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Schneeketten im Test

Welches Ketten-System ist das beste?

Schneeketten, anlegen Foto: Reinhard Schmid 8 Bilder

Irgendwann kommen auch gute Winterreifen an ihre Grenzen, dann sind zusätzliche Traktionshilfen wie Schneeketten gefragt. Wir haben fünf Systeme für Sie getestet.

14.11.2012 René Olma

Oft sind es nur noch wenige Meter bis zum Ziel, doch dann zeigen Schnee und Eis ihre Macht und lassen die Räder hilflos rotieren. Nun schlägt die Stunde der mechanischen Traktionshilfen. Das sind heute nicht mehr zwangsläufig vollwertige Schneeketten, denn mittlerweile werden auch Mischformen wie etwa die getestete Rudmatic Hybrid oder textile Anfahrhilfen wie hier die Michelin Easy Grip angeboten. Letztere haben allerdings schon rein formal einen Nachteil: Sie sind offiziell nicht als Schneeketten anerkannt. Wer auf einer Straße mit Kettenpflicht damit erwischt wird, zahlt ebenso ein Bußgeld wie Totalverweigerer. Besonders in Österreich sind darüber hinaus nur solche Ketten anerkannt, die der Ö-Norm V5117 beziehungsweise V5119 entsprechen.

Sieger-Schneeketten aus Stahl

Nicht zu Unrecht, wie unser Test beweist. In den Disziplinen Montage, Traktion auf Eis, Anfahren an einem verschneiten Berg sowie Bremsen auf Schnee und Eis müssen sich drei Ketten sowie zwei Anfahrhilfen beweisen. Als klare Sieger gehen die stählernen Traktionshilfen ins Ziel. Fairerweise sei aber erwähnt, dass die Ottinger-Anfahrhilfe ohnehin nur für akute Notlagen und auch das Textil-Netz von Michelin nicht als Schneekettenersatz gedacht ist.

Deutliche Unterschiede zeigen sich bei der Montage. Zwar erläutern die Bedienungsanleitungen jeden Arbeitsschritt, doch in der Praxis zeigt sich, dass man den Ablauf besser schon daheim übt. Immerhin packen die Hersteller extra Handschuhe zu den Ketten. Das verhindert eingefrorene Finger. Vorbildlich sind die Handschuhe mit langen Stulpen, die Ottinger beilegt. Sie schützen auch die Jackenärmel, wenn man im Radkasten hantieren muss.

Schneeketten sind nicht immer die beste Wahl

Bei den Fahrleistungen, liegen die klassischen Ketten auf ähnlich hohem Niveau. Doch wie viel besser sind sie als ein Winterreifen? Auch das haben wir überprüft – mit einem überraschenden Ergebnis: Der Winterpneu kann in fast allen Disziplinen mithalten. Bei der Vollbremsung aus 40 km/h auf Eis bringt er ein Auto sogar rund fünf Meter früher zum Stehen. Der Grund: Das ABS ist bestmöglich an die Fähigkeiten eines modernen Winterreifens angepasst und darauf abgestimmt. Wenn es jedoch gilt, einen verschneiten Hang zu meistern, muss der Winterreifen kapitulieren. Hier zeigt sich: Ohne Ketten kommt man nicht ans Ziel.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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