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Hybridtechnik

Ab ins Grüne

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Die Freude am Fahren mit der Freude am Sparen zu verbinden - dieses Ziel eint alle deutschen Autohersteller. Dabei hilft innovative Technik, die von der Schaltempfehlung bis zum Vollhybrid reicht. Ein Überblick.

20.04.2007 Eberhard Kittler

Gerade erst wurde der A5 vorgestellt, zur IAA debütiert der A4. Beide erscheinen in Kürze mit Microhybrid-Lösungen ähnlich wie bei BMW mit elektrisch bedarfsgeregeltem Generator, elektrisch angetriebener Öl- und Wasserpumpe, aber zunächst noch ohne Start-Stopp. Auch die Quermotoren im A3 und später auch im TT werden hybridisiert. Ein Vollhybrid kommt ab 2008 zunächst nur im Q7 - eine Gemeinschaftsentwicklung mit Porsche und VW.

Baukastensystem und extrasaubere Diesel

Dazu gesellen sich bei Audi alternative Antriebe - beispielsweise für Erdgas und Ethanol. Bei den längs eingebauten Triebwerken geht es um eine zukunftsträchtige Package-Auslegung im Rahmen des modularen Längsbaukastens: Der künftig einfacher gestaltete Tank lässt sich problemlos durch einen Gasbehälter ersetzen. Auch der Einfüllstutzen soll sowohl zum Benzin- als auch Gastanken geeignet sein. Das Gepäckabteil wird dann zum Multifunktionsraum, der beispielsweise ein Batteriepack aufnimmt. Und der Mitteltunnel muss so gestaltet sein, dass sich ohne teure Extrakonstruktionen auch ein Starter-Generator unterbringen lässt.

Vom A4 gibt es sehr bald eine extrasaubere Dieselversion (Zweiliter-CR) mit nur 120 g CO2/km. Ab sofort beginnt im VW-Konzern die Umstellung auf die Vierzylinder-TDI mit Common-Rail-Einspritzsystem. Bei den Dieseln bereitet Audi überdies den Einstieg auf den US-Markt vor – sie werden unter der Bezeichnung Bluetec mit Harnstoffeinspritzung laufen. Zudem arbeitet Audi an der Variation des Ventilhubs (Valve Lift, momentan in den V6-Benzinern) und an neuen Automatik- und Doppelkupplungsgetrieben. Als preiswerte Zwischenlösung bietet Audi vom A3 und vom heutigen A4 "e"-Modelle mit längerer Antriebsübersetzung an.

BMW ist Vorreiter beim Spaß am Sparen

Die BMW Group bringt demnächst den Mini mit Start-Stopp und Bremsenergie-Rückgewinnung; damit liegt er bei rund 105 g CO2/km. Für die 1er, 3er und 5er gibt es Spritspar-Module; von der Benzin-Direkteinspritzung (Magerbetrieb) über die Luftklappensteuerung, entkoppelte Generatoren und optimierte Runflat-Breitreifen bis hin zu bedarfsgesteuerter Wasser- und Ölpumpe - sie kommen sukzessive auf den Markt.

Der überarbeitete 118d mit dem nagelneuen Zweiliter-Diesel liegt bei 123 g CO2/km. Zur IAA gezeigt wird der neue 520d, der nur 134 g CO2/km ausstößt. Ende 2008 will BMW 38 Prozent seiner Autos mit CO2-Werten unter 140 g/km anbieten. Als weitere technische Neuerungen kommen Doppelkupplungsgetriebe und bis 2009 auch Start-Stopp für Automatikgetriebe sowie ein gemeinsam mit Mercedes entwickelter Mildhybrid (Kurbelwellen-Starter-Generator) für den neuen 7er.

BMW betrachtet Hybridlösungen allerdings immer als Zugabe und setzt in erster Linie auf saubere Direkteinspritzer mit hohem Wirkungsgrad. Die X-Typen erhalten ab 2008 Diesel mit SCR-Kat und Harnstoffzugabe, zunächst für die USA. Die Zukunft soll indes dem Wasserstoffbetrieb gehören - derzeit werden die ersten von 100 Leasingfahrzeugen des 7er-Typs h7ausgeliefert.

Mercedes hat bei den Bluetec-Dieseln die Nase vorn. Zudem hat Mercedes-Chef Zetsche im Interview mit auto motor und sport bekräftigt, kein neues Fahrzeug ohne Hybrid-Option zu entwickeln.

Künftig soll der Smart Fortwo alternativ Start-Stopp bekommen, auch eine Elektroversion ist in Vorbereitung. Die C-Klasse kommt als C 220 Bluetec mit 2,2-Liter-Diesel und Denox-Kat ab 2009, ein Jahr vorher debütiert der E 320 Bluetec (bereits seit Oktober 2006 in den USA) in Europa. Schnell will Mercedes in den meisten Baureihen Start-Stopp einführen, zuerst wird es in der Facelift-Version der A-Klasse im Herbst debütieren. 2009 erscheint auch die S-Klasse als Mildhybrid mit Kurbelwellen-Starter-Generator, möglich sind Diesel- und Benzin-Versionen. Die strahlgeführte Direkteinspritzung der zweiten Generation, heute nur im CLS 350 CGI verbaut, kommt in der E-Klasse.

