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Werkstättentest 2012

Mercedes wieder mit den besten Noten

Testliste, Mercedes Foto: Beate Jeske 17 Bilder

Wie 2010 absolviert Mercedes auch in diesem Jahr den Werkstätten-Test von auto motor und sport mit den besten Noten. Trotz einer leicht rückgängigen Fehlerbehebungsquote bleiben Arbeitsleistung und Service auf einem hohen Niveau. Sechs Vertragshändler schneiden mit dem Prädikat "Sehr empfehlenswert" ab, kein Autohaus fällt durch.

26.09.2012 Burkhardt Hübner

Das Beste kommt zum Schluss. Diese Erkenntnis taugt nicht nur als Titel für einen Kinofilm. Sie ist gleichfalls Maßstab dafür, wie Mercedes die diesjährige Testserie abschließt – nämlich als beste Marke. Unter den insgesamt sechs Herstellern markiert das Stuttgarter Unternehmen im Werkstätten-Test mit 92 Prozent die höchste Erfüllungsquote.

Allerdings, so könnte man im Börsenjargon einschränkend sagen, hat die Service-Aktie des Premiumherstellers in zwei Jahren leicht nachgegeben. 2010 reichte es noch zu einem Spitzenwert von 95 Prozent, dem historischen Hoch aller bisherigen Werkstättentests von auto motor und sport. Dennoch bewegen sich die Mercedes-Betriebe mit ihren Dienstleistungen nach wie vor auf einem konkurrenzlos hohen Niveau. Die Luft scheint aber in diesen Zonen, in denen es in Richtung einer hundertprozentigen Topleistung geht, dünner zu werden. Alle acht Vertragswerkstätten schließen mit dem Prädikat "Sehr empfehlenswert" oder "Empfehlenswert" ab.

Volle Punktzahl für Mercedes-Werkstatt in Saarbrücken

Dennoch gelingt nur der Niederlassung Saarbrücken der große Wurf mit dem Maximum von 30 Punkten für eine makellose Arbeitsleistung. Vor zwei Jahren konnten immerhin fünf Autohäuser dieses vorbildliche Resultat für sich verbuchen. Erstaunlicherweise ist es die simple Einstellung der Scheinwerfer, die häufig Probleme bereitet. In den Mercedes-Niederlassungen Leipzig und Leverkusen stimmt jeweils die seitliche Justierung eines Scheinwerfers nicht. Bei Gruma und Brüggemann ist nach der Inspektion weiterhin die Höheneinstellung fehlerhaft. Und das Autohaus Behrmann lässt den Kunden mit diesbezüglich mehrfachen Makeln vom Hof rollen: Beide Scheinwerfer strahlen seitlich in die falsche Richtung, und der linke leuchtet zu hoch, so dass er den Gegenverkehr blenden kann.

Auch die Reifen sind ein Thema, das nicht überall glattläuft. Im Autohaus Birkelbach erhöhen die Monteure den Luftdruck um 0,3 bis 0,4 bar über den Sollwert. Bei Behrmann werden hingegen alle vier Reifen mit 2,5 bar aufgepumpt, obwohl für die Pneus der Vorderachse 2,2 bar und für die der Hinterachse 2,3 bar vorgeschrieben sind. Einen anderen Lapsus leistet sich die Hamburger Niederlassung. Hier hat man sich auf das Haltbarkeitsdatum des Reifendichtmittels konzentriert. Dass sich aber der ebenso zum Pannenset gehörende Kompressor nicht an Bord befindet, fiel in der Werkstatt niemandem auf.

Keine besonders hinterlistigen Fehler im Mercedes Werkstätten-Test

Überdies geht die Werksvertretung in Leverkusen mit dem Kühlmittelverlust etwas nachlässig um. Dort füllt man zu viel Kühlwasser in den Ausgleichsbehälter. Dabei grenzt es keineswegs an Zauberei, den in der C-Klasse schlummernden Unregelmäßigkeiten auf die Spur zu kommen und sie ordnungsgemäß abzustellen. Es sind auch nicht besonders hinterlistige Fehler, mit denen der Wagen präpariert ist, sondern schlichte Allerweltsmängel. Und die lassen sich von einem halbwegs ambitioniert tätigen Werkstattpersonal leicht orten, wenn der Kunde den Service Assyst B, wie die große Inspektion bei Mercedes heißt, in Auftrag gibt.

