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Nissan GT-R im Innenraumcheck

Protzturbo ohne inneres Flair

Nissan GT-R Foto: Thomas Gerhardt 46 Bilder

Der Nissan GT-R wird gerne als der Porsche-Schreck schlechthin bezeichnet. Im Gegensatz zum Zuffenhausener Konkurrenten mimt er im Innenraum aber nicht den sportlich-modischen Gentleman, sondern eher den coolen, pixelbeschmückten Computer-Racer. Wir haben uns das genauer angesehen.

10.08.2013 Thomas Gerhardt

Zum Innenraumcheck rollt der 2013er Nissan GT-R mit dem etwas mystisch klingenden Zweitnamen Black Edition an. Mit 96.000 Euro ist diese Varinte exakt 1.100 Euro teurer als die aktuelle Einstiegsversion Premium Edition. Der Aufpreis geht vor allem auf das Konto der Recaro-Sportsitze. Und die bringen uns gleich zum ersten Punkt.

Porsche 911 Carrera S 991
Fahrbericht Nissan GT-R 2:42 Min.

Einstieg und Sitzkomfort

In der Kombination aus schwarzem Leder und roten Ledereinsätzen sind die Recaros ausschließlich der Black Edition vorbehalten. Für das Sitzfleisch ist genug Polster vorhanden und bei rasanten Kurvenfahrten ist für eine mehr als ausreichende Stützfunktion an den Seiten gesorgt. Im Beckenbereich vielleicht etwas zu viel. Hier kann es die beiden Passagiere schon mal zwicken. Dafür sollte der Einstieg auch Personen jenseits einer Körpergröße von 1,80 Meter ohne Blessurgefahr an Kopf oder Schulter gelingen. Der Nissan GT-R ist immerhin 1,37 Meter hoch und seine beiden Türen können sehr weit geöffnet werden. In der zweiten Reihe ist das Platzangebot naturgemäß begrenzt. Der Nissan GT-R hat zwar 2 Notsitze, bleibt aber in erster Linie ein reinrassiger Sportwagen.

Materialauswahl und Verarbeitung im Nissan GT-R

Nissan hat im Innenraum des GT-R einen bunten Material-Mix zusammengewürfelt. Harte wie unterschäumte Kunsstoffflächen, die entweder matt glänzen oder angeraut sind, werden mit Leder in der Türverkleidung, auf dem Instrumententäger, um das Handschuhfach und natürlich an Sitzen, Lenkrad, Schalt- und Handbremshebel aufgehübscht. In der Mittelkonsole will dann noch eine Blende im Carbon-Look das sportliche Flair unterstreichen, während der Teppich in der unteren Hälfte der Türverkleidung eine Prise Wohnlichkeit in den GT-R bringt.

Auch wenn der beschriebene Material-Eintopf nicht überall edel wirkt, die Verarbeitung im Innenraum des Nissan GT-R geht in Ordnung: Kein Knacken, kein Knarzen. Exakte Ziernähte am Leder und einigermaßen langlebig wirkende Schalter und Regler hinterließen einen passablen Eindruck. Leider gibt es gerade in der Mittelkonsole zu viele Spalten und Ritzen in denen sich schnell Schmutz und Staub ansammelt.

Design und Ergonomie im Innenraum des Nissan GT-R

Zur Ergonomie gibt es ebenfalls Lobenswertes wie Kritikwürdiges zu berichten. Die elektronische Sitzverstellung seitlich an den Sitzen gefällt, weil sie äußerst simpel gestaltet und intuitiv zu bedienen ist. Schon ein Stückchen höher fällt der seltsam, weil nach oben zu ziehende Türöffner negativ auf. Auch auf der anderen Seite muss der Türöffner des Nissan GT-R erst halb eingedrückt werden, damit er im Anschluss mit einer Zugbewegung das Portal öffnet. Klingt jetzt komplizierter als es ist und verleiht dem Nissan GT-R mit Sicherheit auch ein kleine Portion Pepp, bringt aber im Alltag auch Nervpotential mit sich.

Positiv, weil gut platziert und eingänglich zu bedienen, fällt die Steuerung der Fahrwerks-, Klima und Radioeinstellungen auf. Eine Etage höher ist es dann aber schon wieder vorbei mit einfach und simpel, wenngleich der berührungsempfindliche Infobildschirm ddes Infotainments gut einsehbar positioniert ist.

Bedienbarkeit der Technik

Wer auf Technik-Spielereien steht und sich gerne mal durch unzählige Konfigurationsmöglichkeiten zappt, wird das Infotainmentsystem des Nissan GT-R lieben. Neben der aufpreispflichtigen Navifunktion und der Rückfahrkamera kann man sich hier alle Fahrzeug- und fahrrelevanten Informationen in kleinen Kästchen zusammenkredenzen – und sich auch leicht darin verlieren. Das Angebot reicht vom der Drehmomentverteilung bis zur graphischen Darstellung der Querbeschleunigung. Keine Frage, das hat schon was. Aber mal ehrlich: Wenn kleine Pixel in einer durchaus ansprechenden Formation zum Beispiel über die Getriebeöltemperatur informieren, dann darf der Richtigkeit schon eine gewisse Skepsis entgegengebracht werden. Und außerdem ist der Nissan GT-R so schnell, da wird für das Ablesen wohl eher keine Zeit bleiben.

Ansonsten wirft die Bedienung der Nissan-Technik keine Fragen auf.

Raum- und Ablagenangebot im Nissan GT-R

Sagen wir mal so, in den Kofferraum des Nissan GT-R passt schon was rein. Das dürfte aber auch das einzige sein, das Besitzern oder potentielle Käufer – wenn überhaupt – interessieren dürfte. Nissan hat dem GT-R andere Argumente auf das Datenblatt geschrieben. In verkaufsfördernder Reihenfolge lesen sich diese etwa so: 6 Zylinder, 3,8 Liter Hubraum, 2 Turbolader, Allradantrieb, 632 Nm, 550 PS und – Achtung! – 2,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Da darf man, völlig adrenalinbenebelt über Schwächen im Innenraum schon hinwegsehen. Wer es ausprobiert hat, wird das bestätigen.

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