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Opel Diplomat B Cabriolet

Seltenes Vergnügen

Opel Diplomat B Cabriolet, Frontansicht Foto: Dino Eisele 6 Bilder

Der Aalener Opel-Händler Andreas Spiegler besitzt ein ultra-seltenes Diplomat B Cabriolet von 1971. Auf Tour mit dem viertürigen Luxus-Gleiter.

13.12.2013

Rüsselsheim – Osnabrück – Savigliano/Italien – Rüsselsheim – Aalen. Manche Stationen im Leben sind verschlungen und erscheinen rückblickend verwunderlich. Wie so oft führen erst die Umwege ans Ziel. So auch beim silbernen Opel Diplomat B Cabriolet von Andreas Spiegler aus dem ostwürttembergischen Aalen. "Ich besitze den Diplomat jetzt seit zwölf Jahren. Dabei hätte er schon vor langer Zeit verschrottet werden sollen", so der Autohändler.

1970 hatte Opel den Plan, vier der großen Limousinen zu Cabriolets verwandeln zu lassen. Mit VIP-Besatzung an Bord sollten die Schaustücke bei besonderen Anlässen präsentiert werden, um die Akzeptanz der Oberklasse-Modelle Kapitän, Admiral und Diplomat zu verbessern – und um BMW und Mercedes anzugreifen.

Keine Kapazität bei Karmann

Der Osnabrücker Spezialist Karmann nahm den Auftrag an, musste jedoch wegen Kapazitätsproblemen den eigentlichen Umbau zum Cabriolet an den italienischen Karosseriebauer Fissore abgeben. Im piemontesischen Savigliano wurden das Blechdach entfernt und zahlreiche Verstärkungen in den Opel Diplomat eingeschweißt, doch die Seitenscheiben samt Rahmen blieben. Das Stoffverdeck fertigte Karmann, die elektrohydraulische Mechanik lieferte GM.

Zwischen Mai und Oktober 1971 wurden die Cabrio-Limousinen fertiggestellt. Die reinen Umbaukosten beliefen sich auf 70.000 Mark pro Auto, während ein fabrikneuer Opel Diplomat B damals schon ab 19.000 Mark zu haben war. Neben einem weißen, goldenen und blauen Opel Diplomat B Cabriolet fertigte Fissore auch eins in Silber – das von Spiegler.

Der damalige Verkaufspreis war eher symbolisch

"Nach einigen Jahren im VIP-Dienst wurden die Fahrzeuge ausgemustert", weiß er. "Als Senator und Monza erschienen, wollte man die vier Cabrios sogar verschrotten. Die Alt-Opel Interessen-Gemeinschaft konnte jedoch erreichen, dass zwei der Opel Diplomat B Cabriolets an Mitglieder und zwei an Händler abgegeben wurden. Da Opel vertragsgemäß nur über Vertragshändler ausliefern durfte, wurde das silberne Cabrio an unser Autohaus fakturiert und dann zum gleichen Preis an einen Aalener Diplomat-Fan weiterverkauft." Damaliger Verkaufspreis? Der 46-Jährige nennt keine konkrete Zahl: "Eher symbolisch – also nicht zu hoch!"

Diplomat B Cabriolet vor der Schrottpresse gerettet

Heute dankt der silberne Nobel-Opel seine Rettung als bestaunte Rarität im Showroom und bei jeder Ausfahrt, wenn Andreas Spiegler mit ihm majestätisch über sonnengeflutete Landstraßen gleitet. Der 2,8 Liter große Reihensechszylinder des Opel Diplomat B Cabriolets klingt dezent-sportlich und sorgt mit seinen 165 PS, gefüttert von einer modernen D-Jetronic, für würdevolle Beschleunigung.

Die 1,8 Tonnen schwere Cabrio-Limousine beschleunigt mit ihrer Dreigang-Automatik zumindest theoretisch auf gut 180 km/h. Innenbelüftete Scheibenbremsen rundum und die DeDion-Hinterachse beweisen, dass Opel technisch auch damals up to date war.

Opel Diplomat B Cabriolet mit 70.000 Kilometer in 42 Jahren

Doch als Autokenner hat es Spiegler nicht nötig, das ultra-seltene Opel Diplomat B Cabriolet über Gebühr zu belasten. "Ich sollte eher mal das Interieur verschönern, und ein paar Dichtungen am Verdeck müssten auch ersetzt werden. Leider sieht die Ersatzteilversorgung eher traurig aus." Den ersten Opel Diplomat hat sich Spiegler übrigens schon als 20-Jähriger geleistet. Im Lauf der Jahre wuchs seine Opel-Sammlung auf rund 15 Autos. "Bis auf einen Subaru Super Station 4WD von 1982 ist alles sortenrein."

Gut 70.000 Kilometer stehen aktuell auf dem Tacho, und jährlich kommen einige hinzu. Obwohl Andreas Spiegler als Inhaber des Opel-Autohauses beruflich stark eingespannt ist, gönnt er sich und seinem Oldie gerne kleine Fluchten vom Alltag. Wie im Sommer dieses Jahres, als er rund um Fulda bei einem Oldtimertreffen unterwegs war. "Auf der Autobahn ist mir ein Heizungsschlauch geplatzt. Ich habe nichts bemerkt, wohl auch weil es stark geregnet hat und die Anzeigenadel unverändert im grünen Bereich stand. Auf einmal ging der Motor aus, und ich habe rollend gerade noch einen Parkplatz erreicht."

Fünf Liter Wasser fehlten, weitere Schäden gab es keine

Nachdem der ADAC kein passendes Ersatzteil beschaffen konnte, legten befreundete Oldtimer-Kollegen einfach die Heizung still. Nach einiger Abkühlungszeit lief der Motor wieder. "Wir haben über fünf Liter Wasser reingekippt, der Kühlkreislauf war komplett leer."

Irgendwelche Folgeschäden? "Rein gar nichts, der Sechszylinder im Opel Diplomat B Cabriolet ist sehr robust und läuft wie am ersten Tag!"

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