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Chevrolet Camaro im Innenraumcheck

Nicht nur der Motor überzeugt

Chevrolet Camaro Foto: Thomas Gerhardt 40 Bilder

Chevrolet bietet den Camaro mit 432-PS-V8 für knapp 40.000 Euro an. Und wo ist der Haken? Gibt es überhaupt einen? Wir haben ihn im Innenraum gesucht.

22.06.2013 Thomas Gerhardt

Ja, richtig gelesen. Der Chevrolet Camaro ist als Coupé in Deutschland für exakt 39.900 Euro zu kaufen. Dafür kommt das US-Musclecar mit dem 432 PS starken 6,2-Liter-V8, manuellem Sechsgang-Getriebe und – als Sahnehäubchen obendrauf – üppig ausgestattet. Lediglich ein Schiebedach, die zweifarbige Lederausstattung, Metallic-Lackierung und Rallye-Streifen stehen als Sonderposten auf der Ausstattungsliste und könnten den Basispreis noch um ein paar Extra-Euro erhöhen.

Einstieg und Sitzkomfort

Angesichts der geringen Fahrzeughöhe von gerade einmal 1,36 Metern müssen sich Passagiere natürlich kräftig ducken, um den Chevrolet Camaro zu entern und anschließend auf die tief positionierten Sitze zu, na, sagen wir fallen. Dort angekommen gibt es am Komfort aber nichts mehr zu meckern. Die Bestuhlung ist angenehm gepolstert und körpergerecht ausgeformt, soll heißen die beiden Seitenwangen nehmen Fahrer und Beifahrer nicht so arg in die Zange wie in einem waschechten Sportwagen, aber eben ausreichend genug, um auch beim wilden Ritt noch fest im Sattel zu sitzen. Das Leder ist in den Mittelbahnen perforiert und sauber verarbeitet, die elektrische Verstellfunktion rückt den Sitz einigermaßen schnell in die gewünschte Position. Großgewachsenen kommt eventuell das Dach etwas zu nah, aber das ist eben bauartbedingt.

Materialauswahl und Verarbeitung im Chevrolet Camaro

Geht es um diese beiden Kriterien, kommen amerikanische Autos bei europäischen Käufern im Allgemeinen ja nicht so gut weg. Im Chevrolet Camaro lässt sich auf den ersten und zweiten Blick nicht viel Negatives finden. Die Materialauswahl und Verarbeitung im Camaro-Interieur entspricht dem hiesiger Kompaktmodelle, was in Anbetracht des Preis-Leistungs-Verhältnisses (wobei mit Leistung vor allem die des Motors gemeint ist) völlig in Ordnung geht. Neben den belederten Sitzen sind auch der Lenkradkranz, die Armauflagen, der Schaltknauf und Teile des Armaturenträgers mit Leder bezogen. Ansonsten bestimmt Kunststoff das Cockpit. Auch wenn das hier und dort etwas billig wirkt (zum Beispiel um die Lüftungsdüsen), die Verarbeitung stimmt. Ein Knacken oder Knarzen war nicht festzustellen und auch Spaltmaß-Fetischisten werden intensiv suchen müssen, um etwas zum Nörgeln zu finden.

Design und Ergonomie im Camaro-Innenraum

Von außen ist es gut zu sehen: mit dem aktuellen Camaro greift Chevrolet das Design des klassischen Ponycars von 1969 wieder auf. Die Retro-Elemete setzen sich auch im Innenraum fort, zum Beispiel an den eckigen Instrumenten, die vom Fahrer trotz der dicken Rahmen gut abzulesen sind. Zusätzlich informiert auch noch ein Head-Up-Display über die gefahrene Geschwindigkeit. Weniger gut abzulesen, aber trotzdem ein Hingucker, sind die 4 Zusatzinstrumente für Öldruck und Co. im unteren Teil der Mittelkonsole. Im Alltag wichtigere Elemente wie die elektrischen Fensterheber, Klimaregler oder die Radiosteuerung sind hingegen sinnvoll platziert und intuitiv zu finden.

Bedienbarkeit der Technik

Nun, viel zu bedienen gibt es eigentlich gar nicht. Das Radio in der Mittelkonsole kann über die an den Seiten angeordneten Bedienflächen, die beiden Drehregler, direkt über den berührungsempfindlichen 7-Zoll-Bildschirm oder auch über das Multifunktionslenkrad bedient werden, was die Sache manchmal komplizierter macht, als sie eigentlich ist. Auch die Menüs sind ein wenig zu verschachtelt. Klimaeinstellungen werden über große Drehregler gewählt und zusätzlich im Display grafisch dargestellt. Das war es dann auch schon, denn auf weitere  Assistenzsysteme, eine Navigationsfunktion oder ähnliches hat Chevrolet im Camaro verzichtet.

Raum- und Ablagenangebot im Chevrolet Camaro

Auf 4,84 Metern Länge, 1,92 Metern Breite und einem Radstand von 2,85 Meter sollten sich eigentlich üppige Platzverhältnisse realisieren lassen. Aber: Als Musclecar legt der Chevrolet Camaro seinen Fokus natürlich auf Sportlichkeit und ein dynamisches Design. Daher geht es im Innenraum auch etwas enger zu. Wie bereits erwähnt rückt Großgewachsenen Fahrern das Dach auf die Pelle. Ein Zustand, der sich in der zweiten Sitzreihe noch verschärft. Auch mit einem üppigen Ablagenangebot kann (und will) der Camaro nicht glänzen. Zwar ist der Kofferraum mit einem Volumen von 384 Litern nicht gerade klein, doch die Fächer in den Türen und der Mittelkonsole bieten nur Platz für Kleinkram. Immerhin; das Handschuhfach ist so groß wie in jedem anderen Auto auch.

Unsere Kollegen von Motor Klassik haben den Camaro-Klassiker von 1969 genauer unter die Lupe genommen.

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