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Kia-Werkstättentest 2013

Schwacher erster Versuch

Kia Logo Foto: SB-Medien 17 Bilder

Zum ersten Mal testet auto motor und sport Kia-Werkstätten. Das ernüchternde Ergebnis: Alle sind nur "bedingt empfehlenswert".

02.08.2013

Seit 1993 offeriert Kia Autos in Deutschland. 20 Jahre sind eigentlich ausreichend Zeit, um ein flächendeckendes und solides Serviceangebot aufzubauen. Ebenfalls seit 1993 hat der koreanische Autobauer den Sportage im Programm, der im diesjährigen Werkstättentest achtmal eine große Inspektion erhielt. Neben sieben Vertragshändlern wird auch hier eine ATU-Filiale in Hamburg unter die Lupe genommen – und wie alle Kia-Betriebe erreicht der Dumpingpreis-Anbieter das Testergebnis "bedingt empfehlenswert", verlangt für die Inspektion aber kurioserweise den höchsten Lohn. Die meisten Betriebe überzeugen durch Freundlichkeit. Allerdings führen nur zwei eine Direktannahme auf einer Hebebühne durch, die Probefahrt wird dagegen von allen Werkstätten korrekt erledigt. Nachbesserungsbedarf gibt es bei der Ersatzteilversorgung. Der für den Test entfernte Gurtclip ist nicht einzeln lieferbar. Drei Mechaniker finden den Fehler und entscheiden sich gegen das 250 Euro teure Ersatzteil. Insgesamt erreicht Kia im Durchschnitt magere 61 Prozent – selbst der Testsieger schafft mit 20 von 30 Punkten nur eine Erfolgsquote von bescheidenen 67 Prozent. Es gibt also noch einiges zu tun für die stetig wachsende Marke.

Einen Kia kaufen, aber wohin gehen, wenn der Wagen im Rahmen der Garantie zur Inspektion soll? Diese Frage muss die Fahrer der in Deutschland noch jungen Marke kaum plagen. Das Händlernetz in allen 16 Bundesländern umfasst 606 Anlaufstellen. Zum Vergleich: Konkurrent Hyundai verfügt über 550 Filialen. Aber es gibt auch gering besiedelte Zonen. In Bremen sind nur zwei Vertragshändler vertreten, im Saarland können Kia-Fahrer unter sieben Werkstätten wählen. Eine geballte Auswahl haben Kunden in Nordrhein-Westfalen mit insgesamt 119 Betrieben.

Bevor der Wagen für die Inspektion abgegeben wird, baut auto motor und sport sieben Mängel in das Fahrzeug ein. Fehler wie verstellte Scheinwerfer, ein zu niedriger Kühlwasserstand oder eine defekte Hupe müssen beim Abarbeiten des Wartungsplans von den Mechanikern gefunden und fachgerecht behoben werden.

Autohaus Gölz, Plieningen

Testurteil: bedingt empfehlenswert

Wie der Kunde behandelt wird

"Wie kann ich Ihnen helfen?", erkundigt sich ein Verkäufer in dem Plieninger Autohaus. Eingang und Foyer sind zwar übersichtlich, aber der richtige Schalter für den Servicebereich lässt sich nur durch Fragen herausfinden. Lediglich über dem Ersatzteillager hängt ein rotes Kia-Schild. Man habe noch mit der Umstrukturierung zu tun, erklärt uns der Serviceberater an seinem Schreibtisch. Die Grundstruktur scheint zu passen, denn nach dem freundlichen Annahmegespräch geht es für den Sportage auf die Hebebühne. "Wie kommen Sie nach Hause?", fragt der Serviceberater beiläufig. Einen kostenlosen Ersatzwagen könne er nicht anbieten, das würde die Kosten für alle anderen Kunden in die Höhe treiben. Ein Auto für eine Pauschale von 49 Euro bis zum vereinbarten Abholtermin am nächsten Tag wäre verfügbar gewesen. Auch bei der Abholung werden wir gut umsorgt, und die Rechnung wird detailliert erklärt. Der Sportage steht schon abfahrbereit und frisch gewaschen auf dem Hof.

