BMW Hydrogen7: Wasser Marsch

BMW bringt erstmals eine Kleinserie des bedingt alltagstauglichen Hydrogen 7 mit wasserstoffbetriebenem V12 auf den Markt.

Wasserstoff wird künftig einer der wichtigsten Kraftstoffe sein. Er kommt nicht nur bei

Brennstoffzellen-Fahrzeugen zum Einsatz, sondern bei BMW – als einzigem Hersteller – auch in Hubkolbenmotoren. Bei Ford und Mazda arbeiten zumindest Forscher an diesem Thema.

Der große Vorteil von Wasserstoff ist der fast emissionsfreie Betrieb – vorausgesetzt, seine Herstellung geschieht auf regenerativem Weg, etwa durch die Nutzung von Wind- oder Solarenergie. Darin und in der bislang unzureichenden Infrastruktur – sowohl für Brennstoffzellen-Autos als für auch solche mit Wasserstoffmotor – liegt eines der größten Probleme.

Nach fahrbereiten Prototypen des alten BMW Siebener gehen ab März 100 Einheiten der aktuellen Limousine mit bivalentem Wasserstoff/Benzin-Antrieb auf Leasingbasis zu ausgewählten Kunden. Leistung und Drehmoment des Sechsliter-V12 betragen prinzipbedingt nur 260 PS beziehungsweise 390 Nm, während der 760i stolze 445 PS und 600 Nm Drehmoment schafft. Erst künftige Wasserstoffmotoren sollen mehr Leistung (bis 136 PS pro Liter Hubraum) erreichen.

Die viersitzige Öko-Langlimousine unterscheidet sich äußerlich nur durch Details vom konventionellen Siebener. Erkennbar ist der BMW Hydrogen 7 an der höher ausgeformten Motorhaube, unter der das geänderte Einspritzsystem samt Schallisolierung Platz findet: Neben der bekannten Benzin-Direkteinspritzung sitzt hier die Saugrohr-Einblasung für den Wasserstoff.

Zwischen den beiden Systemen kann während der Fahrt umgeschaltet werden. Das Verbrennungsgeräusch im Wasserstoffbetrieb klingt rauer, weil das teure Öko-Gas viel schneller entflammt. Der Vorratsbehälter für insgesamt acht Kilogramm Treibstoff sitzt gut isoliert im Kofferraum; der Wasserstoff reicht für lediglich 200 Kilometer. "Getankt“ wird flüssiger, tiefkalter Wasserstoff, der erst auf dem Weg zum Motor in den gasförmigen Zustand gebracht wird. Würde man gleich Gas tanken, bräuchte man dafür riesige Flaschen, für die aber nirgendwo an Bord Platz wäre.

Im Moment muss der Hydrogen 7 mit vielen Kompromissen leben. Das betrifft nicht nur die Reduzierung von Leistung und Raumangebot bei einem Mehrgewicht von 200 Kilogramm, sondern vor allem auch die Eigenart des Wasserstoffs, sich selbst durch doppelwandige Supertanks zu verflüchtigen (boil-off): Binnen neun Tagen ist der Speicher nahezu leer. BMW will all diese Probleme und die Kosten in den Griff bekommen. Denn der Hydrogen 7 soll zur Alternative neben der Brennstoffzelle werden.

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Eberhard Kittler

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