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BMW i3 Technik

Mit Spannung erwartetes E-Auto

BMW i3 Foto: Stefan Baldauf / Robert Kah 36 Bilder

Mit dem BMW i3 hat ein Auto Weltpremiere gefeiert, bei dem fast alles anders ist. Mit einer Fahrgastzelle aus kohlefaserverstärktem Kunststoff, mit E-Antrieb und mit neuen Mobilitätsdiensten peilt der i3 ein neues Zeitalter in der Automobilindustrie an.

21.08.2013 Birgit Priemer

Am Anfang des BMW i3 ist die Faser. Sie entsteht fernab von Deutschland in Moses Lake, einem abgelegenen Produktionswerk in der Nähe von Seattle, wo sich ansonsten auf riesigen Plantagen eigentlich alles nur um Äpfel dreht. Vor wenigen Jahren hat hier noch keiner an eine Carbonfertigung gedacht. Doch jetzt, nach einer Investition von 100 Millionen US-Dollar, der Grundsteinlegung 2010 und 80 neu geschaffenen Jobs, geht es los.

An 360 Tagen laufen 24 Stunden täglich endlos lange Carbonstränge durch nahezu menschenleere Hallen. Was in der ersten Produktionsphase wie Rapunzels Blondhaar aussieht und nur mit Hilfe von Windkraft produziert wird, ist eine wichtige Grundlage für den BMW i3. Dessen Fahrgastzelle besteht aus diesem mit Kohlenstofffasern verstärktem Kunststoff, der 30 Prozent leichter ist als Aluminium. Dieses wiederum spart gegenüber der klassischen Stahlbauweise 50 Prozent Gewicht und wird für den Unterbau des BMW i3 eingesetzt, weil es hier im Vergleich zu Carbon einfach Vorteile bei der Crashsicherheit bietet. Mit diesen Leichtbaumaßnahmen soll das zusätzliche Gewicht der Batterie möglichst gut kompensiert werden.

Auch der Innenraum wird mit leichten wie gleichermaßen ökologisch korrekten Materialien wie Wolle und Olivenblattextrakten ausgestattet, was dem Premiumanspruch des neuen E-Autos nicht schaden sollte.

BMW i3 1:09 Min.

Herausgekommen ist mit dem BMW i3 ein knapp vier Meter langer Kleinwagen mit Heckantrieb, der es inklusive seiner Lithium-Ionen-Batterie auf ein Leergewicht von 1.195 Kilogramm bringt, gut 100 mehr als bei einem vergleichbaren VW Polo mit Benzinmotor. Die mittig im Wagenboden versteckte Batterie soll eine Reichweite von 130 bis 160 Kilometern ermöglichen, der E-Motor schafft maximal Tempo 150. Auf Wunsch lässt sich die Reichweite mit einem 650 Kubikzentimeter großen und 34 PS starken Zweizylinder-Range-Extender auf rund 300 Kilometer erweitern.

BMW i3-Konzept ist mutige Idee

360 Grad Electric nennt BMW ein spezielles Servicepaket rund um den i3, das Hilfestellung beim Laden des Autos in den unterschiedlichen Alltagssituationen oder an öffentlichen Ladestationen beinhaltet. Wer möchte, kann seinen BMW i3 übrigens gleich mit einem Paket grünem Strom ordern oder sich mit Hilfe von BMW zu Hause einen Carport mit Solarpaneelen hinstellen lassen. Der Vertrag umfasst auch das Überprüfen der Hausinstallation beim Kunden vor Ort, Lieferung und Montage der Ladestation (BMW i-Wallbox) sowie weitere Beratungs- und Serviceleistungen.