Die Arbeitsleistung

Die defekte Hupe und der zu niedrige Kühlflüssigkeitspegel fallen dem Mitarbeiter bei der umfangreichen Direktannahme auf. In der Werkstatt führen die Mechaniker die Scheinwerfereinstellung zwar durch, allerdings nur auf der linken Seite. Unentdeckt bleiben hingegen der fehlende Gurtclip und die lose Schraube für das Abdeckblech. Das fehlende Kühlwasser wird aufgefüllt, ein Hinweis auf eine weitere Kontrolle erfolgt. Insgesamt erreichte der Testsieger mit seiner Arbeitsleistung aber nur 20 von 30 Punkten.

Die Kosten

Die Inspektionskosten liegen in dem Plieninger Betrieb mit rund 198 Euro im oberen Bereich, auf einen Wechsel der Bremsflüssigkeit wird verzichtet. Für die Karosserieinspektion berechnet das Autohaus 32,70 Euro. Der Austausch der defekten Hupensicherung erfolgt im Rahmen der Jahreswartung kostenlos. Ein Liter Castrol-Öl kostet 19,33 Euro.

Autohaus Primm, Völklingen

Testurteil: bedingt empfehlenswert

Wie der Kunde behandelt wird

Die Einfahrt zum Autohaus gestaltet sich fast so schwer wie die Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. Während das Gebäude von der einen Straße wie ein Koloss in der Landschaft steht, ist die Zufahrt auf der Rückseite beim ersten Anlauf nicht zu sehen. Nichts spricht gegen die guten alten Werkstätten, in denen der Meister selbst ans Telefon geht und der Kaffee noch durch Filterpapier läuft. Dennoch, ein wenig moderner könnten die engen, verwinkelten Räumlichkeiten im Annahmebereich schon sein. Außer nach unserer Telefonnummer fragt der Herr hinter dem Schalter nach nichts. Der Fahrzeugschein wird einbehalten, eine Auftragsbestätigung gibt es nicht. Bei der Abholung des Sportage wird die am Vortag nicht ausgehändigte Auftragsbestätigung mit einem Fehler im Computersystem entschuldigt.

Die Arbeitsleistung

Da keine Direktannahme durchgeführt wird, kann bei der Abgabe des Sportage logischerweise kein Fehler erkannt werden. Später am Telefon werden wir über den niedrigen Kühlmittelstand informiert. Im Rahmen der Inspektion wird das Kühlsystem abgedrückt und auf Undichtigkeit geprüft. Einen Punktabzug gibt es für die beiden mangelhaft eingestellten Scheinwerfer sowie für die nicht befestigte Schraube am Unterboden und den weiterhin fehlenden Gurtclip hinten rechts.

Die Kosten

Trotz Punktgleichstand mit dem Testsieger belegt das Autohaus Primm nur den zweiten Platz. Zwar fallen die Inspektionskosten mit 164,22 Euro geringer aus, aber der Verzicht auf eine Direktannahme und die fehlende Auftragsbestätigung beeinträchtigen den Gesamteindruck. Wie zwei Liter Scheibenreiniger in einen vollen Behälter passen, bleibt außerdem ein Rätsel, aber immerhin wird dafür nichts extra berechnet. Auch die defekte Hupensicherung wird kostenlos getauscht. Einziger Kassenfüller sind 0,1-Liter Kühlflüssigkeit für 1,64 Euro.

