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Infrarotlicht und Wärmebildkameras

Nachtsichtgeräte sollen Unfälle verhindern

Nachtsicht Foto: Hersteller 5 Bilder

Infrarotlicht und Wärmebildkameras sollen das Fahren bei Nacht sicherer machen. Nachtsichtgeräte, wie sie seit 2005 bei BMW und Mercedes angeboten werden, sollen helfen, Unfälle zu vermeiden.

02.04.2009 Christian Bangemann

Die Hälfte aller tödlichen Unfälle mit Fußgängern ereignet sich in der Dunkelheit, obwohl nur etwa 20 Prozent aller gefahrenen Kilometer auf die Nachtstunden entfallen. Nachtsichtgeräte und Infrarotlicht, wie sie seit 2005 bei BMW und Mercedes angeboten werden, sollen helfen, diese Unfälle zu vermeiden. Pionier dieser Technik war allerdings nicht ein deutscher Hersteller, sondern Cadillac. Bereits 1999 stellten die Amerikaner ein Night Vision genanntes System vor, das mit einer Wärmebildkamera Temperaturdifferenzen von nur 0,3 Grad Celsius erkennen konnte. Menschen oder Tiere mit ihren im Vergleich zur Umgebung hohen Körpertemperaturen waren damit schon in einer Entfernung von etwa 150 Metern auszumachen - lange bevor sie im etwa 40 Meter langen Kegel des Abblendlichtes auftauchten.

Hoher Preis minderte Erfolg

Eingeblendet wurden die auf oder neben der Straße stehenden Personen in der Windschutzscheibe des Cadillac De Ville per Head-up-Display. Ein Erfolg wurde das System für Cadillac wegen des hohen Preises von umgerechnet 2.000 Euro vor neun Jahren nicht, so dass Night Vision nach nur vier Jahren wieder aus den Aufpreislisten verschwand. 2004 hat Honda ein vergleichbares System im Legend für den Heimatmarkt ins Programm genommen, Toyota folgte kurz darauf mit dem Crown auf dem japanischen Markt.

Das Nachtsichtgerät von BMW ist für die Modellreihen 5er, 6er und 7er verfügbar (ab 2.000 Euro) und arbeitet wie die Cadillac-Variante mit einer Wärmebildkamera. Sie erkennt allerdings Personen in bis zu 300 Meter Entfernung und zeigt sie im großen Display in der Mitte der Armaturentafel. Außerdem wird dort ein Warnhinweis eingeblendet - so wie im Head-up-Display, wenn das Auto damit ausgerüstet ist.

System hat einige Einschränkungen

Dieses so genannte passive System hat jedoch Grenzen. Es funktioniert kaum, wenn die Umgebungstemperatur oberhalb von 30 Grad liegt oder wenn die Personen im Winter sehr dicke Kleidung tragen, die eine Abstrahlung von Körperwärme verhindert. Hindernisse auf der Straße wie Container oder Autos, deren Temperatur auf dem Niveau der Umgebungstemperatur liegt, werden ebenfalls nicht erkannt. Aktive Systeme sind dazu in der Lage, denn sie senden mit speziellen Scheinwerfern Infrarotlicht aus, das an Hindernissen gleich welcher Art reflektiert und von einer Kamera im Auto wieder aufgenommen wird.

Mercedes-Benz setzt bei der neuen E- und S-Klasse auf solche Systeme und verlangt dafür ab 1.500 Euro. Die Kamera ist in der Windschutzscheibe montiert. Fußgänger werden hier als Gefahrenquelle erkannt und im Display markiert, eine Anzeige in der Frontscheibe gibt es bei Mercedes allerdings nicht. Ein Nachteil ist, dass sich zwei begegnende Fahrzeuge mit derselben Infrarotlicht-Technik an Bord blenden und dieses Assistenz-System dann kurzzeitig blind ist. Die Hersteller arbeiten mit den Zulieferern an einer Lösung für das Problem.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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