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H4-Glühlampentest

Welche Lampen können überzeugen?

Goniometer Foto: Dino Eisele 24 Bilder

Wenn ein Auto mit seinen H4-Scheinwerfern vergeblich versucht, die Nacht zu erhellen, wird es höchste Zeit für neue Lampen. Kann Licht-Tuning so einfach sein? Das klärt der Test im Dekra-Lichtlabor.

15.04.2012 Joachim Deleker Powered by

In heutigen Personenwagen werden im Wesentlichen drei unterschiedliche Lichtsysteme verwendet: H4- und H7-Halogenlicht, Gasentladungslampen und zunehmend LED. Seit Jahren wird der altbewährten Halogenlampe H4 das Ende prophezeit. Schließlich kann sie mit ihrem gesetzlich geforderten Lichtstrom von 1.000 Lumen nicht mehr mit der neueren H7-Schwester, die mit 1.500 Lumen deutlich heller ist, Schritt halten. Hier finden Sie den H7-Glühlampentest.

Trotzdem werden weiterhin Autos – vor allem Kleinwagen (z.B. VW Up) mit H4-Scheinwerfern verkauft. Das hat vor allem Kostengründe, denn die H4-Lampe kann mit ihren beiden Glühwendeln Fern- und Abblendlicht in einem Scheinwerfer realisieren. H7-Lampen benötigen pro Scheinwerfer zwei Reflektoren, weil sie im Gegensatz zur H4-Birne nur eine Glühwendel haben. Dabei sind die kleinen Lichtwerke eigentlich Heizungen, verwandeln elektrische Energie zu etwa 92 Prozent in Wärme, nur der kümmerliche Rest wird zu Licht. Die Wolfram-Glühwendel kann dabei 3.000 Grad heiß werden.

Aber erst das Zusammenspiel von Glühlampe und Reflektor definiert die Qualität des Scheinwerfers. Womit wir bei der ersten Überraschung in unserem Test sind. Der große runde H4-Scheinwerfer des VW Up, Hersteller ist Hella, vermag ein mess- und sichtbar helleres Licht auf die Straße zu zaubern als der kleine H7-Reflektor des Ford Focus (siehe H7-Glühlampentest).

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Sonstige Tests H4- und H7-Glühlampen
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H4-Glühlampentest mit Standard- und Hochleistungslampen

Um die mögliche Bandbreite von Glühlampen abbilden zu können, haben wir neben Long-Life- und Standardlampen auch die Hochleistungsexemplare der renommierten Hersteller Bosch, GE, Osram und Philips sowie Billigangebote und modische Lampen mit sehr weißem Licht getestet, zudem die im Netz erhältlichen illegalen 100-Watt-Leuchten. Diese entpuppten sich nicht nur als gefährliche Blender, sondern auch als trübe Funzeln. Prinzipiell gibt es den Zielkonflikt zwischen Hell und Langlebig. Beides zusammen geht nicht. Long-Life-Lampen brennen weniger heiß, somit weniger hell, dafür aber bis zu viermal so lang wie eine Standardlampe. Für die Stadt okay, außerorts aber keine Erleuchtung.

Die Mess-Ergebnisse zeigen beachtliche Unterschiede. Die beste Lichtausbeute, sowohl bei H4 als auch bei H7, gelingt den Hochleistungslampen. Am anderen Ende der Skala schafft die japanische MTEC-H4-Lampe mit ihren blauen Glaskolben nicht mal die halbe Reichweite und ein Drittel an Helligkeit.

Die Preisspanne der besten Nachrüstlampen ist gewaltig, kann zwischen Internethandel und Autohaus durchaus um 100% differieren. Wer die Lampen selber wechselt, bei Autos ab dem Baujahr 2006 dürfte das zumeist kein Problem sein, sollte danach unbedingt zur Einstellung in die Werkstatt fahren. Im Rahmen der aktuellen Lichtwochen ist dieser Service sogar gratis. Nur die präzise Justierung sorgt wirklich für einen Lichtblick in der Finsternis nächtlicher Landstraßen.

Diese H4 Glühlampen haben wir getestet
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So haben wir getestet

Der Test nach ECE-Norm R 112 wurde von den Dekra-Lichtexperten im Labor von Arnheim durchgeführt. Dazu wird ein kompletter Scheinwerfer (in unserem Test der H4-Scheinwerfer des VW Up sowie das H7-Pendant des Ford Focus) unverrückbar auf dem sogenannten Goniometer befestigt, mit der zu prüfenden Glühlampe bestückt und sorgfältig nach Vorschrift eingestellt. Die korrekte Einstellung ist äußerst wichtig für die Mess – Ergebnisse, wird deshalb auch von zwei Mitarbeitern kontrolliert. Während des Testdurchlaufs schwenkt das Goniometer den Scheinwerfer computergesteuert auf äußerst präzisen Bahnen. Das Scheinwerferlicht wird dabei von einer Fotozelle aufgenommen, die Daten (etwa 9.000 pro Testdurchlauf) an den Rechner geschickt, der damit ein akkurates Bild der tatsächlichen Lichtverteilung beider Scheinwerfer ermittelt und als Lichtkurve des Abblendlichts auf der Straße darstellt. Die äußere Grenze der grün dargestellten Lichtverteilung ist die Drei-Lux-Linie. Bis dort sind Gegenstände erkennbar. Fernlicht wird nicht gemessen. Die Werte für den Lichtstrom werden in der Ulbricht- Kugel ermittelt. Die Prüfspannung für alle Testdurchläufe liegt bei exakt 13,2 Volt.

Alle getesteten Nachrüstlampen inklusive der ausführlichen Ergebnisse sind in unserer Bildergalerie zu sehen.

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