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Doppelkupplungsgetriebe von ZF

Schaltmeister

Foto: ZF

Auf der IAA präsentierte ZF den Prototyp eines Siebengang- Doppelkupplungs-Getriebes für Autos mit Frontmotor und Heckantrieb. Maximal kann es das Getriebe mit 500 Newtonmeter Drehmoment aufnehmen.

28.09.2005

Was sich anhört wie der Name eines Roboters aus einer neuen Star Wars-Episode - 7 DCT 50 -, ist in Wahrheit die Bezeichnung für das neue Doppelkupplungs-Getriebe der Zahnradfabrik Friedrichshafen, kurz ZF. Vermutlich ist das Getriebe sogar intelligenter als die Blech-Kameraden. Denn es muss sieben Gänge schalten, zwei Kupplungen koordinieren und nebenbei noch 500 Newtonmeter Drehmoment aushalten. Damit wäre dann auch schon der Name erklärt: Die "7" steht für die Anzahl der Gänge, DCT für Double Clutch Transmission und die "50“ für das zulässige Drehmoment.

Aber nicht nur die Kupplungen sind doppelt vorhanden, sondern im Prinzip gibt es auch zwei Getriebe. Der Clou bei einem Doppelkupplungs-Getriebe ist, dass der Kraftfluss vom Motor immer nur über eine Kupplung und ein Teilgetriebe läuft, während der nächste Gang im zweiten Teilgetriebe bereits eingelegt ist. Beim Gangwechsel wird also gar nicht mehr geschaltet, sondern nur noch die eine Kupplung geöffnet und die andere gleichzeitig geschlossen. So erfolgt der Übersetzungswechsel vollkommen ruckfrei und ohne Zugkraftunterbrechung an den Antriebsrädern.

ZF verwendet ein im Ölbad laufendes Doppelkupplungsmodul, um die bei den hohen Motor-Drehmomenten während des Anfahrens und der Schlupfphasen auftretende Wärme über das Öl und einen Ölkühler besser ableiten zu können. Außerdem erfolgt die Betätigung der Kupplungen sowie der Schaltstangen für die Gangwechsel hydraulisch. Den Öldruck liefert eine Ölpumpe, wie sie im Prinzip von Wandlerautomaten bekannt ist, die aber etwas kleiner dimensioniert werden kann. Auch bei der hydraulischen Steuereinheit nutzt ZF das Know-how aus der Automatikgetriebe-Herstellung. Die Hydraulik hat zwar einen gewissen Bedarf an Hilfsenergie, der ist aber niedriger als bei einem Wandlerautomaten, der ähnlich guten Schaltkomfort bietet.

Zwei weitere Vorteile hat das neue ZF-Getriebe gegenüber konventionellen Automatikgetrieben: zum einen die hohe Drehzahlfestigkeit bis 9.000/min - wichtig für den Einsatz in Sportwagen. Andererseits besteht in Verbindung mit Dieselmotoren die Möglichkeit, die Anfahrkupplung erst dann zu schließen, wenn das Turboloch bereits überwunden ist. Das erledigt 7 DCT 50 dann ganz von allein - wie ein Roboter.

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