Zusammen mit General Motors und BMW arbeitet Mercedes auch an einemVollhybridfahrzeug; als erster Vertreter dieser Allianz war im Januar auf der Motorshow in Detroit der Chevrolet Tahoe zu sehen. Dem folgen der Dodge Durango, danach Mercedes M-Klasse, GL und R-Klasse in einer besonderen Komfortauslegung. Für alle Mercedes-Baureihen werden künftig wahlweise Versionen mit Hybrid-Bauteilen, Elektro- sowie Erdgasantrieb bereitstehen. Bereits heute gibt es den E 200 NGT mit Gasantrieb, der B200 NGT kommt im nächsten Jahr - beide Autos sind ideal für den Taxibetrieb in der City.

Ford setzt auf Flexifuel und Microhybrid

Sowohl den neuen Ka (2008) als auch den künftigen Fiesta gibt es auf Wunsch mit Start-Stopp-System via riemengetriebenem Starter. Hybrid-Bausteine werden in alle Ford- und Volvo-Baureihen Einzug halten. Ein technischer Leckerbissen wird das Doppelkupplungsgetriebe für die großen Modelle, das als Mildhybrid-Lösung mit einem Elektromotor gekoppelt werden soll. Auf den Flexifuel-Antrieb - mit Ethanol - setzt Ford bei seinen anderen Typen: Es gibt ihn bereits für Focus und C-Max, ab 2008 kommt er für Mondeo, Galaxy und S-Max. Gasantrieb ab Werk gibt es derzeit nur für den C-Max. Benzin-Direkteinspritzer sind heute kein Thema mehr.

Opel ist an allen Fronten tätig

Kleinere Motoren, Start-Stopp-Systeme und aufgeladene Downsizing-Motoren, darunter ein kleiner Benzin-Direkteinspritzer (abgeleitet vom neuen Zweiliter-DI aus dem GT), sind in Vorbereitung. Große Vierzylinder und die V6 sollen bald mit strahlgeführter Einspritzung kommen. Mit Hochdruck gearbeitet wird an der Doppelaufladung beim Diesel (zuerst bei Konzernschwester Saab mit 180 PS starkem 1,9-Liter-Motor ab IAA 2007), dem 2,9-Liter-V6-Diesel mit geregelter Verbrennung und weiteren Selbstzündern für die USA. Doppelkupplungsgetriebe werden gemeinsam mit ZF Sachs entwickelt. Ethanolantrieb ist - anders als Gasbetrieb - zurzeit kein Thema; diese Technik ist aber über Saab verfügbar. Auf der IAA soll überdies ein großes Sparauto mit Dieselhybrid gezeigt werden.

Porsche wagt den Spagat

Kräftig sparen Verbrauchsvorteile bringen die neuen Direkteinspritzer des Cayenne. 2008 wird die Vollhybrid-Version folgen, selbst der künftige Viertürer Panamera soll Hybrid-Bausteine bekommen. Auch über einen Diesel für den Cayenne wird jetzt nachgedacht. Sogar eine Leichtbau-Version des Geländesportlers - die auf die aufwendige Allradtechnik verzichtet und stattdessen ein leichteres 4x4-System à la Audi einsetzt - ist nicht auszuschließen. Das Facelift des 911 mit dem Einsatz von sparsameren DI-Boxermotoren sowie ZF-Doppelkupplungsgetrieben erfolgt ebenfalls 2008. Verbrauchsgünstigere kleinere Porsche-Modelle wird es aber nicht geben.

VW entwickelt auch einfache Lösungen

Die Bluemotion-Modelle, die es heute als Polo (102 g CO2/km) und Passat gibt, bescheren unmittelbare Sparerfolge bei relativ geringem technischen Aufwand. Zur IAA erwartet wird der Golf Bluemotion. Auch Mildhybrid-Anwendungen bei quer eingebauten Motoren sind in Vorbereitung, zunächst im VW Jetta für den kalifornischen Markt. Vom Jetta ist auch eine Brennstoffzellen-Version vorgesehen. Bereits heute angeboten werden der Caddy und der Touran mit Gasantrieb, die Umrüstung des T5 ab Werk wird derzeit geprüft. Ethanol-Fahrzeuge sind in Europa noch nicht im Programm, obwohl VW damit in Südamerika zu den Marktführern gehört.

Weiterhin im Fokus sind neue, kleinere Motoren mit hohem Wirkungsgrad (Downsizing). Als neuer Motor steht ab Mitte 2007 neben dem 1.4 TSI ein einfach aufgeladener 1,2-Liter-FSI bereit, der zwischen 100 und 140 PS leistet. Die Diesel werden sukzessive auf Common Rail umgestellt, die Einspritzdrücke gehen Richtung 2.000 bar. Außerdem präsentiert VW ein sparsames Stadtauto mit Zwei- oder Dreizylinder-Heckmotor. Das 3,40 Meter kurze Fahrzeug bietet Platz für vier Erwachsene.

Daneben will VW das zurückgestellte Ein-Liter-Auto wiederbeleben - eines der Lieblingsprojekte von Ferdinand Piëch, der dort weitermacht, wo er 2001 aufhörte. Das von Ex-Chef Bernd Pischetsrieder favorisierte Zwei-Liter-Auto ist dagegen endgültig verworfen worden.

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