Auto Service Falkenberg, Berlin

Testurteil: bedingt empfehlenswert

Wie der Kunde behandelt wird

Es ist nicht ganz einfach, die Zufahrt zum Betriebsgelände zu erkennen, denn das befindet sich im Hinterhof und ist erst im Vorbeifahren zu erahnen. Viele selbst gebastelte Schilder und einige Teddy-Plüschbären schmücken die Räumlichkeiten. Da es keinen Empfangsbereich gibt, bietet sich das Warten in der Sitzecke an. "Wie kann ich Ihnen denn helfen?", tönt es nach zehn Minuten vom Schreibtisch herüber. "Wir machen das natürlich alles so, wie es Kia vorschreibt, nichts aus der Luft Gegriffenes oder so", wird versprochen. Während des Gesprächs klingelt das Telefon, und der Serviceberater beschwert sich über zu viel Stress und unzumutbaren Kundenandrang mit den Worten: "Hier steppt der Bär, es ist so schlimm."

Die Arbeitsleistung

Die Direktannahme bei Falkenberg können wir nicht als zufriedenstellend werten. Der Mitarbeiter läuft bei der Begutachtung des Wagens mit einem Sicherheitsabstand um das parkende Auto herum, die Motorhaube bleibt geschlossen. Bei dieser Arbeitsweise kann kein Fehler entdeckt werden. In der Werkstatt gelingt das offenbar besser. Die defekte Hupe funktioniert bei der Abholung des Sportage wieder einwandfrei, auch der unzureichende Luftdruck in den Reifen wird korrigiert und die Bremsleitung eingehängt. Einen Punktabzug gibt es aber für die zu tief eingestellten Scheinwerfer und die weiterhin lose Abdeckblechschraube. Auch der fehlende Gurtclip wird nicht gefunden.

Die Kosten

Mit einem Inspektionspreis von 188 Euro rangiert das Autohaus im oberen Segment. Hinzu kommen jeweils 24,63 Euro für eine Korrosionsschutzkontrolle sowie für das Instandsetzen der Kontakte am Gurtwarner. An Kassenfüllern wie Bremsenreiniger zu 2,58 Euro oder Fließhaftfett mangelt es nicht. Zudem werden 9,66 Euro für die Erneuerung der defekten Hupensicherung berechnet. Motoröl ist mit einem Literpreis von 12,04 Euro vergleichsweise günstig.

Individual Automobile, Isernhagen

Testurteil: bedingt empfehlenswert

Wie der Kunde behandelt wird

Der Servicebereich von Individual Automobile in Isernhagen ist gut zu finden und übersichtlich. Dennoch stellt sich die Frage, welcher Teil für Kia zuständig ist. Auf ein langes Gespräch hat der Mitarbeiter in der hübsch dekorierten Annahme offenbar keine große Lust, obwohl wir die einzigen Kunden sind. Aber außer für den Wagenschlüssel und die Papiere interessiert er sich für nichts. Nach drei Minuten ist die Annahme gelaufen. Eine Überraschung gibt es bei der Abholung. Das Auto steht frisch gewaschen vor der Tür, und der am Vortag noch grummelige Serviceberater geht in die Offensive und versucht, die nicht zufriedenstellende Annahme wieder einigermaßen wettzumachen.

Die Arbeitsleistung

Eine Direktannahme schenkt man sich, daher werden im Vorfeld auch keine Mängel gefunden und mit dem Kunden besprochen. Bei der Abholung informiert uns der Mitarbeiter darüber, dass die ABE für die Räder fehle, zudem sei der Wagen aufgesessen. Auch die defekte Hupe wird entdeckt und repariert sowie die fehlende Kühlflüssigkeit aufgefüllt. Als einziges Autohaus in der Kia-Runde macht Individual Automobile auf den fehlenden Gurtclip im Kia-Ersatzteilsortiment aufmerksam und schafft zugleich eine korrekte Einstellung der Scheinwerfer. Leider fehlt die Aufforderung, den Kühlwasserstand im Auge zu behalten; mit diesem kurzen Hinweis hätte sich das Autohaus an die Spitze des Tests gesetzt.

