafft hingegen nur eine direkte Wärmezufuhr schnelle Abhilfe. Da eine Sitzheizung das Gesäß und den Rücken direkt wärmt, friert der Fahrer in der Regel schon nach wenigen Minuten nicht mehr. Allerdings verfügen nicht alle Fahrzeuge über dieses sinnvolle Ausstattungsdetail. Selbst bei Neuwagen gehört es oftmals nicht zur Serienausstattung und muss extra geordert werden. Je nach Hersteller und Modell kann das zwischen 200 und 350 Euro kosten. Noch teurer fällt die Anschaffung aus, wenn die Heizung nur im Paket mit anderem Zubehör verkauft wird.

Beheizbare Sitzauflagen von 13 bis 100 Euro im Test

Eine preiswerte Alternative bietet der Zubehörhandel in Form von beheizbaren Sitzauflagen an. Einfache Ausführungen ohne Temperatur-Regelung werden schon für weniger als zehn Euro vertrieben. Großer Vorteil dieser günstigen Lösung: Der Einbau stellt selbst technische Laien vor keine Probleme. Die Matten legt man einfach auf den Autositz, befestigt sie mit Spannbändern unter der Bestuhlung und schließt die Auflage an den Zigarettenanzünder oder die Zwölf-Volt-Steckdose an - fertig. Mehr Aufwand ist nicht nötig.

Stellt sich nur noch die Frage: Was taugen die beheizbaren Sitzauflagen? Ein Praxistest von unserer Schwesternzeitschrift Autostraßenverkehr, der sowohl die Anwendungsfreundlichkeit sowie die Heizleistung untersucht, liefert die Antwort.

Die Redaktion besorgte sich dazu aus dem Handel neun Matten zu Preisen zwischen13 und 100 Euro. Teurere Ausführungen wurden bevorzugt, da diese mit einer zweistufigen Temperaturregelung sowie einem Überhitzungsschutz ausgestattet sind. Zudem mussten sich die Matten auch für Sitze mit Seitenairbag eignen. Das heißt: Die Befestigungssysteme durften nicht im Bereich der Schutzeinrichtung verlaufen.

Schlechteste Note war "befriedigend"

Den Test führte die Redaktion im Dekra Automobiltest Center in Klettwitz durch. Hier mussten die Auflagen in einer Kältekammer bei null und minus zehn Grad Celsius ihre Heizleistung unter Beweis stellen. Doch was nutzt eine hohe Temperatur, wenn sie nur punktuell und nicht flächig auftritt? Um die Hitzeverteilung zu analysieren, wurde daher noch eine Wärmebildkamera eingesetzt. Unterm Strich fiel keiner der Testkandidaten in der wohl wichtigsten Prüfdisziplin "Heizwirkung" durch, alle erfüllen mehr oder weniger ihren Zweck. Die schlechteste Note war an dieser Stelle lediglich ein "befriedigend".

Und noch etwas fiel positiv auf: Durchweg empfehlenswerte Matten gibt es schon für 20 Euro. HP Autozubehör und ATU bieten sie an - sie sind rund 80 Euro günstiger als der Testsieger von Sitback.

So wurde getestet

Der Test wurde in drei Bereiche unterteilt. So stand zum einen die Anwendungsfreundlichkeit im Prüfplan: Wie sind die Matten verarbeitet, wie gut fällt die Ausstattung aus, und wie verständlich ist die Bedienungsanleitung?

Der zweite Bereich deckte den Wohlfühlfaktor ab: Ist die Polsterung ausreichend, wie fühlt sich der Stoff an, verrutscht die Matte auf dem Sitz, und wie empfindet man die Wärmeentwicklung?

Im dritten Schritt wurde die Heizwirkung untersucht. In einer Klimakammer kühlten die Dekra-Ingenieure Matte und Sitz auf null und minus zehn Grad herunter. Anschließend wurde die Heizmatte eingeschaltet und der Temperaturverlauf über 30 Minuten gemessen. Dazu waren an einer rund 50 kg schweren Messpuppe elf Sensoren im Rücken- und Gesäß-Bereich angebracht. Zur Bewertung der Temperaturverteilung wurde noch eine Wärmebildkamera eingesetzt.

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Henning Busse

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