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Oberklasse-Infotainment im Test

Systeme in Audi A6, BMW 5er GT und E-Klasse

Infotainmentsysteme in Audi A6, BMW 5er GT, Mercedes E-Klasse Foto: Hans-Dieter Seufert 39 Bilder

Audi A6, BMW 5er GT und Mercedes E-Klasse bieten das Infotainment-Know-how des automobilen Oberhauses. Doch gerade beim Thema Internet ist die Ernüchterung groß. Drei Konzepte im Vergleich.

14.03.2012 Marcus Peters

Wer regelmäßig mit seinem Smartphone online geht, sollte sich gut überlegen, ob er das World Wide Web auch vom Auto aus besuchen möchte – er braucht Geduld und fühlt sich in die Zeit des gemächlichen Modems zurückversetzt. Das passt so gar nicht zu dem fortschrittlichen Eindruck, den die Hersteller von ihrer Technik vermitteln. Schon das Koppeln mit dem Handy als Daten-Postbote klappt nicht immer auf Anhieb und mit jedem Modell.

Generell scheint eine gewisse Hartnäckigkeit beim Thema Infotainment von Vorteil – Erfolg stellt sich häufig erst nach wiederholten Versuchen oder Studium der Betriebsanleitung ein.
Wohl denen, die in ihrem BMW 5er GT via fest eingebauter SIM-Karte ins Internet gehen können – nachdem sie die Adresse der Website umständlich und langwierig Buchstabe für Buchstabe über den i-Drive-Controller eingegeben haben. Hier wäre Sprachsteuerung ein echter Segen, doch diese beschränkt sich aufs Telefonieren, Navigieren und auf die Bedienung der HiFi-Anlage.

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auto motor und sport 06/2012
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Über zwei Minuten Seite laden im BMW 5er GT

Immerhin ist bei BMW als Startseite die Suchmaschine Google beim Finden von Websites behilflich. Das Laden einer Seite wie www.auto-motor-und-sport.de dauert via Übertragungsstandard EDGE dann allerdings über zwei Minuten. Die Muße, darauf zu warten, dürften die wenigsten Premium-Kunden haben.

Über eine separate Zweitkarte der eigenen SIM-Karte gestattet Audi den Internetzugang mit hoher UMTS-Geschwindigkeit, während der BMW nur EDGE bietet. Die Karte muss allerdings zur Datenübertragung freigeschaltet sein. Alle drei Fahrzeuge ermöglichen es auf Wunsch, die Telefonanlage zum WLAN-Hotspot umzufunktionieren. Über diesen können Passagiere sogar während der Fahrt etwa via Laptop unbeschränkt im Internet surfen. Der Mercedes stellt die Verbindung zum Internet wiederum über das Mobiltelefon des Fahrers her. Abgerechnet werden die Kosten für die übertragenen Daten per Handy-Rechnung.

Zunächst muss man umständlich den Telefon-Anbieter aus einer Liste wählen, dann funktioniert die Eingabe der Internet-Adresse in der Mercedes E-Klasse etwas schneller als im BMW 5er GT. Der Grund: Sonderzeichen stehen bereits von Anfang an statt in einem Untermenü zur Wahl. Nach erfolgreicher Eingabe baut sich im Mercedes eine für Smartphones optimierte und damit zügiger als bei vollwertigen Versionen ladende Seite auf (sofern diese verfügbar ist). Zumindest im Stand ist der Zugang ins World Wide Web – theoretisch – unbeschränkt.

Internetnutzung mit dem iPhone bleibt Wunschdenken

An dieser Stelle müssen die Nutzer des weit verbreiteten und beliebten Apple iPhone stark sein: Zwar funktionieren Telefonie und Musikwiedergabe via Bluetooth hervorragend; doch die Datenübertragung für Internetnutzung bleibt unverständlicherweise reines Wunschdenken – dies gilt genauso für den Audi A6 und den BMW 5er GT. An einer Lösung wird immerhin gearbeitet. Der Grund: Apple bietet nicht das so genannte SIM-Access-Profile an. Generell genügt der E-Klasse ein Minimum an Knöpfen – Eingaben erfolgen über den präzise rastenden Drehregler. Die Bedienung erfordert keine langen Einlern-Phasen, wobei der Aufbau der Menüs nicht immer logisch geriet. Anders als im Audi muss der Blick im Mercedes aber nur selten von der Straße gewendet werden.

