Navigationssysteme: Lernfähige Routenführer im Test

Navigationssysteme von Falk und TomTom führen je nach Tag und Uhrzeit auf unterschiedlichen Routen zum Ziel. Spielerei oder echt clever?

Mehr Zusatzfunktionen, realistischere Kartendarstellung und schnellerer Rechner: Trotz fallender Preise konnten sich Navigationssysteme in den letzten Jahren stark verbessern. An einem Problem kranken bisher jedoch alle Systeme, ob teurer Festeinbau oder günstige Nachrüst-Variante: Die empfohlenen Routen basieren auf festen mathematischen Berechnungen, bei denen echtes Verkehrsaufkommen keine Rolle spielt. Tatsächlich macht es jedoch einen großen Unterschied, ob eine Straße Montag früh im Berufsverkehr oder an einem Sonntag-Nachmittag befahren wird.

Navi als ortskundiger Beifahrer

Auch der Staumelder TMC, mit dem inzwischen die meisten Scouts ausgestattet sind, hat sich als keine große Hilfe erwiesen, da er in Städten überhaupt nicht und außerorts sehr ungenau funktioniert. TomTom und Falk bieten mit "IQRoutes" bzw. "Schlaue Route" jetzt Funktionen an, die abhängig von Wochentag oder Uhrzeit auf unterschiedlichen Routen zum Ziel führen und dank Lernfunktion immer klüger werden. Wie mit einem gut informierten Ortskundigen auf dem Beifahrersitz lassen sich auf diese Weise heikle Strecken meiden. Doch TomTom optimiert die Routenführung noch weiter: In Kooperation mit Mobilfunkanbieter Vodafone werden permanent anonymisierte Bewegungsprofile von im Auto mitgeführten Handys analysiert und zur Stauwarnung genutzt.

HD-Traffic kostet extra

Ein im GO 940 Live eingebautes Funk-Modul empfängt die "HD-Traffic" genannten Daten und aktualisiert Streckenberechnungen alle drei Minuten. Tatsächlich lieferte HD-Traffic beim Test deutlich mehr Verkehrsinformationen als der parallel eingesetzte TMC-Pro-Empfänger des Falk, zudem wurden auch Behinderungen in der Stadt gemeldet. Ebenfalls positiv, dass das 940 nicht wegen kurzer Staus auf der Autobahn zähe Überland-Umleitungen berechnete, sondern geschickt den erwarteten Zeitverlust berücksichtigte. Die Stauvorhersagen via HD-Traffic sind im Gegensatz zu TMC jedoch nicht kostenlos.

Hohe Kosten beim TomTom

Mit einer Grundgebühr von knapp zehn Euro pro Monat dürften wohl nur Vielfahrer zuschlagen. Bei dreijähriger Nutzung addieren sich die Gesamtkosten für das TomTom GO 940 Live nämlich auf stattliche 860 Euro. Wer nicht so häufig fährt, bekommt mit dem 400 Euro teuren Falk F10 ebenfalls eine ausgereifte Navigation samt kostenlosem TMC-Pro-Empfang. Doch ob TomTom oder Falk, mit ihrer Lernfähigkeit ähneln beide Geräte einem guten Wein: Sie werden nämlich mit dem Alter immer besser.

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Dirk Gulde

Autor:

auto motor und sport, Heft 03 / 2009

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