Die Kosten

Statt einen kompletten Rücksitzgurt für 250 Euro plus Einbaukosten zu verkaufen, schlägt uns der Mitarbeiter vor, den Clip für knapp einen Euro bei einem anderen Hersteller zu besorgen; innerhalb der nächsten zehn Minuten sei das erledigt. Die Rechnung weist keine Kassenfüller oder fragliche Arbeitsleistungen auf. Lediglich der Preis für die Erneuerung der Hupensicherung fällt mit 9,40 Euro recht hoch aus. Der Inspektionspreis ist mit 163 Euro vergleichsweise niedrig.

Autohaus Osta, Berlin

Testurteil: bedingt empfehlenswert

Wie der Kunde behandelt wird

Nur für Stammkunden lässt sich die Zufahrt in das Autohaus Osta im ersten Anlauf finden. Die Einfahrt liegt versteckt hinter einem Wohnhaus und ist von der Straße aus nicht zu sehen. Im Inneren fällt der saubere Industriehallen-Charme auf. Unser Serviceberater befindet sich noch im Kundengespräch, was eine Wartezeit von fünf Minuten mit sich bringt. Sehr zügig vollzieht sich hingegen die Abgabe des Sportage – alles ohne Direktannahme und ohne Erklärung des Arbeitsumfangs. Bei der Abholung sitzt ein anderer Mitarbeiter hinter dem Schreibtisch. "Gut, dass Sie da sind, wir müssen uns unterhalten", heißt es streng. Es folgt eine schier nicht enden wollende Auflistung von Fehler-Codes, mit denen der Laie nichts anfangen kann.

Die Arbeitsleistung

"So viele Mängel hatte ich noch nie", bemerkt der Mitarbeiter bei der Abholung des Sportage. Wobei sich die Defekte – zumindest laut Rechnung – auf die vorher eingebauten Mängel und wenige Kleinigkeiten beschränken. Vermerkt wird der zu niedrige Kühlwasserstand, allerdings ohne einen Hinweis auf eine weitere Kontrolle. Die ausgehängte Bremsleitung wird von dem Mechaniker eingeclipst. Bei der Einstellung der Scheinwerfer wird hingegen schlampig gearbeitet, beide stehen weiterhin zu tief. Die lose Abdeckblechschraube und der fehlende Gurtclip werden ignoriert.

Die Kosten

Schwer nachvollziehbar, dass das Autohaus 7,13 Euro extra für das Nachziehen der Radmuttern und das Korrigieren des Luftdrucks berechnet. Zudem tauchen weitere 12,45 Euro für Bremsenreiniger, Wartungsspray und Bremsenschutzspray auf der Rechnung auf. Und hätte der Serviceberater bei der Annahme gefragt, dann hätten wir auf den Scheibenwasserzusatz in Höhe von 80 Cent verzichtet, aber Kleinvieh macht auch Mist. Für die Hupensicherung berechnet Osta stolze 3,28 Euro plus 7,13 Euro für den Tausch. Immerhin ist die Korrosionsschutzkontrolle im Inspektionspreis enthalten.

Auto-Fath, Holzgerlingen

Testurteil: bedingt empfehlenswert

Wie der Kunde behandelt wird

Beim Eintreffen in dem kleinen Autohaus werden wir freundlich begrüßt. Das lindert unseren Ärger über die wenigen Parkplätze auf dem Hof, sodass der Wagen auf der Straße abgestellt werden muss. Nach der Direktannahme werden der Auftrag und die Wartungspunkte für die große Inspektion umfangreich erklärt, nur die Nachfrage nach einem Kostenlimit bleibt aus. Dennoch ein positiver Gesamteindruck, der sich bei der Abholung des Sportage wiederholt. Keine Wartezeiten und eine umfangreiche Kostenerläuterung vermitteln dem Kunden das Gefühl, in guten Händen zu sein. Dass das Auto wieder auf einer öffentlichen Straße steht, muss angesichts der knappen Platzverhältnisse wohl hingenommen werden.

