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Concorde Liner Plus 940 M im Innenraum-Check

Single-Tür und Staufächer-Orgie

Innenraum-Check Concorde Liner Plus 940 M Foto: dde/tge 68 Bilder

Ab und zu strandet mal ein Walfisch an der Küste. Oder eben ein Concorde Liner Plus 940 M vor dem Redaktionshaus. Die Kollegen von promobil überließen uns den Riesen für einen Innenraum-Check.

14.11.2012 Dina Dervisevic

9,48 Meter lang, 2,49 Meter breit und 3,59 Meter hoch. Das sind die Maße dieses Ungetüms, das sich in einen überdachten Stellplatz, nahe dem Redaktionshaus zwängt. Eigentlich ein Testfahrzeug unseres Schwestermagazins promobil, doch die Kollegen waren so nett, uns die Tür zum Concorde Liner Plus 940 M für einen Innenraum-Check zu öffnen. Ja, richtig gelesen: Tür, Singular. Dieses riesige Fahrzeug ist nur über eine einzige Luke zu entern, die sich rechts an der vorderen Hälfte befindet. Schlüsselloser Zugang? Ah ja, kennen wir. Doch dann erscheint ein Ziffernfeld auf der Tür und wir müssen einen Zugangscode eingeben. Das ist neu. Wwwwwww – ein ausfahrbares Treppchen zum Einstieg ebenfalls.

Wir betreten den Concorde Liner Plus 940 M fast ehrfürchtig und stehen erst einmal im Dunkeln – bis wir uns trauen sämtliche Lichtschalter zu drücken, Rollos hoch zu schieben und Jalousien elektrisch hochfahren zu lassen. Nach und nach kommt Licht ins Dunkel. Nachdem wir erst einmal ziel- und fassungslos umherirren, beschließen wir, methodischer vorzugehen und vorn anzufangen.

Ja, wo ist denn das Knöpfchen, wo isses denn?

Kollege Gerhardt nimmt auf dem Fahrersitz Platz – ein luftgefederter Schwingsitz mit Lordosenstütze und Sitzheizung. Fühlt sich äußerst komfortabel an, nur der Weg zum Lenkrad stimmt noch nicht. Die Umgebung wird nach Tasten und Verstellhebeln abgesucht, doch auch nach mehreren Minuten ist immer noch nicht klar: Können wir den Sitz verstellen, oder das Lenkrad? Und wenn nein, wie... was... hä? Allgemeine Verwirrung. Wir greifen zur Betriebsanleitung, der wir entnehmen, dass das Lenkrad in Höhe und Neigung verstellbar sein soll. Das in der Skizze gezeigte Knöpfchen am Fahrersitz finden wir aber immer noch nicht. Das gibt’s doch nicht! Ah, da, im Fußraum links vor dem Fahrersitz entdecken wir einen kleinen, schwarzen Knopf. Der Kollege setzt seinen Fuß darauf und kann endlich das Lenkrad zu sich ziehen. Jetzt kann’s losgehen.

Nein, natürlich nicht, denn für den bis zu über zwölf Tonnen schweren Concorde Liner Plus 940 M besitzt nämlich keiner von uns die benötigte Fahrerlaubnis. Und auch keine Kenntnis darüber, was es mit den unzähligen beleuchteten Elementen im Cockpit auf sich hat. Die sind allerdings ein paar Sekunden nach Zündungsstart sowieso wieder verschwunden. Was bleibt, ist der unscharfe Bildschirm des Bordcomputers zwischen Tacho und Drehzahlanzeige.

Wo wir gerade beim Thema Bildschirm sind: Sonnengeschützt eingerahmt, sitzt mittig auf dem Armaturenbrett ein kleiner Touchscreen, den es in Verbindung mit dem Navigationssystem, Lkw-Software, Rückfahrkamera und Bluetooth-Freisprecheinrichtung für 2.590 Euro gibt. Er reagiert zuverlässig auf Fingertippen, und auch der MP3-Player wird sofort erkannt und als Audioquelle genutzt.

Endlos Staufächer im Concorde Liner Plus 940 M

Wir widmen uns den Staufächern – eine schier endlose Mission im Concorde Liner Plus 940 M: Jeweils auf der Fensterseite der beiden Vordersitze befindet sich unter einer Holzklappe ein tiefes, aber schmales Staufach, am unteren Ende der großen Mittelkonsole lässt sich ein Element ausziehen, das in vier Fächer unterteilt ist, darüber sind zwei Getränkehalter und eine kleine Ablage untergebracht. Seitlich an der Konsole ist in den offenen, großzügig bemessenen Fächern ebenfalls noch Platz für allerlei Kram, den Reisende im Cockpit unterbringen möchten. Und das klimatisierte Handschuhfach ist eigentlich gar keines – es ist ein Handtaschenfach.

