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Werkstätten-Test 2010

Seat mit Licht und Schatten

Seat Werkstättentest 2010 Foto: Reinhard Schmid 17 Bilder

Die acht Seat-Betriebe, die in der Runde sechs des diesjährigen Werkstätten-Tests getestet wurden, warten mit einer sehr unterschiedlichen Leistung auf. Fünf empfehlenswerten Betrieben stehen drei mit dem Prädikat "nicht empfehlenswert" gegenüber. Und ein Betrieb findet überhaupt keinen Fehler.

17.09.2010

Spanien räumt 2010 in der Sportszene mächtig ab: Ob bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika, im Tennis durch Raphael Nadal oder bei der Tour de France durch Alberto Contador - die Südländer schwimmen derzeit auf der Erfolgswelle. Und jetzt hatte die spanische VW-Tochter noch die Gelegenheit, beim Werkstätten-Test von auto motor und sport mit einem Spitzenergebnis zu glänzen. Interessant dabei war auch die Frage, ob Seat an die Resultate aus den neunziger Jahre anknüpfen kann.

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Reportage: Werkstätten-Test Teil 6 Seat im Werkstätten-Test Teil 6
auto motor und sport 19/2010
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Seat mit 60 Prozent der Zweitschlechteste dieses Werkstätten-Tests

1992 erreichten die Spanier eine Erfolgsquote von 74 Prozent, vier Jahre später erzielten die getesteten Betriebe mit 85 Prozent sogar ein beachtliches Resultat. Um es vorwegzunehmen: 2010 ist Seat mit 60 Prozent der Zweitschlechteste dieses Werkstätten-Tests. Die aktuellen Einzelquoten reichen von 27 von 30 möglichen Punkten und dem Prädikat "empfehlenswert" bis zu einer kargen Nullrunde und dem Urteil "nicht empfehlenswert". Dazwischen reihen sich vier Betriebe mit "empfehlenswert" und zwei mit dem Ergebnis "nicht empfehlenswert" ein. Bevor der Testwagen zur großen Inspektion geht, werden sieben Mängel präpariert.

Für Mechaniker, die ihre Arbeit zuverlässig erledigen, sollte die Fehlerdiagnose kein Problem darstellen. Die Skala reicht vom unkorrekt eingestellten Scheinwerfer über eine ausgefallene Kennzeichenbeleuchtung bis zum defekten rechten Seitenblinker. Auch der zu niedrige Kühlflüssigkeitsstand, das eingerissene rechte Scheibenwischerblatt und eine fehlende Schraube am Unterfahrschutz sollten auffallen. Die Kontrolle des Reifenluftdrucks gehört ebenfalls zu den Prüfpunkten, für die eine Werkstatt ein Häkchen auf der Inspektionsliste machen muss.

Bester in der diesjährigen Seat-Runde ist die Automobilgruppe Dingolfing

Zwar erreicht die Automobilgruppe Dingolfing nicht die volle Punktzahl, glänzt aber mit guter Arbeitsqualität und kundenfreundlichen Mitarbeitern. Alle präparierten Mängel werden gefunden. Allerdings erfolgt kein Hinweis zu einer weiteren Kontrolle des Kühlmittelstandes. Das kostet das Autohaus die Note "sehr empfehlenswert". Weil das Fehlen der Betriebsflüssigkeit ein Indiz für eine mögliche Undichtigkeit darstellt und dringend beobachtet werden soll, muss der Kunde davon in Kenntnis gesetzt werden. Ein negatives Gegenbeispiel liefert Auto-Naumann in Witten. Der Servicebereich ist schmutzig, überall liegen Ersatzteilkartons auf dem Boden, und aus den Radio-Probier-Aufstellern hängen lose Kabel. Den schlechten Eindruck kann der freundliche Meister nicht lindern. Der Kunde erhält weder eine Auftragsbestätigung, noch wird eine Direktannahme durchgeführt. Pünktlich zum Abholtermin betreten wir den Servicebereich. Man habe den ganzen Morgen versucht, uns zu erreichen. Ein Blick auf das Handy zeigt aber nur einen verpassten Anruf noch während der Fahrt zum Autohaus.

