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Euro-NCAP-Crashtest

Sicherheits-Konsortium ändert Bewertungsschema

Grafik Crashtest Foto: EuroNCAP

Seit 1997 testet das europäische Konsortium Euro-NCAP die Crash-Sicherheit von Autos. An den Tests hat sich über die Jahre nur wenig verändert – Anfang 2009 ändert das Sicherheits-Konsortium nun sein Bewertungsschema.

23.12.2008 Christian Bangemann

Die letzte einschneidende Änderung der Bewertung liegt mittlerweile acht Jahre zurück. Im März 2000 stellte Euro-NCAP die Bewertung von vier auf fünf maximal erreichbare Sterne um. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um ein Gesamtergebnis, sondern um Teilbewertungen für die verschiedenen Passagiere im Auto und für die Fußgänger. So können für den Schutz der beiden vorn Sitzenden fünf Sterne errungen werden, ebenso gibt es maximal fünf Sterne für optimale Sicherheit der mitreisenden Kinder (eineinhalb und drei Jahre) in der zweiten Reihe.

Eine dritte Bewertung mit maximal vier Sternen wird momentan für den Fußgängerschutz vergeben. So genannte Fünf-Sterne-Autos müssen bisher keineswegs in allen Kriterien optimalen Schutz bieten. Tatsächlich hat es in der Vergangenheit viele Modelle gegeben, die zwar Fahrer und Beifahrer sehr gut, aber Kinder und vor allem Fußgänger nur unterdurchschnittlich schützen. Ein Top-Ergebnis war dennoch möglich, weil ausschließlich der Schutz für die Passagiere der ersten Reihe im Vordergrund steht. Auch aktive Sicherheitsextras wie der elektronische Schleuderschutz ESP finden in der Euro-NCAP-Bewertung noch keinen Niederschlag. Damit ist ab Februar 2009 endgültig Schluss. Das Benotungsschema ändert sich grundlegend, und Euro-NCAP wird eine Gesamtbenotung einführen, in der Erwachsenen-, Kinder- und Fußgängerschutz sowie elektronische Schutzsysteme nach einem festen Schlüssel Eingang finden.

Auf das Schützen der vorn Sitzenden entfallen künftig 50 Prozent, der Kinder- und der Fußgängerschutz gehen mit jeweils 20 Prozent und die elektronischen Hilfssysteme mit zehn Prozent in das Ergebnis ein. Künftig wird es unmöglich sein, ein Fünf-Sterne-Ergebnis einzufahren, wenn ESP nicht bei mindestens 85 Prozent aller Motorisierungen des getesteten Modells an Bord ist. Neu ist auch, dass beim seitlichen Pfahlanprall-Crashtest die Belastung des gesamten Körpers bewertet wird. Bislang wurde nur der Kopf betrachtet. Euro-NCAP will zudem die Anforderungen für den Fußgängerschutz von Jahr zu Jahr erhöhen.

Prinzipiell akzeptiert die Auto-Industrie das neue Bewertungsschema. Allerdings sehen die Experten der Autobauer das Thema Fußgängerschutz stark überbewertet, und die elektronischen Hilfen gehen ihnen zu schwach in das Gesamtergebnis ein. Denn hier werden vorerst nur ESP, die optische wie akustische Gurtanlege-Erinnerung (Seatbelt-Reminder) und eine Geschwindigkeitsbegrenzung durch den Tempomaten bewertet. Brems- oder Spurhalte-Assistenten, automatische Tempomaten mit Notbremsfunktion, Nachtsichtgeräte oder Systeme zur Aufmerksamkeits-Überwachung finden dagegen keinen Niederschlag. Aber auch diese Assistenz-Systeme sollen laut Euro-NCAP in den kommenden Jahren sukzessive mitbewertet werden. 

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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