BMW X3 gegen X5: Brüder zur Wonne

Status oder Dynamik? Die beiden SUV-Brüder BMW X3 3.0si und X5 3.0si mit dem gleichen 272 PS starken Dreiliter-Sechszylinder wetteifern mit unterschiedlichen Argumenten um die Führung im Haus.

Es sind exakt 8.630 Euro, die zwischen einem BMW X5 und einem X3 mit dem 272 PS starken Reihen-Sechszylinder-Benziner liegen. Eine Sechsgang-Automatik sowie eine Klimaautomatik sind beim X5 bereits Serie, während diese Annehmlichkeiten beim kleinen Bruder 2.710 Euro extra verlangen. So schrumpft der Preisvorteil des X3 zwar beträchtlich, doch die verbleibende Differenz reicht immer noch für eine Lederausstattung, Bi-Xenon-Licht und ein kleines Navigationssystem.

Im Innenraum macht sich zunächst der sichtbar noblere Eindruck und das vor allem in der Breite größere Platzangebot des X5 bemerkbar. Bis auf die phlegmatische Reaktion auf Navigationseingaben surft es sich mit dem i-Drive im X5 auch merklich eleganter durch die Funktionen als mit dem vor allem grafisch antiquierter wirkenden Infotainmentsystem im X3.

"Ich-sitz-weiter-oben"-Gefühl

Beide bieten ihren Fahrern dieses angenehme "Ich-sitz-weiter-oben"-Gefühl. Der Große schluckt 140 Liter mehr Gepäck, hat eine zweigeteilte Heckklappe und lässt sich bei Bedarf sogar zum Siebensitzer aufrüsten. Mit deutlich über 1.500 Liter maximalem Kofferraum sind beide gut gerüstet für eine ausgiebige Möbelpaketschlacht. Anhängerbesitzer wird jedoch mehr interessieren, dass der X5 bis zu 700 Kilogramm (maximal 2,7 Tonnen) mehr im Schlepptau ziehen darf.

Doch beim Fahren merkt man ihm schon auf den ersten Metern seinen Karosseriespeck an. Obwohl immer noch quirliger und fahraktiver als der große Rest der Soft-Offroader-Garde, muss er sich dem erstaunlich agilen X3 bedingungslos beugen. Der X3 vermag es mit Leichtigkeit, seinem Fahrer ein unbeschwertes und unverkrampftes Fahrgefühl zu vermitteln. Und wer in der Stadt zügig einparken will, wird sich über seinen kleineren Wendekreis ebenso freuen. Mittelschwere Geländepassagen meistern beide mit ihrem x-Drive-Antrieb mit variabler Längskraftzuweisung über eine Lamellenkupplung recht problemlos. Beim Bremsen braucht der X3 aber deutlich länger bis zum Stillstand.

Die Entscheidung ist knapp

Dafür findet der Dreiliter-Motor im X3 den deutlich athletischeren Spielgefährten. Es jagt den 1,9-Tonner in 7,9 Sekunden von null auf 100 km/h. Im X5 bremsen hingegen die gut sieben Zentner Mehrgewicht den Schub erheblich. Wenn der X3 nicht bei 210 km/h abgeregelt wäre, hätte sein großer Bruder (225 km/h) keine Chance. Der niedrigere Spritverbrauch sowie die günstigeren Unterhaltskosten lassen das Pendel schlussendlich für den X3 ausschlagen. Eine trockene Vernunftentscheidung, denn an den Stil und die luxuriöse Ausstrahlung des großen Bruders X5 kommt der Kleine nicht heran.

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