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Großer Allradvergleich

Von Alfa bis VW

Foto: Hans-Dieter Seufert 12 Bilder

Auf der gespurten Großglocknerstraße traten zwölf allradgetriebene Autos aller Kategorien mit höchst unterschiedlichen Antriebskonzepten zu Traktions- und Handlingversuchen an.

21.01.2005

2.700 Meter Höhe: Frisch gefallener Schnee bedeckt nicht nur die Gipfel der umliegenden Dreitausender, sondern auch die Großglockner-Passstraße. Lediglich in der Mitte hat eine Schneefräse eine Spur mit kompakter Schneeauflage freigelegt - perfekte Bedingungen, um die Wintertauglichkeit von zwölf Allradautos quer durch alle Klassen zu überprüfen.

Mit von der Partie sind die Neuheiten Alfa Romeo Crosswagon Q4, Audi S4, Fiat Panda 4x4, Hyundai Tucson, Land Rover Discovery, Mercedes E 350 4-matic und VW Golf 4-motion. Die etablierten Konkurrenten sind BMW X3, Porsche Cayenne, Renault Kangoo 4x4, Subaru Outback und Volvo XC 90.

Permanent oder zuschaltbar

Grundsätzlich können die Systeme in zwei Gruppen eingeteilt werden: permanente und automatisch zuschaltende Allradantriebe. Bei einem permanenten Allradantrieb wird die Antriebskraft über ein zentrales drittes Differenzial in einem konstruktiv festgelegten Verhältnis auf Vorder- und Hinterachse aufgeteilt. Land Rover Discovery und Porsche Cayenne gehören dazu, aber auch der Mercedes E 350 4-matic sowie Audi S4 und Alfa Crosswagon Q4. Bei den anderen Modellen stellen unterschiedlich konstruierte Kupplungen in Abhängigkeit von Fahrsituation und Drehzahldifferenz der Achsen den Kraftfluss her zu der nicht direkt angetriebenen Achse. Als Traktionshilfe dienen bei fast allen modernen Allradlern zudem automatische Bremseneingriffe an durchdrehenden Rädern. Nur Fiat Panda 4x4 und Subaru Outback verzichten ganz auf Sperrwirkung durch Bremseneingriffe.

Beim Subaru tut stattdessen eine Viscosperre am Hinterachsdifferenzial Dienst. Ähnlich aufgebaut wie die Sperre beim Subaru ist beim Panda 4x4 die Viscokupplung, über die bei durchdrehenden Vorderrädern der Antrieb der Hinterräder erfolgt. Im Schnee überrascht der einfache Allradantrieb mit guter Traktion. In engen Kurven untersteuert der Panda, Gasgeben bringt ihn wieder auf Kurs. Mit gleich guter Traktion, aber weniger handlich fährt sich der Kangoo 4x4. Wegen höherer Motorleistung und fehlenden Bremseneingriffs an den Hinterrädern neigt der Allrad-Renault jedoch beim Gasgeben in der Kurve zum Übersteuern.

Auch beim Hyundai Tucson mangelt es der Hinterachse auf Schnee an Seitenführung. Die elektronisch geregelte Lamellenkupplung zwischen den beiden Achsen kann auf Knopfdruck vollständig geschlossen werden. Der damit starre Durchtrieb nach vorn und hinten verbessert zwar die Traktion, aber die Lenkpräzision leidet darunter.

Der Volvo XC90 bietet zwar eine gute Traktion, Spurhaltung und Lenkgefühl lassen aber zu wünschen übrig. Zudem untersteuert er in engen Kurven stark, und besonders bergab macht sich das hohe Gewicht negativ bemerkbar. Ebenso Respekt einflößend sind Porsche Cayenne und Land Rover Discovery. Beide zeigen auf Schnee neutrale Fahreigenschaften. Die Traktion ist gut, ebenso Spurhaltung und Lenkgefühl. Der Porsche lässt sich aber noch etwas präziserdirigieren. Das Terrain Response System des Discovery kann per Drehschalter auf Schnee eingestellt werden. Dann fährt der Landy im zweiten Gang des Automatikgetriebes an, Längs- und Quersperre werden stärker vorgespannt, und die Motorelektronik setzt Gaspedalbewegungen behutsamer um.

Schneekönig Mercedes

Wesentlich handlicher und agiler als die beiden Offroader fährt sich der zierlichere BMW X3. Seine elektronisch geregelte Lamellenkupplung reagiert auch auf die Signale der ESP-Sensorik und beeinflusst damit über die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse das Eigenlenkverhalten, noch bevor das ESP eingreift. Der X3 verhält sich deshalb über einen weiten Bereich neutral. Insgesamt ähnelt der BMW im Fahrverhalten dem Audi S4 und dem Alfa Crosswagon Q4, die allerdings beide noch konsequenter auf Fahrdynamik ausgelegt sind.

Sehr harmonisch, wenn auch nicht besonders agil, verhält sich der Subaru Outback. Er ist weitgehend neutral und gut beherrschbar. Allerdings könnte die Traktion besser sein. Besser greifen die Reifen des VW Golf 4-motion. Er ist sehr kurvenfreudig, was auch an seiner Neigung liegt, beim Gasgeben per Hinterachse mitzulenken.

Unter dem Strich den besten Eindruck bei winterlichen Straßenverhältnissen vermittelt die Mercedes E-Klasse 4-matic. Bis auf eine leichte Untersteuerneigung in zu schnell angegangenen Kurven verhält sich der E350 vorbildlich neutral. Selbst mit viel Gas ist er nicht zum Heckschwenk zu überreden. Die Traktion ist auch ohne Sperrdifferenziale hervorragend.

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