Die Arbeitsleistung

Bei der Annahme fällt dem Serviceberater sofort die defekte Hupe auf, die ausgehängte Bremsleitung übersieht er aber. Auch dem Mechaniker fällt dieser Mangel bei der Inspektion nicht auf, ebenso wenig wie die lose Schraube am Unterbodenblech. Der fehlende Gurtclip wird zwar auf der Rechnung vermerkt, eine Reparatur aber weder ausgeführt noch angeboten. Die mangelhafte Einstellung des rechten Scheinwerfers kostet das Autohaus weitere Punkte.

Die Kosten

179 Euro für die Inspektion sind angesichts der kostenlos durchgeführten Korrosionsschutzkontrolle eigentlich im Rahmen. Dafür tauchen auf der Rechnung allerdings diverse Sonderposten wie Motorwäsche mit Konservierung für 8,93 Euro oder Kaltreiniger für 5,98 Euro auf. Hinzu gesellen sich typische Kassenfüller wie Bremsenreiniger für 6,72 Euro, Schmiermittel für 1,90 Euro und Motorschutzwachs für 3,69 Euro. Das macht zusammen über 18 Euro für diverse Mittelchen aus. Zudem werden für den Austausch der defekten Hupensicherung insgesamt 10,25 Euro berechnet, dabei ist die Reparatur eigentlich mit einem Handgriff erledigt.

Diamant Autowelt, Wiebaden

Testurteil: bedingt empfehlenswert

Wie der Kunde behandelt wird

Jeder Mitarbeiter auf dem Hof grüßt mit einem freundlichen Hallo. Beim Eintreffen im Servicebereich ist sofort ein Berater mit beachtlichem Gedächtnis zur Stelle. "Oh ja, das Auto kenne ich von 2008. Da habe ich die Erstinspektion in Auftrag gegeben." Bei der anschließenden Kostenkalkulation hängt sich das Computersystem auf. Eine halbe Stunde vergeht, bis der Auftrag fertiggestellt werden kann. In der Zwischenzeit wird uns zweimal Kaffee angeboten und mehrere Entschuldigungen ausgesprochen. Bei der Abholung erklärt der Serviceberater ausführlich, was bei der Inspektion gemacht werden sollte, verpasst es aber, die Rechnung zu erläutern.

Die Arbeitsleistung

Bei der Direktannahme checkt der Serviceberater den Wagen penibel durch. Schon bei der Fahrt in die Halle registriert er die defekte Hupe, zudem bemängelt er den lauten Auspuff und die verschlissenen hinteren Bremsen. Keine Beachtung schenkt er aber der Kühlflüssigkeit, die auch nicht aufgefüllt wird. Dafür wird das Reserverad überfüllt: 3,5 bar sind zu viel des Guten, korrekt wären maximal 2,5 bar gewesen. Punkte sammelt man für das Erkennen des fehlenden Gurtclips. Dagegen gibt es Abzüge für die weiterhin verstellten Scheinwerfer und die lose Abdeckblechschraube. Der Vermerk "Ventilspiel muss noch eingestellt werden" fällt nur aufmerksamen Rechnungslesern auf.

Die Kosten

Obwohl die Kühlflüssigkeit nach der Wartung zu niedrig steht, kalkuliert Diamant 3,5 Liter Frostschutz zu 29,99 Euro. Auch der Tankfilter für 20,24 Euro gibt Rätsel auf, denn dieses Teil fällt nur bei diesem Betrieb und ohne Absprache mit dem Kunden im Rahmen der Inspektion an. Mit 200 Euro Inspektionskosten gehört das Autohaus schon ohne fragwürdige Rechnungsposten zu den teuren Anbietern im Vergleich. Immerhin sind die vier Liter Scheibenreiniger, die angeblich in das vor dem Test gefüllte Gefäß gepasst haben, kostenlos.

