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Rücksitz-Entertainment-Systeme im Test

Abhilfe für gestresste Eltern?

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Rear-Seat-Entertainment erobert immer mehr die Herzen von gestressten Eltern. Doch die DVD-Sets ab Werk sind teuer. auto motor und sport hat Lösungen von Elektronikspezialist Conrad, Mercedes und VW getestet.

23.02.2007 Alexander Bloch

„Mir ist langweilig. Sind wir bald da?“ Auto fahrende Familien-Oberhäupter kennen diesen Kanon ihrer Zöglinge. Längere Reisen im Fond sind nicht nur für Kinder der Super-GAU. Auch die Eltern sind vom ständigen Benjamin-Blümchen-Töröööö aus den Bord-Lautsprechern schnell entnervt. Doch es gibt Abhilfe.

Die Fondpassagiere wollen unterhalten werden

So genannte Rear-Seat-Entertainment-Systeme versprechen mit Video-Unterhaltung und Kopfhörern Ruhe auf den Rücksitzen. Da muss nur der kleine Clown-Fisch Nemo über die integrierten Flachbildschirme flitzen, und schon vergessen die Kids Zeit und akuten Pipi-Druck. Doch wenn geneigte Eltern beim Auto-Neukauf die Aufpreislisten studieren, sorgt das elektronische Kinder-Valium schnell für erhöhten Pulsschlag.

Über 5.000 Euro ruft zum Beispiel Porsche beim Cayenne für ein DVD-System auf. Mercedes verlangt für sein Fond-Entertainment-Set mit zwei 6,5-Zoll-Bildschirmen, DVD-Spieler und Kopfhörern in der R-Klasse immerhin noch 3.094 Euro. Nur zum Vergleich: Bei den Elektromärkten gibt es für das gleiche Geld einen 106-Zentimeter-LCD-Fernseher, einen DVD-Festplatten-Recorder und die Installation vom Fachmann zu Hause dazu. Bei den Rücksitz-Video-Systemen wird der Kunde noch richtig geschröpft, selbst wenn man die Einbaukosten ab Werk berücksichtigt.

Sparen mit Nachrüstlösungen

Die Preise für kleine Flachbildschirme sind auf dem Weltmarkt längst im Keller, und auch bei Volkswagen gibt es mobiles Auto-Kino schon deutlich günstiger. Das System von VW Individual kostet im Touran 1.436 Euro, bietet dafür aber nur einen im Dachhimmel integrierten Bildschirm. Immer noch sehr viel Geld. Wer auf dem Nachrüstmarkt einkauft, spart erheblich.

So bietet der Elektronikspezialist Conrad das Tech-Lux-Duo-System mit zwei Bildschirmen und DVD-Spieler für 199 Euro an – ein Siebtel des Touran-Preises. Aber kann so ein Set auch mit den aufwendigen Werkslösungen mithalten? Zunächst einmal muss man es selbst einbauen. Das Tech Lux Duo wird mittels Spanngurten an den Kopfstützen festgeschnallt. Sieht provisorisch aus, hält aber.

Crashtest-Ergebnisse liegen für so eine Befestigung jedoch nicht vor. Mercedes setzt seine crashgetesteten Bildschirme in der R-Klasse aber an den gleichen Ort. Bei korrekt angeschnallten Kindern tauchen deren Köpfe bei einem Auffahrunfall normalerweise unterhalb der Monitore weg. Ein Restrisiko bleibt bei dem in dieser Hinsicht ungeprüften Conrad-System trotzdem. Unschön ist auch der unvermeidliche Kabelverhau des über den Zigarettenanzünder stromversorgten Tech-Lux-Systems.

Bildqualität und Klang der Kopfhörer

Die erste Überraschung bringt der Bedientest. Die Mercedes-Fernbedienung wirkt hochwertig, ist aber nicht leicht zu durchschauen. Falls sie einmal fehlt, gucken die Kinder auf leere Bildschirme. Ganz anders das Conrad und Touran-System (Blaupunkt). Beide lassen sich auch ohne Fernbedienung relativ einfach steuern. Die nächste Schlappe holt sich die R-Klasse bei der Medien-Kompatibilität. Sie hat als Einzige im Test Probleme beim Abspielen selbstgebrannter DVD.

Bei der Bildqualität versagt das Touran-System. Nicht nur die hohe Bildposition stört, begleitende Texte sind kaum lesbar, das Bild ist streifig und verrauscht. Erheblich besser setzen sich hier die R-Klasse-Monitore (Autovision, Johnson Controls) in Szene. Die große Überraschung ist aber Tech Lux. Die Darstellung wirkt scharf und nur etwas schlechter als in der R-Klasse. Dafür enttäuscht der dünne Klang der integrierten Lautsprecher-Winzlinge. Die mitgelieferten Kopfhörer sind etwas besser, aber nicht wirklich gut. Wer sich bessere dazu kauft, kann die Tonqualität aber dramatisch steigern. In der R-Klasse spielt dagegen großes Kino. Zusammen mit dem Harman-Kardon-Soundsystem wird der Computer-Trickfilm „Ice Age“ zum eindrucksvollen, räumlichen und bassstarken Ereignis.

Noch wichtiger ist aber der Klang der mitgelieferten Kopfhörer. Sie lassen mit ihrem detailreichen, vollen Ton das Touran-Headset deutlich hinter sich. Das sollte man für mehr als 3.000 Euro freilich auch erwarten können. Der Preis-Leistungs-Sieger kommt indes von Conrad. Hier gibt es eine Menge ordentlicher Videotechnik für wenig Geld. Da jedoch in diesem Billigsegment die Hersteller hinter den Geräten oft wechseln, kann die Qualität in der Praxis stark schwanken.

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