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ESP Plus

Schleuderschutz mit Zusatzfunktionen

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Der elektronische Schleuderschutz ESP wartet vielfach mit Zusatzfunktionen auf, sie sollen die Sicherheit noch weiter verbessern.

29.10.2008 Klaus-Ulrich Blumenstock

Nach dem Antiblockiersystem (ABS) und der Antriebsschlupfregelung (ASR) war das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) der dritte Meilenstein, mit dem die Fahrsicherheit entscheidend verbessert werden konnte. ESP nutzt radindividuelles Bremsen, um Abweichen vom zuvor eingeschlagenen Kurs entgegenzuwirken. Herzstück dabei ist ein Rechner, der Sensorinformationen von Raddrehzahlen, Lenkradeinschlag und Drehbewegung um die Fahrzeughochachse (Gierwinkel) zusammenführt und daraus Abweichungen vom Sollkurs ermittelt.

Vernetzung mit Bordelektronik

Fast zwangsläufig wurde ESP mit dem stark gewachsenen Umfang der Bordelektronik in die Vernetzung ihrer Steuergeräte einbezogen. Mit diesem Zusammenwachsen und der Erweiterung über die ursprüngliche Funktion einer „Anti-Schleuderbremse“ hinaus hat sich inzwischen der Begriff ESP Plus etabliert. Eine Bezeichnung, die verschiedene Funktionen beschreibt.

Bosch verwendet diesen Begriff für ein optimiertes ESP-Aggregat mit leistungsfähigerer Hydraulikpumpe. Die kann schneller reagieren und die Reaktionszeit durch rechtzeitigen Aufbau des Bremsdrucks verkürzen. Entscheidend kann in Notbremssituationen sein, dass die Radarsensoren eines Adaptiven Abstandsregelsystems (ACC) ein Hindernis möglicherweise vor dem Fahrer erkennen. Durch vorsorgliches, leichtes Anlegen der Bremsen ohne Verzögerung kann damit die Bremsung schneller begonnen werden.

System bereitet Panikbremsung vor

Eine vergleichbare Notsituation signalisiert der Pedalsensor am E-Gas. Geht der Fahrer abrupt vom Pedal, erwartet das System eine Panikbremsung und bereitet sich darauf vor. Dieses leichte Anlegen der Bremsklötze macht eine weitere Zusatzfunktion, das Bremsscheiben-Wischen, möglich. Registriert ein Regensensor Nässe, kann das Entfernen eines Wasserfilms auf den Scheiben einer verzögerten Bremswirkung vorbeugen.

Weitere Eingriffsmöglichkeiten mit ESP Plus

• Ausgleich dynamischer Achslastschwankung bei hoher Beladung und radindividuelle Anpassung der Bremskraft (Load Adaptive Control, Bosch)
• Die Informationen des Drehratensensors können dazu genutzt werden, im Gespannbetrieb Pendelschwingungen frühzeitig zu erkennen und sie durch gezieltes Bremsen zu mildern (BMW, Mercedes, VW).
• ESP Plus nennt VW eine Funktion, die unterschiedliche Reibwerte zwischen rechts und links (µ-split) erkennt und dem Fahrer über die Servolenkung einen Gegenlenkimpuls gibt.
• Continental geht mit dem so genannten ESC II noch weiter. Beim ungewollten Abweichen vom Kurs greift das System über die elektromechanische Lenkhilfe aktiv ein, ohne dass dies der Fahrer am Lenkrad spürt.

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