Crashtest Kindersitze: Immer auf die Kleinen

Sicher wollen alle Kindersitze sein. Aber sind sie es auch? In unserem Crashtest, der in Zusammenarbeit mit dem TÜV Süd durchgeführt wurde, stellen sich vier Babyschalen der Gruppe 0+ und vier Kleinkind-Sitze der Gruppe 1. Mit teilweise erschreckendem Ergebnis.

Es ist erschütternd, aber seit Jahren ändert sich nichts. Über 60 Prozent des Nachwuchses fahren entweder im falschen Kindersitz herum, sind gar nicht angeschnallt – oder sie sind im korrekten Sitz unterwegs, der aber mangelhaft befestigt ist. Da verwundert es kaum, dass die Mehrzahl der im Straßenverkehr getöteten und schwer verletzten Kinder im Auto zu Schaden kommt (knapp 60 Prozent) und nicht etwa als Fußgänger (30 Prozent).

Dabei zeigt die Statistik auch, dass ein altersgerechter Kindersitz das Verletzungsrisiko enorm senken kann. Beispiel Babyschale: Säuglinge, die bei einem Unfall im Stadtverkehr vorschriftsmäßig in ihrer Schale liegen, erleiden fast nie schwere Blessuren. Aber 0+-Sitze haben einen Haken, denn man kann bei ihrem Einbau allerhand falsch machen. Hat das Auto einen Beifahrer-Airbag, der sich nicht abschalten lässt, ist der Beifahrersitz selbstverständlich tabu. Oft bleibt also nur die Rückbank.

Bei zweitürigen Autos kann das allerdings dazu führen, dass sich der Sitz nur mit Mühe installieren lässt, weil der Gurt umständlich um den Sitz geschlungen werden muss und oft zu lose anliegt. Ein straff gesicherter Kindersitz bietet aber deutlich mehr Schutz, wie die Ergebnisse des auto motor und sport-Kindersitz- Crashtests zeigen. Auf der Crashbahn des TÜV SÜD kamen drei Babyschalen mit Isofix-Unterkonstruktion zum Einsatz, die den Kindersitz fast so fest an die Karosserie anbindet, als wäre er dort festgeschraubt. Die Plattform hakt sich an Metallösen am Auto ein, dann wird der Sitz draufgeklickt – quasi wie ein Skischuh in die Bindung. Sicher, die Plattformen verteuern den Sitz um etwa 90 Euro und sind alle mehr oder weniger unhandlich, aber sie müssen in der Regel auch nur sehr selten aus dem Auto ausgebaut werden. Ihr großer Vorteil ist, dass sie bei jedem Einbau der Babyschale die Gefahr eines Montagefehlers auf ein Minimum vermindern – Gurtwurstelei ade. In der Wirkung sind alle drei Konstruktionen ähnlich, in der Praxis gibt es dennoch Unterschiede.

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Christian Bangemann

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