Noch großzügiger geht es im Wohnraum weiter. Über den Fenstern sind ringsherum verschließbare Staufächer – nein, pardon – Schränke untergebracht. Neben der Eingangstür befindet sich die beleuchtete Vitrine für Gläser, unter der Küchenzeile stehen Schubladen und Schränke bereit und gegenüber verschluckt ein hoher Kleiderschrank die Garderobe. Wer nicht gerade mit seinem kompletten Hausstand verreisen möchte, sollte im Concorde Liner Plus 940 M keine Probleme haben, Ordnung zu halten. Obwohl... wenn der Hausstand nicht allzu umfangreich ist, sollte sogar das möglich sein.

Abhängig ist das auch von der Anzahl der mitreisenden Personen. Mal abgesehen von den beiden Plätzen in der ersten Reihe, gibt es je nach Ausstattungsvariante noch einen oder zwei weitere Sitzplätze mit Dreipunktsicherheitsgurt. Dafür nehmen die Fahrgäste im Wohnbereich in Fahrtrichtung auf dem Sofa Platz. Und wo sollen die Sicherheitsgurte sein? Wir reißen die Lehne ab (Klettverschluss) und fummeln einen Gurt raus, boxen die Lehne wieder zurecht (mit Schmackes) und treffen schließlich das Gurtschloss (mit Geschick und der ein oder anderen Verrenkung), das immer wieder unter der dick gepolsterten Lehne wegrutscht. Wir wären dann soweit, es kann losgehen. Ach ne, da war ja die Sache mit der fehlenden Fahrerlaubnis...

Schlafzimmer oder optionales Hubbett, oder beides?

Nun denn, stellen wir uns vor, das Urlaubsziel ist schon erreicht und vier Reisende hundemüde. Wer in der (familiären) Hierarchie höher steht, verzieht sich wohl ins Schlafzimmer im Heck auf 2,0 x 1,57 Meter Liegefläche. Die anderen, in der Hierarchie tiefer angesiedelt, schlafen dafür höher – und zwar im optionalen Hubbett, das seine Fläche von 2,08 auf 1,44 Meter auf Wunsch elektrisch absinken lässt. Durch zwei schwere Schiebetüren, wird für ein Minimum an Privatsphäre gesorgt: Damit wird der Wohn- vom Badbereich und der Badbereich vom Schlafzimmer im Heck getrennt.

Die geöffneten Türen werden mit Lederriemen und Druckknopfverschluss in den Zwischenwänden gehalten. Wer des Nachts den Waschraum aufsucht, stört eher diejenigen, die im direkt angrenzenden Schlafbereich liegen, als die, denen das weiter entfernte Hubbett zugeteilt wurde. Und Krachpotenzial gibt es im Bad des Concorde Liner Plus 940 M genug: Schränke und Spiegelschränke, deren Türen sich zuknallen lassen, Wasser- und Duschhähne, die aufgedreht werden können und natürlich die Toilettenspülung. Die im Heck Ruhenden können sich bei der Hubbett-Fraktion wiederrum revanchieren, indem sie bei nachtschlafender Zeit eine Pizza aus dem Tiefkühlfach holen, den Backofen anschmeißen, laut den knusprigen Boden kauen und danach die Spülmaschine (1.030 Euro Aufpreis) laufen lassen oder das Geschirr von Hand spülen (Serie).

Garage für Smart, Toyota IQ, Fiat 500 oder Mini

Die nächsten Nächte muss die Hubbett-Fraktion wahrscheinlich aufs mitgeführte Zelt-Equipment zurückgreifen – und das darf umfangreich ausfallen. Denn vier große Staufächer, sind beim Concorde Liner Plus 940 M von außen zugänglich. Eines davon geht über die gesamte Fahrzeugbreite und ist von beiden Seiten durch abschließbare Klappen zu öffnen. Zwei weitere Stauräume verlaufen seitlich und bieten sogar kleinen bis mittelgroßen blinden Passagieren Platz. Das größte Fach verbirgt sich aber im Heck unter dem Schlafraum. Ein Smart passt nicht rein, aber sonst fast alles.

Wer seinen eigenen Kleinwagen mitkutschieren möchte, kann entweder auf den Concorde Liner Plus 940 G mit Smart-Garage (ab 252.700 Euro), den Concorde Liner Plus 990 IQ mit Toyota IQ-Garage (ab 255.800 Euro), den Concorde Liner Plus 1130 GMAX mit Fiat 500-Garage (ab 273.500 Euro) oder den Concorde Liner Plus 1150 GMINI mit Mini-Garage (ab 279.700 Euro). Der Concorde Liner Plus 940 M, den wir für den Innenraum-Check entern durften, kostet ab 217.300 Euro (Iveco-Basisfahrzeug) oder ab 223.500 Euro (MAN-Basisfahrzeug).

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