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LED-Technik

Die Licht-Zukunft gehört den Dioden

Led-Scheinwerfer Foto: Hersteller 10 Bilder

Autoscheinwerfer mit Glühlampen oder Xenonbrenner sind Auslaufmodelle, denn die Zukunft gehört den Licht emittierenden Dioden. Audi und Mercedes zeigen erste Prototypen der variablen Leuchten.

03.09.2009 Christian Bangemann

Mit der neuen E-Klasse (die Mercedes E-Klasse im Top-Test) hat Mercedes einen sehr variablen Xenon-Scheinwerfer vorgestellt, der stufenlos von Abblendauf Fernlicht umstellt oder umgekehrt das Fernlicht sukzessive auf Abblendlicht zurückregelt, wenn Gegenverkehr auftaucht. Die variable Leuchtweite ist vor allem bei Fahrten auf Landstraßen mit nur wenig Verkehr eine echte Bereicherung.

Die Zukunft gehört den LED-Leuchten

Dieser so genannte adaptive Fernlicht- Assistent von Mercedes gibt uns aber nur einen kleinen Ausblick auf die Lichtsysteme der Zukunft, bei denen sich Variabilität nicht mehr ausschließlich auf die Reichweite bezieht. Die Zukunft gehört den LED. Gemeint sind natürlich nicht die kleinen roten oder grünen Lämpchen, die wir heute als Signalleuchten sehen, wenn etwas mit dem Öldruck nicht stimmt oder der Parkassistent uns optisch signalisiert, dass wir gleich das hinter uns stehende Auto touchieren. Auch die schon viel heller strahlenden Tagfahrlicht-LED sind nicht mehr als Fingerübungen der Experten. Ihr Ziel ist es, alle herkömmlichen Leuchtmittel aus den Scheinwerfern zu verdammen und so Abblend- und Fernlicht ausschließlich mit Dioden zu realisieren.

Zahlreiche Hersteller bieten Scheinwerfer mit LED-Technik

Audi, Cadillac und Lexus sind auf dem Weg dahin bereits den ersten Schritt gegangen und bieten Scheinwerfer mit LED-Technik an. Ihr Zusatznutzen für den Kunden ist allerdings bislang sehr klein. Er beschränkt sich noch darauf, dass die Farbe des LED-Lichts nahe an der des Tageslichts ist, was das Auge weniger schnell ermüden lässt. Mehr Möglichkeiten als die parallel angebotenen Xenon-Brenner bieten sie derzeit nicht, was sich jedoch in weniger als fünf Jahren ändern wird. Audi will beim LED-Licht die Vorreiterrolle spielen und arbeitet deshalb gemeinsam mit den Scheinwerfer-Herstellern Automotive Lighting und Hella an dieser Technik.

LED-Licht soll Kraftstoff sparen

Die LED der aktuellen Prototypen stammen dabei aus den Häusern Philips und Osram. Noch leuchten sie mit einer Strahlkraft von 60 Lumen/Watt, die Audi-Experten halten aber schon 2015 200 Lumen/Watt für möglich. Selbst LED mit 300 Lumen/ Watt sind denkbar, was einem Wirkungsgrad von 50 Prozent entspräche. Nur zum Vergleich: Eine Glühlampe macht aus einem Watt 23 Lumen, ein Xenonbrenner holt aus einem Watt 83 Lumen. Offensichtlich lässt sich mit dem LED-Licht künftig also der Strom- und damit der Kraftstoffverbrauch des Autos senken, ein bis zwei Gramm Kohlendioxid pro Kilometer sollen nach Aussage von Mercedes-Technikern möglich sein.

LED-Technik soll ständiges Fahren mit Fernlicht möglich machen

Aber das wird wohl kaum der Grund dafür sein, warum Autokäufer künftig zum Aufpreis eines Xenon-Brenners noch einmal etwa 1.500 Euro extra investieren. Mit der LED-Technik soll es möglich werden, außerorts praktisch ständig mit eingeschaltetem Fernlicht zu fahren, sogar wenn ein Auto vorausfährt oder entgegenkommt. Der Fahrer hätte so auf seiner Fahrbahn und rechts davon einen bis zu 300 Meter langen Lichtkegel, ohne den Gegenverkehr zu blenden. Denn der würde aus dem Fernlicht einfach ausgeblendet.

Ausgeklügelte LED-Technik soll die Sicherheit erhöhen

Voraussetzung dafür sind eine Kamera an Bord, die in Fahrtrichtung schaut, und eine Lichtquelle, die sich partiell abschatten lässt. LED, die zu Flächen zusammengefasst sind und sich einzeln ein- und ausschalten lassen, eignen sich genau dafür. Eine erste Ausfahrt in einem Audi A8 mit LED-Prototypen-Scheinwerfern zeigt schon heute, wie stark sich die Lichttechnik weiterentwickeln lässt. 64 LED bilden bei diesem Auto pro Scheinwerfer die Hauptlichtquellen, die sich ganz flexibel an den Verkehr anpassen. Entgegenkommende und vorausfahrende Autos werden aus dem Lichtkegel regelrecht ausgestanzt und nicht geblendet. Trotzdem sieht man links und rechts an ihnen weit vorbei und kann eventuelle Hindernisse viel früher erkennen als mit normalem Abblendlicht.

Suchscheinwerfer-Funktionen sind verboten

Die Technik funktioniert auf geraden wie sehr kurvigen Strecken. Mercedes denkt über eine weitere Funktion nach: Gefahrenquellen links und rechts der Fahrbahn per Lichtspot gezielt anzuleuchten. Ob dies per Dauer- oder Blinklicht realisiert werden soll, wird noch diskutiert. In diesem Punkt scheint aber keine Eile geboten, denn so genannte Suchscheinwerfer-Funktionen sind noch verboten. Die Zulassung des vergleichsweise simplen Kurvenlichts hat zehn Jahre gedauert.

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