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Lexikon

Bus-Systeme

Foto: Hersteller

Von der Navigation bis zum ESP: Immer mehr elektronische Bauteile verfügen über einen riesigen Daten- Hunger, der mittels Bus-Systemen gestillt wird.

05.09.2008 Dirk Gulde

Es ist noch gar nicht so lange her, dass ein Kassettenradio zum Aufwendigsten gehörte, was die Autoelektronik zu bieten hatte. Bis in die achtziger Jahre waren elektrische Systeme wie Zündung, Scheibenwischer oder Klimaanlage einzelne, von einander unabhängige Einheiten. In einer heutigen Oberklasselimousine finden sich jedoch bis zu 80 Steuergeräte und unzählige Sensoren, die nicht nur mit Strom versorgt, sondern auch untereinander verbunden werden müssen.

Denn schon für eine einfache Warnmeldung im Armaturenbrett bedarf es der Kooperation mehrerer Sensoren: Setzt sich beispielsweise ein Auto in Bewegung, ohne dass die Fahrertür richtig geschlossen wurde, sind es Türsensor ("Tür offen") und Tachosignal ("Fahrzeug fährt"). Müssten alle Steuergeräte auf herkömmliche Weise direkt vernetzt werden, wäre ein gigantischer Kabelbaum die Folge. Daher kommen im Automobilbau Bus-Systeme zum Einsatz, bei denen viele Steuergeräte digital auf einer gemeinsam genutzten Datenleitung kommunizieren.

CAN-Bus ist weit verbreitet

Die meisten Fahrzeuge sind inzwischen mit einem CAN-Bus (Controller Area Network) ausgestattet, der in den achtziger Jahren von Bosch entwickelt wurde und 1991 in der Mercedes S-Klasse debütierte. Auf einem CAN-Datenbus können sich maximal 110 Teilnehmer mit einer Datenrate von bis zu einem Mbit pro Sekunde austauschen. Für einfache Funktionen, bei denen nicht die Bandbreite und Vielseitigkeit eines CAN-Bus gefragt ist, hat sich zusätzlich der LIN-Bus (Local Interconnect Network ) etabliert. Statt über aufwendige, abgeschirmte Leitungen laufen die Daten über einfache Kabel. Das deutlich preiswertere System verfügt nur über eine Übertragungsrate von knapp 20 Kbit/s und wird für Funktionen wie Fensterheber- oder Rückspiegel-Steuerung verwendet. Da moderne Fahrwerks- oder Fahrerassistenz-Systeme sehr viele Daten innerhalb kürzester Zeit austauschen, kommt seit 2006 (erstmals im BMW X5) Flex Ray zum Einsatz.

Neu: Flex Ray

Flex Ray transportiert 20 Mal mehr Informationen als ein CAN-Bus, und das in vierfacher Geschwindigkeit (alle 2,5 statt zehn ms). Mit einer ebenfalls hohen Datenrate von 25 Mbit/Sekunde und mehr lassen sich Audio- und Videoinhalte über den MOST-Bus (Media Oriented Systems Transport) übertragen, der in vielen Oberklasse-Fahrzeugen eingesetzt wird. Obwohl MOST für die gleichzeitige Übermittlung von bis zu 15 Stereo-Kanälen ausgelegt wurde, reicht selbst diese Datenrate noch nicht für hochauflösende Video-Bilder. Daher wird für zukünftige Infotainment-Systeme bereits an noch leistungsfähigeren Alternativen gearbeitet.

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