Mercedes: Neue Vierzylinder-Diesel

Generationswechsel bei den Vierzylinder-Dieseln: Ab Herbst bringt Mercedes völlig neue CDI-Triebwerke mit 2,2 Liter Hubraum zum Einsatz. Ihr Clou ist die Doppelaufladung.

Downsizing ist das angesagte Zauberwort: also mit kleineren, aber durchzugsstarken Motoren weniger Verbrauch generieren. So kann ein Vierzylinder locker das Temperament eines Sechszylinders erreichen - indem man nicht einen, sondern gleich zwei Turbolader einsetzt.

Dieselpionier Mercedes war hier indes keineswegs Vorreiter, sondern hat - ähnlich wie einst beim Direkteinspritzer - erst einmal abgewartet, ob die Wettbewerber mit diesem Konzept Erfolg haben würden. Sie hatten. Nun bringen die Schwaben ihre Version eines Power-Diesels, der für die nächstenzehn Jahre Maßstäbe setzen soll. Denn der Selbstzünder mit 2,2 Liter Hubraum bietet ein Leistungspotenzial, das weit über die 204 PS hinausgeht, mit denen er im Herbst in der C-Klasse debütiert.

Ab 2009 mit 220 PS


"Mindestens 220 PS sind drin", verriet ein Aggregateentwickler, der auch durchblicken ließ, dass in der neuen E-Klasse ab 2009 etwa diese Mehrleistung zu erwarten ist. Zudem wird der neue Motor Anfang 2010 als erster Vierzylinder in der Firmengeschichtein einer S-Klasse zum Einsatz kommen. Dank dem Zusammenspiel mit einem Mildhybridsystemsoll das Luxusmobil lediglich 6,5 Liter pro 100 Kilometer verbrennen. In der C-Klasse werden es nur zwischen 5,1und 5,4 Liter sein - wobei diese Mittelklasse-Baureihe künftig ein Start-Stopp-System erhält.

Der noch aktuelle, 1997 eingeführte 2,2-Liter leistete zunächst 102 und 125 PS, erstarkte dann bis heute auf 136 beziehungsweise170 PS. Dieser OM 646 (OM steht bei Mercedes traditionell für Oel-Motor) wird sukzessive in allen Modellreihen bis hin zum Sprinter abgelöst.

Weil sich die Grundabmessungen (Zylinderabstand jetzt 94 statt 97 mm) ändern, wird der Neue auf einer eigenen Fertigungslinie in Untertürkheim vormontiert und im Werk Kölleda - dort, wo die Motoren für den Smart Forfour gebaut wurden - fertiggestellt.

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Eberhard Kittler

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