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Audi A8: Technik-Highlights des neuen Flaggschiffs

Der neue Audi A8 hatte technisch einiges aufzuholen. Nachdem sich das Flaggschiff sieben Jahre nicht wesentlich verändert hat, setzt Audi jetzt noch konsequenter als seine Konkurrenten auf die Möglichkeiten der Vernetzung. Ist er jetzt der Technik-Maßstab seiner Klasse?

Sieben Jahre lang hat Audi den A8 nicht wesentlich verändert. Trotzdem wirkt das Design auch heute noch zeitlos und attraktiv. An ihm lag es also kaum, dass das Audi- Flaggschiff bei den Verkaufszahlen nicht mehr mit BMW 7er und Mercedes S-Klasse mithalten konnte. Es war vor allem der Rückstand bei der Technik. Während die beiden süddeutschen Konkurrenten 2009 im Zuge der Neuvorstellung und eines Facelifts ein Technik-Feuerwerk abbrannten, ruhte sich der Audi A8 weiter auf den Lorbeeren früherer Tage aus. Doch der Nachholbedarf reichte von Klein bis Groß. Diese Lücken soll der Neue jetzt auf einen Schlag schließen. Klappt das?

Neues Touchpad im Audi A8

Während der Vorgänger im Infotainmentbereich noch bis zum Schluss tapfer mithielt, konnte die Bedienung mit den blickungünstig weit hinten liegenden Tasten auf dem Mitteltunnel nicht mehr ganz überzeugen. Daher sitzt die Tasteneinheit mit dem neuen, schlanker gewordenen Drehdrücksteller jetzt vor dem Automatikhebel. Die Funktionen sind nun klarer gruppiert - speziell die Amerikaner wollten eine eigene Radioabteilung - und durch eindeutige Formgebung der Tasten auch blind zu erfühlen. Zudem gibt es in den höheren Ausstattungsstufen ein absolutes Novum: das Touchpad. Laut Audi-Studien ermöglicht es deutlich ablenkungsfreiere Eingaben während der Fahrt als Drehdrücksteller und Touchscreen. Der Hauptgrund indes ist eher östlicher Natur: Endlich können die Chinesen ihre unzähligen Schriftzeichen direkt mit der Fingerkuppe ins System einmalen.

Der Audi A8 zieht bei den Internetfunktionen am BMW 7er vorbei

Gleichzeitig ließ Audi-Elektronik-Chef Ricky Hudi die Technik gründlich modernisieren. Die derzeit exklusive Zusammenarbeit mit dem Video-Giganten Nvidia und Google katapultiert den neuen Audi A8 an die Spitze der optischen Darstellung. Stilisierte Karten sind damit passé, ab Mitte 2010 kommt extrem detailreiche und realitätsgetreue Google-Earth-Grafik ins Auto. Dafür nutzt der Audi A8 die Basis-Navigationsdaten auf der CD und kombiniert sie mit den per schneller Mobilfunktechnik UMTS (GPRS/EDGE) geladenen Satelliten-Bildern. Gleichzeitig liefert der Routenführer wichtige Streckeninfos für die Assistenz-, Licht- und Sicherheitssysteme. Nebenbei zieht der große Audi dann auch bei den Internetfunktionen am BMW 7er vorbei und bietet clevere eigene Dienste wie zum Beispiel ein toll umgesetztes Wetter-Radar und exklusiv den Online-Zugriff auf die gigantisch große Sonderzielsuche über Google maps.

Das Bang und Olufsen-System des Audi A8 leistet 1.400 Watt aus 19 Kanälen

Fleißige i-phone-Nutzer dürfen sich zudem über die Darstellung der CD-Cover freuen. Mit dem Touchpad lässt sich dann wie auf dem Apple-Kulttelefon durch die Sammlung blättern. Glücklicherweise ist Audi nicht der Versuchung erlegen, ein kunterbuntes Mäusekino aus den Menüs zu machen. Im Gegenteil: Der neue, tiefschwarze Acht-Zoll-Monitor zeigt eine ruhige und gestochen scharfe Grafik. Im Audio-Bereich gab es ebenfalls einiges zu tun. Das alte Bose-Soundsystem krankte in den Höhen an fehlenden Hochtönern. Beim neuen System strahlen sie endlich wieder. Das Topsystem kommt wie gehabt von Bang und Olufsen. Es bleibt bei den aus dem Armaturenbrett ausfahrenden Hochtönern, jedoch schieben jetzt 1.400 Watt aus 19 Kanälen.

