Es ist zum Haareraufen: Da hat das Autoradio sogar einen Anschluss für tragbare Musik- Player, doch der Stecker passt nicht zu unserem MP3-Spieler. Und die Ladeschale der Freisprecheinrichtung ist so alt, dass sich höchstens auf dem Flohmarkt ein passendes Handy findet. Anschlussprobleme dieser Art versuchen immer mehr Autohersteller mit dem Kurzstreckenfunk Bluetooth zu umgehen. Damit lassen sich elektronische Geräte kabellos miteinander vernetzen, wobei unterschiedliche Funktionen über verschiedene Bluetooth-Profile realisiert werden.
Neben den bereits jetzt schon verbreiteten Profilen Hands Free (HFP) und Headset (HSP), die Telefonieren über Freisprecheinrichtung oder Schnurlos-Kopfhörer erlauben, unterstützen hochwertige Infotainment-Geräte zunehmend auch das SIM Access Profile (SAP). Hier greift die Freisprecheinrichtung nur auf das Telefonbuch im Handy zurück. Telefoniert wird jedoch über ein separates Empfangsteil mit Außenantenne, das meist deutlich stabilere Verbindungen und bessere Sprachqualität garantiert.
Musik via Bluetooth
Doch auch Musik kann prima per Bluetooth verschickt werden. Mittels des Advanced Audio Distribution Profile (A2DP) lässt sich die MP3-Sammlung auf dem Handy oder MP3-Player bequem über die HiFi-Anlage abspielen. Zurzeit unterstützen allerdings noch keine Ab-Werk- und nur wenige Nachrüst-Radios diese Übertragungsart. Außerdem muss der kleine Musiklieferant zur Bedienung in die Hand genommen werden. Daher planen Firmen wie BMW gleich den nächsten Schritt und ergänzen das Übertragungsprofil um das Audio Video Remote Control Profile (AVRCP), mit dem sich mobile Abspielgeräte verkehrssicher über die Tasten des Autoradios steuern lassen.
Zu rosig sollte die Anschluss-Zukunft allerdings nicht gesehen werden. Denn aktuelle Bluetooth-Geräte verweigern schon mal den Kontakt, selbst wenn sie die gleichen Protokolle unterstützen. Bis sämtliche Probleme gelöst sind, dürfte sich so mancher daher ein einfaches Verbindungskabel zurückwünschen.