Bei Auto Naumann wurde kein einziger Fehler entdeckt

Nicht nur der Inspektionstermin wird vergessen, sondern schlichtweg alles, was zu machen ist. Beim nächsten Anlauf nach zweieinhalb Stunden ist der Seat Ibiza dann abholbereit. Wir verlangen ein Inspektions-Protokoll. Die unleserliche Liste wird vor den Augen des Kunden wortlos abgehakt. Beim anschließenden Check stellen die Prüfingenieure fest: Kein einziger Fehler wurde entdeckt, und das bei Inspektionskosten von 204,29 Euro. Inklusive des Bremsflüssigkeitswechsels beläuft sich der Rechnungsbetrag bei Naumann auf 352,50 Euro. Der Ibiza wird mit defektem Blinker, verstelltem Abblendlicht, fehlender Unterbodenschraube, defekter Kennzeichenleuchte, zu niedrigem Luftdruck und zu wenig Kühlflüssigkeit auf die Reise geschickt.

Nur in drei Autohäusern nahm sich der Meister Zeit für eine Direktannahme

Dass dieses Malheur keine Seltenheit ist, zeigen zwei weitere Betriebe. Menge Automobile fällt mit elf Punkten und schlechtem Service ebenso durch das Raster wie Schirra mit 13 Punkten. Die übrigen vier Betriebe verdienen sich das Prädikat "empfehlenswert". Himbert erreicht 24 Punkte und damit das gleiche Niveau wie Schneider, wo zwar ordentliche Arbeit geleistet, aber beim Service - wie nur ein Stern in der Wertungsskala zeigt - nicht gerade mit freundlicher Kundenbetreuung geglänzt wird. Jeweils 22 Punkte erreichen Amore Automobile und Wulf. Allerdings fällt auch hier der Kundenservice nicht ausnahmslos positiv aus. Zu einer perfekten Dienstleistung vor der Inspektion gehört im Idealfall eine Direktannahme, aber nur in drei Autohäusern nahm sich ein Meister Zeit und inspizierte gemeinsam mit dem Kunden das Auto. Bewertet wird aber nur die Arbeitsqualität.

Den günstigsten Service gibt es im Autohaus Wulf

Testsieger Automobilgruppe Dingolfing stellt den Seat Ibiza ebenso auf die Hebebühne wie Amore Automobile in Berlin. So können schon vor der Inspektion mögliche Mängel erkannt und geklärt werden - meistens. Denn trotz ausführlicher Direktannahme im Beisein des Kunden findet das Autohaus Schirra nur einen Bruchteil der Mängel. Scheinbar nicht im Trend sind auch Auftragsbestätigungen. Nur drei Betriebe stellen einen Abholschein aus. Dafür führen bis auf zwei Betriebe alle Werkstätten eine Probefahrt durch. Beim Autohaus Schneider war der Seat Ibiza sogar elf Kilometer unterwegs. Menge Automobile erachtete eine Erprobungsfahrt für unnötig, kassierte aber mit 248,15 Euro den höchsten Inspektionspreis. Den günstigsten Service gibt es im Autohaus Wulf. Hier stehen nur 154,88 Euro auf der Rechnung. Hohe Kosten lassen sich schon bei der Abgabe des Wagens vermeiden, aber keine Werkstatt fragt nach der gewünschten Ölsorte.

Der Schock über die Kosten von 81,22 Euro für 3,5 Liter Schmierstoff bei Auto Schirra sitzt tief, zumal die Automobilgruppe Dingolfing nur knapp zehn Euro pro Liter berechnet. Zudem ist die Rechnung im Autohaus Schirra mit Kassenfüller wie Gummipflege für 2,95 Euro, Wartungsspray für 4,13 Euro und Teilereiniger für 3,49 Euro garniert. Ein kleines Beibrot gönnt sich auch Testsieger AVP Dingolfing. 4,94 Euro für Scheibenreiniger, obwohl der Behälter bei der Abgabe des Wagens randvoll war, lesen sich auf der Rechnung eher wie Trinkgeld. 

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