Geländewagen SUV Reifentest: 255/55 R 18er auf Land und Sand

Geländewagen, Reifentest, Mercedes ML

Sommerreifen für SUV müssen in erster Linie auf der Straße bei Nässe und bei Trockenheit etwas taugen. Aber auch im Gelände dürfen sie nicht gleich kapitulieren.

Die Speed-Indizes der Testkandidaten verraten schon eines: Mit den Kennbuchstaben Y (bis 300 km/h; Bridgestone, Dunlop, Goodyear und Michelin) und W (bis 270 km/h; Continental, Pirelli und Vredestein) liegt diesen Gummis nichts ferner, als einen schweren Geländewagen durchs Geröll zu baggern.

Dies sind alles straßenorientierte Reifen, wie sie zur Standardausrüstung starker SUV gehören. Die getestete Dimension 255/55 R 18 W/Y findet sich auf vielen von ihnen. Nicht nur der als Testwagen dienende Mercedes ML und seine Brüder G und GL tragen sie, sondern etwa auch BMW X5, Mitsubishi Pajero, Kia Sorento, Porsche Cayenne, Range Rover Sport, Volvo XC 90 und VW Touareg.

Continental, Pirelli und Toyo im Gelände vorn

Wer solch ein Geländewagen hat, möchte natürlich nicht scheitern, wenn es keine Straße mehr gibt. Wichtigste Voraussetzung: Es ist trocken. Denn in glitschigem Matsch haben die feingliedrigen Straßenprofile nichts zu melden. Auf Schotter und Sand zeigen sie im Test gute Ergebnisse, wobei sich Continental, Pirelli und Toyo vom übrigen Feld absetzen. Die Differenzen sind allerdings nicht so groß, um eine Kaufentscheidung begründen zu können.

Unterschiede werden erst bedeutsam, wenn es auf nasse Straßen geht

Hier ist es das Bremsvermögen, das fürs Ranking wichtige Punkte liefert. Der beste Reifen (Dunlop) braucht bei einer Vollbremsung aus 100 km/h nur 52,1 Meter, der schlechteste (Toyo) bringt den Mercedes erst nach 59,7 Metern zum Stehen. Besonders angenehm sind auf Nässe Continental, Dunlop und Goodyear zu fahren, die das bei schweren SUV vorherrschende Untersteuern auf ein Minimum begrenzen und damit den Eindruck hoher Handlichkeit und Lenkpräzision erwecken.

Pirelli und Vredestein lassen den ML in Kurven stark über die Vorderachse nach außen schieben. Da nur durchweg renommierte Marken am Test teilnehmen, verwundert es nicht, dass es keinen wirklichen Verlierer gibt. Dafür drei Sieger – von denen zwei, Goodyear und Dunlop, noch aus demselben Haus stammen.

So wurde getestet

In jedem Kriterium erhält der jeweils beste Reifen die maximal mögliche Punktzahl. Ist der Testwert eines Reifens um 20 oder mehr Prozent schlechter als der des Spitzenreiters, gibt es null Punkte. Eine Ausnahme bilden Kriterien, die sich nicht oder nur teilweise auf der Basis eines Messwertes bepunkten lassen und bei denen die subjektive Beurteilung durch die Tester die entscheidende Rolle spielt: Fahrverhalten und Komfort. Beim Rollwiderstand, der im Testlabor auf der Trommel ermittelt wird, zählt der Rollwiderstandsbeiwert CR. Ein um zehn Prozent besserer CR reduziert den Verbrauch um 1,6 Prozent.

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Götz Leyrer

Autor:

auto motor und sport, Heft 10 / 2011

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