Das Konzept des BMW i3 erfordert Mut – auch stilistisch, denn der hochbauende Kleinwagen setzt sich deutlich von der Masse ab. Ebenso ungewöhnlich ist der Einzug der Karosserie auf Höhe der Rücksitze, was auch hinten eine gute Aussicht gewährleistet. Doch wer keinen Mut hat, neue Wege zu gehen, kann auch nichts gewinnen, und insofern verdient das i-Abenteuer von BMW Respekt. Die Marke stärkt hier so oder so ihr Knowhow bei der Entwicklung von Elektromobilität, Leichtbau und dem Ausbau von Mobilitätsdienstleistungen. Es gibt niemanden, der zurzeit Vergleichbares zu bieten hat.

Zehn Fragen an BMW zum neuen BMW i3

Ab wann bekomme ich den BMW i3 – und wo?

Markteinführung ist spät im Jahr 2013, Bestellungen werden kurz nach der Weltpremiere in einigen Wochen möglich sein. Schon heute kann man sich unter www.bmw-i.de für Probefahrten registrieren und einen Produktionsslot reservieren lassen. Den BMW i3 wird man im Internet bestellen können. Alternativ kommt auch gerne ein BMW i-Agent zu Ihnen nach Hause, oder Sie besuchen ihn im BMW i-Store.

Kann ich den BMW i3 auch in Car-Sharing-Projekten ausprobieren?

Ja, der BMW i3 wird auch im Drive-Now- Car-Sharing verfügbar sein, voraussichtlich im Verlauf von 2014.

Wo bekomme ich regenerativen Strom für den BMW i3?

Der Kunde kann beim Kauf eine Option für Bezug von Strom über den Anbieter "Naturstrom" wählen. Das wird noch einfacher sein, als separat Ökostrom für die Versorgung des Hauses zu arrangieren.

Kann ich den BMW i3 in jeder Werkstatt reparieren lassen?

Ja. Bei jedem BMW i-Betrieb. Und die Gruppenfreistellung-Thematik gilt für den BMW i3 genauso wie für andere Fahrzeuge. Für Reparaturen an der CFK-Struktur werden analog zur Aluminium-Reparatur (bei BMW seit 2003 im Einsatz) ausgewählte BMW i-Betriebe qualifiziert werden.

Muss ich die Batterie auch kaufen, oder kann ich sie leasen?

Die Batterie wird zusammen mit dem Fahrzeug verkauft, nicht separat oder im Leasing. Ihre Lebensdauer ist auf die des Autos ausgelegt.

Welche Garantien bietet BMW für den i3 an?

Händlergewährleistung wie für jeden BMW und darüber hinaus eine Batterie-Herstellergarantie über acht Jahre beziehungsweise 100.000 Kilometer.

Kann ich das Auto zu Hause ganz normal an der Steckdose laden?

Ja. Abhängig von der Absicherung der Steckdose ergeben sich verschieden lange Ladezeiten.

Wie groß ist die Reichweite des BMW i3, und gibt es einen Range-Extender?

130 bis 160 Kilometer im Alltagsbetrieb im Komfort-Modus. Im Eco-Pro-Plus-Modus bis 200 Kilometer. Mit Range-Extender sind es rund 300 Kilometer.

Welche speziellen Apps bekomme ich für den BMW i3?

Die BMW i-Remote-App mit tiefgehender Fahrzeuganbindung wird serienmäßiger Ausstattungsumfang sein.

Kann ich mein Smartphone integrieren?

Ja, mit dem BMW i3 erreicht die Integration des Smartphones eine neue Dimension in Sachen intermodale Routenführung, Last-Mile-Navigation, Ladeinfrastruktur und Reichweitenanzeige.

BMW-Bereichsleiterin Hildegard Wortmann, verantwortlich für das Produktmanagement Automobile/Aftersales, zum BMW i3.

Der Absatz von E-Autos verläuft zurzeit sehr schleppend. Was macht Sie sicher, dass der BMW i3 trotzdem ein Erfolg wird?

