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Qoros 3 Sedan im Innenraumcheck

Einfach, aber überzeugend

Qoros 3 Sedan Foto: Thomas Gerhardt 30 Bilder

Qoros bringt in China schon bald sein erstes Auto auf den Markt. auto motor und sport durfte die Kompaktlimousine entern und den Innenraum unter die Lupe nehmen.

19.10.2013 Thomas Gerhardt

Qoros steht auf dem Heimatmarkt in China kurz vor der Markteinführung. Kann sich die kompakte Limousine dort beweisen, ist es nur noch eine Frage der Zeit bis zum großen Europa-Feldzug. Erste Erfahrungen sammelt die chinesische Marke im slowakischen Bratislava, wo der Qoros 3 Sedan schon jetzt bei einem Händler steht. Für 20.950 Euro kommt das Top-Modell mit Zweiliter-Turbobenziner und Vollausstattung inklusive Leder und Infotainmentsystem. In exakt dieser Konfiguration hat Qoros das Fahrzeug auch bei einer Infoveranstaltung präsentiert. Klingt erstmal nach einem guten Angebot, weckt aber auch Qualitäts-Bedenken. auto motor und sport durfte Platz nehmen und den Innenraum genauer ansehen.

Qoros 3 Sedan
Qoros 3, Kompakte China-Limousine 1:22 Min.

Einstieg und Sitzkomfort

Die Marke Qoros wurde 2009 mit dem Ziel gegründet als chinesischer Autohersteller den chinesischen Markt zu erobern. Gerne betonen die Verantwortlichen, dass die Firma auf einem weißen Blatt Papier entstand. Großer Vorteil daran, die Entwickler konnten sich das Beste aus dem Erfahrungsschatz der Automobilindustrie picken und die Firma auf den aktuellen Erkenntnissen aufbauen. Stichwort: Modulare Plattform. Die von Qoros entwickelte Basis erlaubt die variable Gestaltung von Sitzposition, Radgröße, Radstand und auch der Fahrzeugüberhänge.

Das Erstlingswerk des israelisch-chinesischen Autobauers trägt eine klassische Stufenheck-Karosserie auf der Plattform. 4,70 Meter misst der Wagen in der Länge. Die beiden vorderen Türen fallen wie gewöhnlich etwas größer aus als die hinteren Portale. Der Einstieg zur ersten Reihe gelingt dem knapp 1,90 Meter großen Tester ohne Unannehmlichkeiten. Sitze mit ausreichend Polsterung und angenehmen Seitenhalt nehmen die beiden vorderen Passagiere in Empfang. Am Einstieg in Reihe zwei gibt es ebenso nichts zu beanstanden. Dank des Radstands von 2,70 Metern dürfen sich die Fondpassagiere an viel Beinfreiheit erfreuen und auch nach oben herrscht trotz eingebautem Schiebedach noch viel Bewegungsfreiheit für den Kopf.

Materialauswahl und Verarbeitung im Qoros 3 Sedan

Der Qoros 3 Sedan wird in China mit den 3 Ausstattungslinien Essence, Experience und Elegance angeboten. Letztere kommt serienmäßig mit dem 1,6-Liter-Turbobenziner, 6-Gang-Automatik, 17-Zoll-Alufelgen, LED-Scheinwerfern, Infotainmentsystem und Lederausstattung. Neben den Sitzen findet sich der edlere Bezug auch an Mittelarmlehne, Lenkrad und an Schalt- und Handbremshebel. Wie bei vielen europäischen Fabrikaten auch, kommt bei den weiteren Komponenten ein Mix aus unterschäumten und harten Kunstoffflächen zum Einsatz.

Der erste Eindruck passt. Die verwendeten Materialien fühlen sich gut an und an der Verarbeitung gibt es im Grunde nichts zu meckern. Kritik gibt es aber einmal mehr für die trendigen Klavierlack-Blenden, die wegen ihrer Anfälligkeit für Staub und Fingerabdrücke ganz schnell nicht mehr schön glänzen. Aber das ist sicher Geschmackssache.

Design und Ergonomie

Qoros-Designchef Gert Hildebrand spricht bei der Formensprache der Limousine von „german sophisticated design“. In der Tat macht der Qoros 3 schon bei der ersten Begegnung einen vertrauten Eindruck. Will man ihn in eine Schublade packen, dann in jene, in der zum Beispiel auch Skoda Octavia oder VW Jetta liegen. Auch das Design im Innenraums und vor allem des Armaturenträgers besticht wie bei den genannten Modellen durch Funktionalität und klare Formen. Kleiner Unterschied: der Qoros 3 kommt mit weniger Schaltern und Reglern aus. Das geht vor allem auf das Konto des neu entwickelten Infotainmentsystems, dessen 8 Zoll großer Touchscreen einen Tick höher positioniert sein könnte.

Qoros 3 – Bedienbarkeit der Technik

Die meisten Technikkomponenten im Innenraum des Qoros 3 werfen keine Fragen auf. Alle Schalter sind mit verständlichen Zeichen versehen und damit selbsterklärend. Aufwendig konfigurierbare Assistenzsysteme gibt es nicht. Beschränken wir uns also auf das Infotainmentsystem, das bis auf einen Lautstärkeregler und dem Ein- und Aus-Knopf ohne weitere Schalter auskommt. Der Clou hinter dem unter anderem in Kooperation mit Microsoft entwickelten System: die komplette Steuerung erfolgt über den Touchscreen.

Um zwischen den Untermenüs Navigation, Entertainment, Fahrzeugdaten sowie der internetbasierten Qloudfunktion hin- und herzuspringen genügt eine Wischbewegung mit 2 Fingern (siehe Bild). Das eigene Mobiltelefon wird per drag-and-drop aktiviert und Naviziele können nicht nur auf einer digitalen Tastatur, sondern auch direkt über eine Berührung auf der virtuellen Straßenkarte eingegeben werden. Riesenvorteile an der Qloud: Verkehrsinformationen in Echtzeit, das Teilen von Routen und Zielen mit Freunden und – nie wieder lästiges Installieren von teuren Navigations-Updates. Das spielt sich automatisch im Hintergrund ab, setzt natürlich voraus, dass das System mit dem Internet verbunden ist.

Raum- und Ablagenangebot

Wie bereits erwähnt macht sich der Radstand von 2,70 Metern beim Qoros 3 vor allem im Fond positiv bemerkbar. Hier sitzen selbst Großgewachsene äußerst bequem. Auch vorne herrscht ein luftiges Raumgefühl und Platz für Kleinkram ist in den Türverkleidungen, in der Mittelkonsole und dem Handschuhfach ausreichend vorhanden. Der Kofferraum fällt mit 450 Litern Volumen klassenüblich aus, wenngleich die Luke etwas schmal ist. Das macht – um mal zum vorherigen Design-Vergleich zurückzukehren – der Skoda Octavia besser.

Fazit: Nach dem überaus starken Ergebnis des Qoros 3 Sedan beim EuroNCAP-Crashtest, ist auch unsere erste Begegnung mit dem Serienmodell von vielen positiven Eindrücken geprägt. Jetzt muss der Qoros 3 eigentlich nur noch zeigen, dass er auch anständig fahren kann. Kann er auch damit überzeugen, sollte allen klar sein: auch China kann Autos bauen.

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