Aufprallschutzsystem jetzt auch für den Audi A8

Den größten Nachholbedarf gab es indes bei der Fahrerassistenz. Ironischerweise hatte der Audi A8 zuletzt das älteste und technisch schlechteste Abstandsregeltempomat- System bei Audi. Die neue Adaptive Cruise Control (kurz ACC) beherrscht nun auch Stop & go-Verkehr wie der BMW 7er und die Mercedes S-Klasse. Dafür nutzt sie zwei 77-Gigahertz- Fernbereichs-Radare, die weit außen erkennungsgünstig an der Karosseriefront sitzen, sowie eine Kamera in der Frontscheibe. Endlich bietet der Audi A8 damit auch "pre sense" an, das Pendant zum Mercedes Pre-Safe-System. In drei Ausbaustufen (basic, rear und plus) erkennt das System einen drohenden Unfall und leitet Sicherheitsmaßnahmen ein. Ähnlich wie bei Mercedes arbeitet es mit einer dreistufigen Bremsstrategie, die ganz am Schluss sogar zur autonomen Vollbremsung (halbe Sekunde vor dem Aufprall) führt. Bis zu 40 km/h soll dadurch die Aufprallgeschwindigkeit verringert werden. Jedoch erkennt das Audi-System immer noch keine stehenden Objekte - da sind Volvo, Lexus und Mercedes weiterhin vorne.

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Das Audi A8-Nachtsichtgerät erkennt Lebewesen auf 300 Meter Entfernung

Zwei weitere bisherige Fremdwörter der Assistenzabteilung füllen künftig das Audi A8-Datenblatt: erweiterte Nachtsicht und Tempolimit-Erkennung. Bei seinem Nachtsichtsystem setzt Audi wie BMW auf eine recht teure Infrarot- Wärmebildkamera. Sie eignet sich besonders gut, um Fußgänger zu erkennen. Die Darstellung erfolgt im großen Zentraldisplay zwischen den Instrumenten. Das System schaut bis zu 300 Meter weit und erkennt dabei selbstständig, ob sich ein Lebewesen im Gefahrenbereich auf der Straße befindet. Je nachdem, wie akut die Situation ist, wird es dann gelb oder rot (besonders gefährlich) eingefärbt.

Für den neuen Audi A8 gibt es auf Wunsch die Voll-LED-Lösung

In der Basis geht der Audi A8 mit einer Bi-Xenon-Lichtanlage an den Start. Mittels des so genannten Adaptive Light System wird ihre Leuchtwirkung für Stadt, Landstraßen, Autobahnen und auch Kreuzungen optimiert. Bei Letzteren werden zum Beispiel auch die Daten des Navigationssystems genutzt, um die Kreuzung frühzeitig breit auszuleuchten. Mit der gleitenden Leuchtweitenregulierung passt sich der Lichtkegel fließend dem entgegenkommenden Verkehr an. Einzigartig ist: Das ganze Adaptive-Light-Paket gibt es auch als optisch eindrucksvolle Voll-LED-Lösung. Die Leuchtdioden sollen wartungsfrei und besonders effizient sein. Zudem verspricht Audi sehr geringe Blendwirkung.

Hybrid-Technik und Start-Stopp-System fehlen dem Audi A8

Bei der Vernetzung hauptsächlich im Fahrwerks- und Getriebebereich nutzt Audi nach BMW jetzt ebenfalls den Flex-ray-Datenbus. Er arbeitet zuverlässiger und 20 Mal schneller als der weiterhin genutzte CAN-Bus. So können die weiterentwickelte Luftfederung, der komplett neukonstruierte Achtgang-Automat und das Sportdifferenzial mit Kraftverteilung quer der Hinterachse (wie beim Audi A4 ) noch präziser mit Daten versorgt werden. In einigen Bereichen liegt der neue Audi A8 also vorne (Infotainment, Licht), in anderen ist er zumindest mit bei der Musik (Getriebe, Fahrwerk). Allerdings fehlen im Antriebsbereich noch dringend zwei wichtige Technologien: Hybrid und Start-Stopp.

Alexander Bloch

Foto

Audi

Datum

18. Januar 2010
Dieser Artikel stammt aus Heft auto motor und sport 02/2010.
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