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Head-Up-Display

Informationen aus der Windschutzscheibe

Foto: Hersteller 3 Bilder

In die Windschutzscheibe eingeblendete Informationen sollen das Fahren sicherer machen. Das System, das schon seit Jahrzehnten in der Fliegerei zum Einsatz kommt und Head-up-Display genannt wird, ist nun auch vermehrt im Auto verfügbar.

05.01.2009 Christian Bangemann

Um die Geschwindigkeit vom Tacho abzulesen, braucht der Fahrer eine gute Sekunde. In dieser kurzen Zeit legt er bei 100 km/h etwa 30 Meter zurück, und er tut dies sozusagen im Blindflug, weil er von der Straße weg auf den Tacho und wieder zurück blicken muss.

Abhilfe schafft ein System, das schon seit Jahrzehnten in der Fliegerei zum Einsatz kommt und Head-up-Display genannt wird. So können Jetpiloten wichtige Infos auf der Frontscheibe ablesen, ohne den Kopf senken zu müssen - daher der Name.

Bediensysteme im Test 6:39 Min.

Head-up-Display im Fahrzeug

Seit 2001 ist die Technik auch im Auto verfügbar, General Motors bietet sie in der Corvette an. 2003 hat BMW nachgezogen und die 5er und 6er-Modelle optional mit dieser Technik ausgestattet. Mittlerweile ist sie auch in X5, X6 und im neuen 7er zu haben. Volvo nutzt die Technik seit 2008 ebenfalls, allerdings lediglich als Light-Version, um Warnleuchten in die Scheibe zu spiegeln.
 
Die jeweils gefahrene Geschwindigkeit ist momentan die Kern-Information im Display bei Corvette und BMW. Im US-Sportwagen wird zusätzlich die Drehzahl und die Motortemperatur angezeigt, sogar die G-Kräfte lassen sich ablesen. BMW blendet neben der Geschwindigkeit auch das aktuelle Tempolimit (im 7er), Navigations- und Servicehinweise (beispielsweise Wischwasser leer), Spurverlassenswarnung und Infos des Nachtsichtgerätes als Piktogramm (im 7er) ein. Einzelne Infos lassen sich hier ausschalten, die Anzeige kann selbstverständlich komplett deaktiviert werden.

Technik steht erst am Anfang

In Zukunft wird die Informationsfülle noch deutlich zunehmen, denn die Technik steht erst am Anfang. Bisher stellt die Anzeige lediglich statische Informationen bereit. Das Ziel sind jedoch so genannte kontaktanaloge Informationen zu Dingen, die außerhalb des Autos stattfinden und sich womöglich bewegen. Eines der ehrgeizigsten Projekte ist es, Warnhinweise zu Personen, die in der Dunkelheit am Straßenrand stehen, nicht mehr nur als Piktogramm, sondern direkt dort anzuzeigen, wo der Fahrer die Person bei Helligkeit auf der Straße sehen würde.
 
Audi arbeitet bereits an der Realisierung dieser Idee, allerdings liegt die Lösung noch einige Jahre in der Zukunft. Problematisch ist es nämlich, den Warnhinweis auf der Scheibe und die Position der Person neben der Straße absolut deckungsgleich zu bekommen – und zwar für alle Fahrer, egal wie groß sie sind und wie sie im Auto sitzen.

Aufwändige Projektion

Denn das Head-up-Display ist ein aufwendiges optisches System. Schon heute muss das virtuelle Bild mit einem Optikmodul per Umlenkung auf eine gleichsam spiegelnde wie lichtdurchlässige Fläche projiziert werden. Es scheint etwa zweieinhalb Meter vor dem Auto auf der Straße zu schweben.
 
Erschwerend kommt hinzu, dass Verbundglas-Windschutzscheiben aus zwei Glasschichten und einer dazwischen liegenden Kunststoffschicht bestehen und die Anzeige eigentlich zu einem Doppelbild verzerren würden. Um eine klare Anzeige zu ermöglichen, ist die Kunststoffschicht deshalb nicht überall gleich dick ausgeführt.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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