Downsizing, also das Verringern von Hubraum ohne Leistungsverzicht, lässt sich ohne Aufladung kaum realisieren. Die geschieht entweder mit Turbolader oder per Kompressor.
80 PS Kompressor beim AMG
VW nutzt mit der Registeraufladung sogar eine Kombination aus beiden Verdichtern. Ein Turbo wird von der im Abgas enthaltenen Energie angetrieben und schaufelt so, quasi gratis, Luft in die Brennräume. Allerdings entzieht der Turbo den Abgasen Hitze, was den Katalysator langsamer ansprechen lässt. Kompressoren benötigen dagegen einen direkten Antrieb, der meist an der Kurbelwelle abgegriffen wird.
Bei den AMG 55-V8-Motoren wurden bei Volllast rund 80 PS ausschließlich für den Antrieb des Kompressors gefordert. Selbst bei Motorleistungen um 500 PS ist das keine Kleinigkeit. Das ist ihre größte Schwäche, weil die Kraft, die sie selbst für die zusätzliche Leistung benötigen, den Verbrauch nach oben treibt.
Höherer Vorzüge beim Kompressor
Dennoch wiegen die Vorzüge der Kompressoren diese Schwäche zum Teil auf: Sie sprechen ohne Verzögerung oder Turboloch an, sie beanspruchen vor allem bei V-Motoren weniger Bauraum als die Aufladung mit zwei Turbos, weil sie üblicherweise im V zwischen den Zylinderköpfen montiert werden können, und sie halten die Temperaturen im Motorraum niedrig, zumindest gemessen an einer Aufladung mit Abgasturbine.
Die niedrigere Temperatur erlaubt als Folge eine geringere Kühlluft-Durchströmung des Motorraums und damit eine bessere Aerodynamik, was den höheren Verbrauch zu einem kleinen Teil kompensiert.