Allerdings kostet die Sprachsteuerung mit zähen Dialogen Zeit. Und es fehlt die volle One-Shoot-Funktion: Bei der Adresse versteht die Steuerung Stadt und Straße, will aber die Hausnummer in einer zweiten Eingabe. Weil Mercedes keine Echtzeit-Information zur Anzeige von Staus anbietet, gibt es auch Abzüge bei ihrer Umfahrung. Beim Finden von Hotels oder Restaurants helfen im Audi A6 ans Bluetooth-Autotelefon gekoppelte Online-Dienste. Sie gestatten beispielsweise einen Blick auf die Wettervorhersage für das Zielgebiet. Das Navigationssystem MMI Plus enthält ein berührungsempfindliches Touchpad, das mit dem Finger geschriebene Buchstaben erkennt. Ein praktisches Eingabemedium, weil der Blick beim Schreiben auf der Straße verharren kann. Hier zeigt sich Audi fortschrittlich, streicht allerdings Rearseat Entertainment genauso aus der Options-Liste wie freies Surfen auf dem Bordmonitor – es geht nur via WLAN auf dem Handy oder Laptop.

Dass der Audi A6 verschiedene Möglichkeiten anbietet, um ans Ziel zu kommen, erleichtert die intuitive Bedienung. Verwirrung stiften aber die vielen Knöpfe in der Mittelkonsole, die sich nicht so gut wie im BMW 5er GT ertasten lassen – und mehr Aufmerksamkeit erfordern. So dauert die Eingabe im Test etwas länger als bei den Konkurrenten.

Spracheingabe funktioniert im BMW 5er GT vorbildlich

In puncto Ablenkung setzt das i-Drive des BMW den Maßstab. Die meisten Funktionen lassen sich dank Tasten für die Hauptfunktionen sowie einer schlanken Menüführung leicht aktivieren – prinzipiell. Etwas anders sieht es aus, sobald das Internet ins Spiel kommt. Online-Zusatzdienste überladen mittlerweile merklich das System. Der an sich praktische Echtzeit-Verkehrsdienst will umständlich im Untermenü aktiviert werden. Ähnliches gilt fürs Auffinden von Tankstellen. Diese sollten sich unter den Sonderzielen an erster Stelle finden lassen, müssen aber erst aus einer Liste gefischt werden. Sehr gut lässt sich übrigens das Navigationssystem mittels Spracheingabe befehligen. Es versteht selbst komplexe Befehle und Adressen auf Anhieb, ebenso Telefonnummern am Stück. Anschließend laden sich kurze wie lange Routen außergewöhnlich schnell. Auf frühere Kritik bezüglich des Verkehrsfunks hat BMW reagiert, dieser lässt sich nun über eine Direkttaste aktivieren – auch wenn ein Piktogramm hierfür Insider-Wissen erfordert.

Relativ einfach ist ein Nokia-Mobiltelefon mit dem i-Drive zu verbinden. Langatmig wird es dann beim Versuch, es erneut zu koppeln – etwa, wenn man zwischenzeitlich das Auto verlassen hat. Eigentlich sollte man meinen, dass diese Kinderkrankheiten aus der Anfangszeit des Andockens längst überwunden sind. Fürs unbedingt zu empfehlende Telefonieren über SAP-Bluetooth muss anders als bei Audi und Mercedes ein Adapter bestellt werden.

Angesichts des komplizierten Prozederes wird manchen das Thema Internet-Surfen im Auto desillusionieren. Das Geld dafür könnte man auch in eine HiFi-Anlage investieren. Schon die Beschallung unter 1.000 Euro bereitet großen Hörgenuss – und könnte mit sattem Bass-Schalldruck den Kummer über die Komplexität der Internet-Problematik einfach wegblasen. Am Ende gewinnt – wie schon bei einem früheren Test in der Oberklasse – der BMW knapp. Für die einst viel gescholtenen Entwickler des mittlerweile feingetunten i-Drive erneut eine Genugtuung.

Fazit

1. Audi A6
169 Punkte

Viele Knöpfe lenken den Blick bei der Bedienung von der Straße ab. Gut: das Touchpad. Dass es auf den Rücksitzen kein spezielles Entertainment-System gibt, wirft den Audi zurück. Internet-Zugang nur für spezielle Dienste.

2. BMW 5er GT
172 Punkte

Das i-Drive glänzt in der Praxis mit schlanker Menüführung, geringer Ablenkung und leichter Verständlichkeit, kommt aber mit Online-Zusatzdiensten an seine Grenzen. Die Sprachbedienung des BMW versteht komplexe Anweisungen.

3. Mercedes E-Klasse
163 Punkte

Dem Minimum an Knöpfen samt schneller Bedienung stehen als Negativ-Punkte entgegen: veraltete Stau-Daten und zähe Sprachsteuerung. Die Verbindung zum Internet funktioniert über das Mobil-Telefon.

Fazit

"Internet im Auto? Wichtiger wäre es, das Koppeln von Mobiltelefonen via Bluetooth problemlos zu gestalten". Marcus Peters fordert die Bewältigung von Basis-Aufgaben

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