Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Gesund Geschrumpft

Downsizing - ein Konzept zur Verbrauchsreduzierung

Foto: Audi, Mercedes-Benz, BMW / PSA 3 Bilder

Downsizing lautet ein Rezept zur Verbrauchsreduzierung. Bei Mercedes und Audi laufen solche Motoren in Serie. BMW und VW folgen mit extremeren Varianten.

01.09.2005

Die europäischen Automobilhersteller stehen mit dem Rücken zur Wand. Bis 2008 sollen sie den CO2-Ausstoß quer durch ihre Modellpalette auf 140 Gramm im EU-Fahrzyklus gesenkt haben. Das bedeutet einen Durchschnittsverbrauch von 5,2 L/100 km für Diesel und 5,8 L/100 km für Ottomotoren.

Diese Werte zu erreichen fällt vor allem den deutschen Herstellern schwer, die im Vergleich zu anderen in der EU tätigen Marken überwiegend für die großen und hoch motorisierten Modelle zuständig sind. Bisher trugen Dieselmodelle die Hauptlast der Verbrauchsreduzierung. Da sich der Dieselanteil nur noch begrenzt steigern lässt, muss nun auch der Ottomotor seinen Beitrag zur Verbrauchsreduzierung leisten.

Potenzial ist genügend da, es muss nur aktiviert werden. Bisherige Einzelaktionen, wie beispielsweise die Einführung der Direkteinspritzung, haben vor allem in der Praxis nicht zu einem signifikanten Erfolg geführt. Erst die Kombination verschiedener Maßnahmen, wie Direkteinspritzung und Aufladung entweder mit Turbo oder Kompressor, sind Erfolg versprechend.

Downsizing als Schlüssel zur Verbrauchsreduzierung.

In diesem Zusammenhang ist das Downsizing der Schlüssel zu niedrigerem Verbrauch. Es bedeutet eine Hubraumreduzierung, am besten verbunden mit geringerer Zylinderzahl. Denn kleinere Motoren produzieren weniger Reibungsverluste, was zu einem insgesamt günstigeren inneren Wirkungsgrad führt.

Wesentlicher allerdings für die angestrebte Verbrauchsreduzierung ist eine Betriebspunktverlagerung zu höherer Motorlast. Dadurch läuft der Motor in der überwiegend praktizierten Teillast mit geringeren Drosselverlusten. Bei konsequenter Anwendung sollen sich im europäischen Fahrzyklus 15 bis 20 Prozent Kraftstoff einsparen lassen.

Downsizing darf allerdings nicht zu einem Leistungs- oder gar Drehmomentmangel führen. Mit Turbo- oder Kompressoraufladung lässt sich dies vermeiden. Ein Problem bleibt die Anfahrschwäche. Bisherige Konzepte mit Saugrohreinspritzung wie die 1,8-Liter-Vierzylinder von Mercedes arbeiten daher mit Kompressor, der spontan anspricht, aber nicht ganz so effizient ist. Immerhin deckt Mercedes damit einen Leistungsbereich von 140 bis 192 PS ab und reicht damit weit in die Regionen der größeren und durstigeren Sechszylinder. Sogar der 1,7 Tonnen schwere E 200 T läuft mit diesem Motor akzeptabel motorisiert.

Golf GTI mit 200 PS.

Mit Direkteinspritzung und Turbolader offeriert der Audi 2.0 FSI Turbo, der auch bei VW im Golf GTI für Vortrieb sorgt, ebenfalls Leistungs- und Drehmomentwerte (200 PS und 280 Nm) eines größeren Sechszylinders bei rund 15 Prozent günstigerem Verbrauch.

BMW befeuert den neuen, in Zusammenarbeit mit PSA entwickelten 1,6-Liter-Mini-Motor mit zweiflutigem Turbo (Twin Scroll) und Direkteinspritzung. So bringt der Winzling im Mini ab 2007 schon bei 1.400/min sein volles Drehmoment (etwa 230 Nm), in der Endstufe sollen 170 PS verfügbar sein.

In diese Höhen klettert auch ein noch kleinerer FSI-Vierzylinder, den Volkswagen für den Golf und Touran entwickelt hat. Mit nur 1,4 Liter Hubraum wird eine Leistungsspitze von 170 PS erreicht. Damit keine Drehmomentschwächen auftreten, arbeitet das Aggregat mit Doppelaufladung: Im unteren Drehzahlbereich sorgt ein Kompressor für spontanen Ladedruckaufbau, oben raus löst ihn dann ein Turbolader ab.

Das soll sich fahren wie ein großvolumiger Saugmotor, bei Verbrauchswerten nahe am Diesel. Der Serieneinsatz ist für den Herbst geplant. Voraussichtliche Modellbezeichnung: Golf GT.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden