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GPS-Navigation

Satelliten-Navigation boomt

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Die Satelliten-Navigation – einst für das US-Militär erfunden – ist im Auto mittlerweile beinahe Standard.

28.11.2008 Christian Bangemann

Am 2. Mai 2000 brach für die Navigation im Auto ein neues Zeitalter an. Bis zu diesem Tag war das Signal der amerikanischen Global-Positioning-System-Satelliten so ungenau, dass zivile GPS-Empfänger bei ihren Standortbestimmungen Schwankungen von 50 bis 150 Metern aufwiesen – für die Orientierung in der Stadt ein viel zu großer Ungenauigkeitswert.

Autonavigation boomt

Seit acht Jahren fällt die in die Satelliten-Signale hineingerechnete künstliche Ungenauigkeit nun weg, und die Autonavigation erlebte einen unerwarteten Boom. Im Wesentlichen besteht das GPS-System aus 24 Satelliten, die in 20.200 Kilometer Höhe auf sechs Bahnen um die Erde kreisen. Jeder Satellit ist mit einer extrem genauen Uhr ausgestattet und sendet ein Zeit- sowie Positionssignal zur Erde. Die Signale aller Satelliten haben unterschiedliche Laufzeiten, und aus den Differenzen kann ein GPS-Empfänger seine exakte Position bestimmen. Theoretisch reichen dazu die Signale von drei Satelliten aus, selbst die Höhe lässt sich so metergenau ermitteln. Aber mit der Zahl der empfangenen Signale steigt die Präzision der Ortsbestimmung erheblich und liegt heute im Bereich von etwa drei Metern. Natürlich lässt sich mit dem System auch die Geschwindigkeit bestimmen, denn der Empfänger bewegt sich relativ zu den Sendern, und damit verändern sich ständig die Laufzeiten der Zeitsignale.

Die EU scheut die Abhängigkeit von diesem ehemals für die US-Militärs entwickelten System und will mit Galileo ein eigenes Satelliten-Navigationsnetz aufbauen, das vor allem in Städten zuverlässiger arbeitet. Es setzt auf 30 künstliche Erdtrabanten, die den Empfang in Straßenschluchten spürbar verbessern, denn hier verliert GPS noch häufig den Kontakt zu den Sendern. In Tunneln sind freilich beide Systeme blind für die Signale aus dem All. Hier meldet ein Tachosignal dem Navigator die Geschwindigkeit, und Drehratensensoren teilen dem Gerät mit, ob das Auto eventuell abbiegt oder seinen Kurs auf einer geraden Linie fortsetzt. Die komfortable elektronische Navigation ist aber nur eine Möglichkeit, diese Infrastruktur zu nutzen. Zunehmend wird GPS auch für Sicherheits-Systeme interessant.

BMW-Assist mit Notrufanlage

Wie andere Hersteller hat BMW eine Assist genannte Notrufanlage im Navigerät montiert. Sollte ein BMW verunfallen, meldet dies das Auto automatisch an eine Leitstelle. Dabei werden die exakten Unfall-Positionsdaten durchgegeben, so dass Rettungskräfte genau wissen, wohin sie fahren müssen. Wenn dann in einigen Jahren eine automatische Kommunikation zwischen Autos stattfindet (Car-to-Car-Communication) und sie sich beispielsweise gegenseitig vor Glatteis oder einem Stauende warnen, ist das ebenfalls nur möglich, wenn das Auto dank GPS oder Galileo ganz genau seinen Standort kennt.

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