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BMW-Motoren

Turbolenzen

Foto: BMW 11 Bilder

BMW kehrt zum aufgeladenen Benziner zurück. Der neue Sechszylinder Biturbo leistet als Direkteinspritzer 300 PS und 400 Newtonmeter.

17.03.2006

Der Leistungsdruck lässt nicht nach. Zwar bietet BMW in der volumenstarken Mittelklasse den sportlichsten und spezifisch leistungsfähigsten Sechszylinder, aber die Konkurrenz kontert: Audi mit einem V8 im A4, Mercedes mit größerem Hubraum in der C-Klasse. Doch der Dreiliter-Reihensechser von BMW ist mit seinem Hubvolumen und mit der Leistung als Saugmotor am Ende.

Gleich zwei Turbolader eröffnen hier ganz neue Perspektiven

Jeweils drei Zylinder versorgen sie über schwingungstechnisch abgestimmte Fächerkrümmer mit Abgas, so dass außer dem Druckgefälle auch die Gasdynamik zur Wirkung kommen kann. Aggregate-Chef Klaus Borgmann verspricht ein Fahren ohne spürbares Turboloch, wozu auch die relativ kleinen Mitsubishi-Turbolader und eine speziell abgestimmte Ventilsteuerung durch Doppel-Vanos beitragen. Die vollvariable Valvetronic kommt beim Biturbo nicht zum Einsatz.

Ein Grund ist die strahlgeführte Benzin-Direkteinspritzung der zweiten Generation, die BMW hier erstmals bei einem Volumenmotor einsetzt. Diese
bietet schon einen Teil der Valvetronic-Vorteile. Die Gemischaufbereitung findet direkt im Brennraum statt, wobei der Kraftstoff zentral von oben kegelförmig eingespritzt wird. Die hierzu benutzten Zentral-Injektoren stammen von Siemens und verfügen über moderne Piezotechnik.

Auch ohne Magerstufe mit Lambda gleich eins verspricht die Direkteinspritzung so Verbrauchsvorteile. Das Verdichtungsverhältnis kann höher gewählt werden und beträgt in diesem Fall 10,2:1, recht viel für einen aufgeladenen Motor. Außerdem ist eine Späteinspritzung in die Auspuffphase möglich, was das Ansprechverhalten der beiden Turbos weiter verbessert.

Ziel war laut Borgmann, die Leistungscharakteristik und Dynamik eines Vierliter-V8-Motors darzustellen. Die Zahlenwerte stimmen hoffnungsvoll: Schon bei 1.300/min wird das Drehmoment-Maximum von 400 Nm erreicht und bis 5.000/min, begrenzt wegen des Getriebes, beibehalten. Die dabei auftretenden hohen Zünddrücke bewogen BMW, statt des innovativen Magnesiumverbund-Kurbelgehäuses einen konventionellen Alublock einzusetzen. Auch die Bohrung wurde aus Stabilitätsgründen reduziert (84 statt
85 mm) und über längeren Hub (89,6 statt 88 mm) kompensiert. Seine Höchstleistung von 300 PS erreicht der Biturbo bei 5.800/min, gedreht werden darf bis 7.000/min.

Der neue BMW-Motor ist also kein Verbrauchskonzept, obwohl sich in der Praxis Vorteile durch die längere Übersetzung und das hohe Drehmoment bei niedrigen Touren automatisch ergeben werden. Hauptziel war, im Leistungswettbewerb nicht zurückzufallen. Und das ist gelungen.

Der Biturbo passt sowohl in den Dreier als auch in den Einser. Der Ersteinsatz ist jedoch Mitte des Jahres im neuen Dreier-Coupé geplant. Im Münchener Raum zerstreuen nur schwach getarnte Prototypen mit zweiflutigen Auspuffanlagen zurzeit letzte Zweifel.

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