ATU Auto-Teile-Unger, Hamburg

Testurteil: bedingt empfehlenswert

Wie der Kunde behandelt wird

ATU wirbt mit günstigen Preisen, da ist der Verzicht auf ein Rundum-sorglos-Paket und eine individuelle Beratung für viele Kunden scheinbar in Ordnung. Selbst mit der nervigen Parkplatzsuche kann sich der Inspektions-Schnäppchen-Jäger vielleicht noch anfreunden. "Also zum Preis kann ich nichts sagen, da ruft Sie dann jemand an. Und wegen der Abholung dann auch, wahrscheinlich erst heute Abend." Mit einer Auftragsbestätigung endet die kurze Annahme, die zwei Stunden später am Telefon fortgeführt wird. Ein Filter wäre nicht da, das Auto könne erst am Folgetag abgeholt werden. Wir verzichten auf den Filter und holen den Wagen am Abend ab. Kurioserweise weiß der Mitarbeiter nichts von einem Filter, und der Meister beruhigt uns: "Ach so, der war doch noch gut."

Die Arbeitsleistung

Bei Auto-Teile-Unger in Hamburg scheint es an Kommunikation zu mangeln. Das zeigt sich bei dem bereits erwähnten Filter und gewiss auch bei der Information über den zu niedrigen Pegelstand im Kühlflüssigkeits-behälter. Unkommentiert und unrepariert bleiben die lose Schraube am Unterbodenblech und der fehlende Gurtclip. Die beiden Scheinwerfer werden zwar eingestellt, aber falsch. Angeblich sei der Reflektor ausgehakt und nicht einstellbar.

Die Kosten

Mit einem Inspektionspreis von 354,60 Euro hebt sich ATU deutlich von den Kia-Vertragshändlern ab. Grund für den stolzen Preis: Da die Inspektionskosten nach der Fahrzeuggattung berechnet werden, hätte jeder andere SUV das Gleiche gekostet. Neben einer nicht abgesprochenen Klimaanlagenwartung für 95,08 Euro füllt man Öl für stattliche 29,39 Euro pro Liter in den Motor – der mit Abstand teuerste Schmierstoff im gesamten Kia-Test. Immerhin erledigt der Mechaniker die Reparatur der Hupe ebenso gratis wie den Austausch der Sicherung. Als zusätzlicher Service wird der Sportage kostenlos ausgesaugt.

Fazit Kia-Werkstättentest 2013

30 Punkte sind das Maximum im Werkstättentest. Keiner der getesteten Kia-Vertragshändler erreicht diesen Wert auch nur annähernd, die besten drei Betriebe bringen es auf 20 Punkte. Einen eindeutigen Gewinner gibt es aber nicht, denn auch der schlechteste Betrieb liegt mit 16 Punkten nicht weit dahinter und sichert sich für die Arbeitsleistung ebenfalls noch das Urteil "bedingt empfehlenswert". Auffällig ist, dass eine Direktannahme keine Selbstverständlichkeit ist, sondern nur in zwei Betrieben durchgeführt wird. Bei den Kosten für Lohn und Arbeitsmaterial hebt sich Kia nicht nennenswert von der Konkurrenz ab. Am teuersten ist der Service in der Hamburger ATU-Filiale. Dabei lockt die Kette mit Slogans wie "Konkurrenzangebot einreichen und Zehn-Euro-Coupon erhalten" oder "volle Hersteller-Garantie zum günstigen Preis". Ein Kritikpunkt stellt die Ersatzteilversorgung dar, im speziellen Fall für einen Gurtclip. Es ist verwunderlich, dass ein Ersatzteil, das nur wenige Cent kostet, nicht einzeln verfügbar ist. Gut, dass clevere Betriebe bei der Konkurrenz einkaufen und dem Kunden damit hohe Kosten ersparen.

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