Wortmann: Was uns vom Wettbewerb unterscheidet, ist der ganzheitliche Ansatz. Wenn wir nur ein konventionelles Auto in ein E-Fahrzeug gewandelt hätten, wären wir jetzt in keiner guten Position. Aber der BMW i3 mit seiner speziellen Life-Drive-Architektur ist ein reines Elektrofahrzeug, dessen Fahrzeuggewicht, Fahrleistungen und Reichweite in ein ideales Verhältnis gesetzt wurden. Mit BMW i bringen wir zukunftsweisende Fahrzeuge auf den Markt, die sich konsequent auch über Nachhaltigkeit definieren.

Sie bringen zwei so unterschiedliche Konzepte wie den BMW i3 und den Sportwagen i8 relativ zeitnah. Ist das nicht auch sehr mutig?

Wortmann: Es sind in der Tat zwei absolute Gegensätze: einmal das Megacity-Vehicle BMW i3 fürs urbane Umfeld und einmal den BMW i8 als progessiven, innovativen und intelligenten Sportwagen. Beides sind absolute Premiumprodukte, die Fahrfreude und Dynamik bieten, wie Sie es bei BMW gewöhnt sind.

Wie kalkulieren Sie die Kundenakzeptanz bei so einem ganz neuen Konzept?

Wortmann: Es gibt heute Kunden, die eine gesellschaftliche Verantwortung tragen und es sich gar nicht mehr leisten können, nicht nachhaltig zu sein. Für diese Kunden ist das BMW i-Konzept gedacht. Aber es gibt auch Zielgruppen, die für Neues grundsätzlich sehr aufgeschlossen sind und sich gerne als Trendsetter sehen. Diese zwei Pole sprechen wir an.

Glauben Sie, dass Sie den BMW i3 konventionell verkaufen können, oder brauchen Sie neue Vertriebsmodelle?

Wortmann: Ich glaube, eine konventionelle Herangehensweise würde BMW i nicht gerecht werden. Natürlich wird es auch Kunden geben, die ganz konventionell ihren BMW i kaufen möchten. Aber wir brauchen gesamtheitlich neue Methoden und Vermarktungsaktivitäten. Wir geben den BMW i nicht einfach in das normale Vertriebssystem, sondern schöpfen alle Innovationen auf diesem Gebiet aus.

Wie sieht das genau aus?

Wortmann: Wir bieten dem Kunden zum Beispiel an, sich als Käufer des BMW i3 für eine bestimmte Anzahl an Tagen etwa einen Fünfer Touring leihen zu können, wenn er mehr Platz und Reichweite braucht. Es wird also ein maßgeschneidertes Mobilitätskonzept für unsere BMW i-Kunden geben. Aber der i3 bleibt ein Fahrzeug für die breite Masse und ist kein Nischenprodukt. Wir reden hier nicht über eine Limited Edition.

Brauchen Sie ein Car-Sharing-Programm?

Wortmann: Wir haben ja Drive Now mit über 130.000 registrierten Kunden. Das läuft hervorragend und wird von uns weiter ausgebaut. Es ist ein profitables Geschäftsfeld, wo wir neben BMW X1, BMW Einser-Modellen und Mini zurzeit auch den rein elektrisch angetriebenen BMW Active E einsetzen. Zukünftig werden wir aber auch den BMW i3 in diesem Car-Sharing-Modell anbieten.

Ist die i-Initiative für Deutschland oder weltweit ausgelegt?

Wortmann: 2007 haben wir im Rahmen des Project i weltweit sehr genau analysiert, wie die Verkehrsströme funktionieren, wie sich Megacitys entwickeln und wie wir die individuelle Mobilität aufrechterhalten können, auch wenn es in den Städten immer mehr Staus gibt. Das war wiederum die Grundlage für die Entwicklung der neue Marke BMW i, deren erstes Serienmodell, der BMW i3, noch Ende des Jahres auf den Markt kommt.

Braucht die Marke BMW noch weitere Mobilitätskonzepte?

Wortmann: Es geht grundsätzlich darum, neue Mobilitätskonzepte zu entwickeln, das können alle möglichen Dinge sein. Wir denken da in alle Richtungen.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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