Mobile Navigationsgeräte: Sieben Einsteigermodelle im Vergleich

Mobile Navigationsgeräte

Die so genannte Einsteigerklasse im portablen Navigationsbereich bietet mittlerweile für wenig Geld viel Leistung. Sieben Vertreter aus der Preisklasse bis 200 Euro müssen in einem Test beweisen, wie gut sie sind.

Kaum ein Segment für Autozubehör ist in so großer Bewegung wie der Markt für portable Navigationsgeräte. Getrieben vom Wettbewerb, investieren die Hersteller viel in die technische Weiterentwicklung der Lotsen und präsentieren in immer kürzeren Zeitabständen neue Systeme. Das hat zur Folge, dass nur wenige Monate alte Geräte-Generationen bereits überholt sind. Anstatt sie vom Markt zu nehmen, bietet die Branche die Ziellotsen aber weiterhin an und reduziert nicht selten den Preis um bis zu 50 Prozent auf unter 200 Euro.

Deutsche investieren im Schnitt lediglich 198 Euro für ein Navigationsgerät

Damit reagiert sie auf die Wünsche der Konsumenten. Die Praxis zeigt, dass ein nicht unerheblicher Teil der Verbraucher keine 300 oder 400 Euro für die elektronischen Routenführer ausgeben will. Laut den GfK-Marktbeobachtern investieren die Deutschen dafür im Schnitt lediglich 198 Euro. Das entspricht exakt dem Grenzverlauf der so genannten Einsteigerklasse. In diesem Segment verfügten die Systeme bislang über keine so reichhaltige Ausstattung. Wie der aktuelle auto motor und sport-Test zeigt, gehört dieser Einwand aber mittlerweile der Vergangenheit an. Auch Technik-Junkies dürften nun in dieser Klasse ein passendes Gerät finden. Schließlich kommen Extras zum Einsatz, die bislang nur den Topmodellen vorbehalten waren wie zum Beispiel die selbstlernende Software. Sie ist beim Falk F6, Navigon 3300 max sowie TomTom XL im Einsatz und kann die Routenwahl abhängig von Uhrzeit und Tag treffen. Damit lassen sich zu Stoßzeiten verkehrsreiche Stellen bequem meiden.

Bis auf ein Navigationssystem verfügen alle über die Stau-Umfahrung via TMC

Außerdem verfügen fünf der sieben Testkandidaten über breite 4,3-Zoll-Bildschirme, was die Zieleingabe und das Ablesen von Routeninformationen erleichtert. Selbst die automatische Stau-Umfahrung via TMC und der verbesserten Variante "pro" ist kein Luxus mehr. Bis auf das Blaupunkt TravelPilot 100 verfügen alle Probanden über diese Ausstattung. Mehr noch: Selbst die Text-to-Speech-Funktion ist bei einigen Test-Systemen mit an Bord - die Anlagen sagen nicht nur die Straßennamen an, sie können auch die Staus auf der Strecke vorlesen. MP3-Player oder Bildbetrachter gibt es mittlerweile in der Einsteigerklasse genauso wie die elektronischen Reiseführer. Sie gehören beim Falk F6, Medion GoPal E4235 und Merian scout C_Navigator mit zum Lieferumfang. Diese Ausstattung lässt sich in der Regel problemlos in die Navigation mit einbeziehen.

Geräte ab 199 Euro enthalten die Karten von 42 europäischen Ländern

Auf die komplette Europakarte brauchen die Kunden ebensowenig zu verzichten. Allerdings ist beim Kartenmaterial anzumerken, dass hier vor allem der Preis über den Umfang entscheidet. Bei Navigationssystemen bis zu etwa 150 Euro beschränkt sich das digitalisierte Straßennetz lediglich auf die so genannte DACH-Variante (Deutschland,  Österreich und Schweiz). Das ist beim Navigon 3300 max der Fall sowie beim Gerät von Blaupunkt. Wer dagegen 199 Euro investiert, erhält in digitalisierter Form die Karten von 42 europäischen Ländern.

Allerdings ist auf das Alter der Daten zu achten. Die Karten können noch aus dem ersten Quartal des Jahres 2008 stammen. Das mag auf den ersten Blick nicht weiter stören, doch pro Jahr ändern sich immerhin bis zu 15 Prozent der Straßendaten - Probleme bei der Zielführung sind somit vorprogrammiert. Falk, Navigon, TomTom und in Kürze auch Becker bieten den Kunden an dieser Stelle eine verbraucherfreundliche Lösung an: Nach Kauf des Lotsen wird für mehrere Wochen die Möglichkeit eingeräumt, das Kartenmaterial kostenlos im Internet aufzufrischen.

Die Hersteller greifen bei der Routensoftware nicht auf zu alte Bestände zurück

Überraschend ist, dass die Leistung in der Routenführung wenig mit dem Verkaufspreis zu tun hat. Der Testsieger Becker Traffic Assist Z103 konnte mit einer sehr guten optischen sowie akustischen Zielführung überzeugen. Das Gerät muss in diesem Punkt keinen Vergleich mit Navigatoren aus höheren Klassen scheuen. Das zeigt nebenbei auch, dass die Hersteller bei der Routensoftware in der Regel nicht auf zu alte Bestände zurückgreifen.

Selbst das Navigationssystem mit der geringsten Punktzahl im Test, das Blaupunkt TravelPilot 100, führt auf schnellem Weg ans Ziel und leistet bei der Sprachausgabe oder den optischen Anweisungen noch ordentliche Arbeit. Vor allem ist das ein Beleg dafür, dass auch in der Einsteigerklasse die Technik einen Stand erreicht hat, der überrascht.

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Henning Busse

Autor:

auto motor und sport, Heft 17 / 2009

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