Ansonsten können Mercedes-Fahrer mit dem Service durch die Vertragshändler zufrieden sein. Das trifft beispielsweise auf die Dialog- oder Direktannahme zu, die inzwischen in sämtlichen Niederlassungen und Partnerbetrieben obligatorischer Bestandteil des Inspektionspakets ist. Gleichfalls kundenfreundliche Standards bieten alle Autohäuser bei der Terminabsprache für Abgabe und Abholung, einer ausführlichen Erläuterung der Rechnungspositionen sowie der Freundlichkeit des Personals.

Wagen wird bei allen kostenlos gewaschen und ausgesaugt

Einen vergleichsweise gröberen Schnitzer leistet sich die Hamburger Niederlassung, da hier auf eine ausreichend lange Probefahrt von mehr als drei Kilometern verzichtet wird. Andererseits lobenswert: Bei jedem der acht Vertragshändler wird der Wagen nach dem Fahrzeug-Check kostenlos gewaschen und ausgesaugt.

In der Frage nach der Ölsorte herrscht zwischen den einzelnen Vertragswerkstätten Uneinigkeit. Mit Ausnahme der Niederlassung in Leverkusen geben alle Betriebe eine entsprechende Empfehlung ab. So orientieren sich die Niederlassungen in Hamburg und Leipzig sowie Behrmann strikt an der werkseigenen Norm 229.51, die für Motoren mit Dieselpartikelfilter die hochwertigste Sorte vorsieht – und natürlich auch die mit Abstand teuerste. Mehr als stolze 30 Euro sind dann pro Liter fällig. Die übrigen Betriebe neigen meist zu mittleren, technisch ebenso geeigneten Qualitätsstandards, wofür sie moderatere Preise berechnen. Einzig das Autohaus Gruma fällt mit einem Literpreis von rund zwölf Euro für die einfachste Ölsorte wohltuend aus dem Rahmen.

Wartung bei Mercedes hat hohen Preis

Dass die Wartung bei Mercedes in aller Regel einen hohen Preis hat, ist weder neu noch bemerkenswert. Es irritiert jedoch die enorme Spannbreite der Inspektionsrechnungen. Der identische Wartungsumfang des Assyst-B-Checks, allerdings mit unterschiedlichen Ölpreisen, schlägt einmal mit 557,15 Euro (Behrmann), einmal mit 339,89 Euro (Gruma) zu Buche. Allein die Lohnkosten machen bei Behrmann wie auch in der Hamburger Niederlassung über 300 Euro für den zweieinhalbstündigen Service aus.

Solche Beträge empfindet der Kunde als echtes Ärgernis, speziell wenn wie im Fall der norddeutschen Werksvertretung ansonsten meist kostenlose Bagatellarbeiten noch extra honoriert werden müssen. Selbst ein kleiner Handgriff wie die Erneuerung des Gurtclips wird mit 12,26 Euro in Rechnung gestellt. Keine Frage: Für die Wartung muss der Mercedes-Kunde vielerorts tief in die Tasche greifen. Dafür darf er sich aber zumeist an einer zuverlässigen Werkstattqualität sowie einem tadellosen Service erfreuen.

Fazit

Die Geschichte der Werkstätten-Tests in der Mercedes-Organisation war lange Zeit geprägt von vielerlei Pleiten, Pech und Pannen. Noch im Jahr 2003 blieb fast jeder zweite Mangel an den präparierten Testwagen unentdeckt oder unbearbeitet. Seit dieser Zeit geht es aber kontinuierlich bergauf. Wie 2010 schließt der Premiumhersteller auch in diesem Jahr als beste Marke die Testrunde von auto motor und sport ab. Sechs der acht Betriebe glänzen mit einer vorzüglichen Arbeitsleistung und dem Urteil "Sehr empfehlenswert", zwei Autohäuser mit "Empfehlenswert", kein Betrieb fällt durch. Ein Vertragshändler erreicht das Maximum von 30 Punkten bei der Arbeitsleistung.

Auffallend ist, dass sämtliche Werkstätten die in die C-Klasse eingebauten Fehler registrieren. Doch gehen die Serviceteams nicht mit allen Positionen des Wartungsplans in der gebotenen Sorgfalt um. Erstaunlicherweise bereitet die simple Einstellung der Scheinwerfer relativ häufig Probleme, fünf Mal scheitern die Monteure an der korrekten Justierung. Lobenswert hingegen: Mit einer Ausnahme gibt es fünf Sterne in der Service-Bewertung. Für diese gute Qualität wird der Mercedes-Kunde allerdings ordentlich zur Kasse gebeten – zwischen 340 und knapp 560 Euro stellen die Vertragshändler für eine große Inspektion in Rechnung.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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