Eine winterliche Fahrt über nasse und rabenschwarze Landstraßen stellt vor allem ältere Scheinwerfer vor eine schwierige Aufgabe: Licht ins Dunkel zu bringen. Besonders mit H4-Lampen bestückte Fahrzeuge sorgen nur für mäßige Erleuchtung. Viel besser sind H7-Lampen, deren Lichtmenge mit 1.500 Lumen 50 Prozent über denen von H4 liegt.
Vorsicht vor Produktpiraterie bei H7-Lampen
Heute sind nur noch wenige billige Neuwagen mit H4-Birnen unterwegs, die meisten leuchten mit zwei H7-Lampen, jeweils eine für Abblend- und Fernlicht, oder brennen mit Xenon-Lampen helle Löcher ins tiefe Dunkel.
Wer mehr Licht aus seinen Scheinwerfern herausholen möchte oder ohnehin eine durchgebrannte Lampe (immer paarweise tauschen!) ersetzen muss, wird zunächst mit einem unüberschaubaren Angebot konfrontiert. Der einfachste, oft aber teuerste Weg führt in die Werkstatt. Für manche Autofahrer sogar ein ärgerliches Muss, weil es noch immer zu viele Modelle gibt, bei denen der Lampenwechsel eine zeitraubende Teildemontage des Vorderwagens erfordert.
Welche H7-Lampe aber nun nehmen? Der Markt lockt mit Angeboten wie "100 Prozent mehr Licht" oder "Blue-Xenon-Effekt"; manche Lampenpaare kosten 45 Euro, andere gibt es schon für acht Euro beim Baumarkt um die Ecke. Gefährlich sind die so genannten Disco-Lampen, die zwar kunterbuntes Licht verbreiten, aber kaum Reichweite haben und bedrohliche Blender sind. Zum Glück findet man diese Lampen kaum noch im Fachhandel, allenfalls im Internet. Vorsicht ist auch bei besonders billigen Markenprodukten angebracht. Zwar ist die Produktpiraterie kein gravierendes Problem, aber es tauchen doch gelegentlich untaugliche Fernost-Kopien deutscher Markenware auf.
Markenlampen punkten mit engen Toleranzen
auto motor und sport prüfte zusammen mit den Experten der Dekra im Lichtlabor in Arnheim 15 H7-Lampen. Wir wählten dazu den weit verbreiteten Scheinwerfer des VW Golf IV, dessen Abblendlicht eine H7-Lampe erzeugt. Deshalb lassen sich die ermittelten Ergebnisse auch nur bedingt auf andere Scheinwerfer übertragen. Anders als bei H4 definiert bei H7-Licht der Reflektor die Hell-Dunkel-Grenze. Deshalb kann ein und dieselbe Lampe in einem anderen Scheinwerfer eine andere Leuchtverteilung auf die Straße bringen. Die Unterschiede zwischen den getesteten Lampen dürften jedoch auch in anderen Scheinwerfern auftreten, eine sehr gute H7-Lampe wird immer hell, weit und gleichmäßig leuchten, eine trübe Funzel bleibt eine ebensolche.
Dass es Qualitätsunterschiede bei H7-Lampen gibt, zeigen die Messresultate. Das Ergebnis: zwei Ausreißer nach unten, fünf mäßige Lampen, dafür fünf gute und vier sehr gute Leuchtmittel. Die Billigheimer erreichen hierbei zwar den gesetzlich vorgeschriebenen Lichtstrom, versagen aber bei der Lichtverteilung, weil die Geometrie der Glühwendeln nicht passt. Hier punkten die Markenlampen mit präziser Fertigung und engen Toleranzen. Obwohl sie die vollmundigen Versprechen "100 Prozent mehr Licht" nicht erreichen und zudem mehr kosten, sind sie dennoch erste Wahl, wenn es darum geht, aus einem Scheinwerfer das Optimum herauszuholen.
Nach Lampenwechsel Scheinwerfer einstellen lassen
Wer die Lampen im Internet bestellt, sollte die Seriosität des Anbieters prüfen. Die meisten liefern Original-Markenware mit Preisvorteilen bis 50 Prozent. Wer auf renommierte Hersteller setzt, macht keinen Fehler. Vorsicht ist allerdings bei blendender Billigware aus Fernost angebracht. Übrigens: Wer die Lampen selber wechselt, sollte danach zur Einstellung in die Werkstatt fahren. Eine Abweichung der Scheinwerferausrichtung um nur ein Zehntel Grad nach oben kann schon 20 Lux mehr auf die Straße bringen, erhöht die Blendung für den Gegenverkehr aber deutlich. Umgekehrt gilt das Gleiche. Nur die präzise Justierung der Scheinwerfer bringt wirklich mehr Licht ins Dunkel.






