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Werkstättentest Skoda 2013

Schwerer Nachholbedarf

Foto: Reinhard Schmid 17 Bilder

Zum dritten Mal testet auto motor und sport Skoda-Werkstätten, diesmal mit desolatem Ergebnis. Nur ein Autohaus arbeitet zufriedenstellend.

31.07.2013 Burkhardt Hübner

Es war wohl nicht mehr als ein frommer Wunsch, was Markus Schmitt 2008 gegenüber auto motor und sport zu Protokoll gab. "Wir sind mit unseren Maßnahmen auf dem richtigen Weg", bilanzierte der Serviceleiter von Skoda Deutschland aus Anlass des damaligen Werkstättentests. Sechs von acht Betrieben verdienten sich seinerzeit das Prädikat "empfehlenswert", nur einer fiel durch. Und heute? Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Partnerbetriebe der tschechischen VW-Tochter von Perfektion und Sorgfalt weiter denn je entfernt sind.

Massive Defizite in der Arbeitsqualität

Ein als Testobjekt dienender Skoda Octavia war mit sieben Fehlern ausgestattet zu einer großen Inspektion in acht Werkstätten geschickt worden. Vier Betriebe schafften es nicht, wenigstens die Hälfte der präparierten Mängel aufzuspüren und den Wartungsumfang zufriedenstellend abzuarbeiten. Hier kann das Urteil nur lauten: "nicht empfehlenswert". Zwei Vertragshändler sowie eine zum Vergleich mitgeprüfte Filiale von ATU lieferten eine halbwegs akzeptable Arbeitsleistung ab und sind "bedingt empfehlenswert". Das Urteil "empfehlenswert" verdient nur der Skoda-Partner Schwabengarage in Stuttgart-Vaihingen.

Die präparierten Mängel am Skoda Octavia

Bevor der Wagen für die Inspektion abgegeben wird, baut auto motor und sport sieben Mängel in das Fahrzeug ein. Alle Fehler wie verstellte Scheinwerfer, ein zu niedriger Kühlwasserstand oder eine defekte Hupe müssen beim Abarbeiten des Wartungsplans von den Mechanikern gefunden und fachgerecht behoben werden.

Schwabengarage Vaihingen, Stuttgart

Testurteil: empfehlenswert

Wie der Kunde behandelt wird

Auf den Neukunden wirkt die Markenvielfalt in der Schwabengarage im ersten Moment irritierend. Von Aston Martin bis Volvo sind elf Fabrikate unter einem Dach vereint, auch Skoda. Angesichts dieser anspruchsvollen Palette geht es im Empfangsraum vergleichsweise bescheiden zu, nachdem das Testteam auf dem engen Hof endlich einen Parkplatz gefunden hat. Obwohl wir nicht lange auf den freundlichen Serviceberater warten müssen, bedarf es einer gewissen Hartnäckigkeit, ihn von unserem Wunsch nach einer großen Inspektion zu überzeugen. 40 Minuten vergehen, bis endlich die Formalitäten erledigt sind.

Die Arbeitsleistung

Viel Zeit investiert der Meister für die Dialogannahme dagegen nicht, fünf Minuten müssen für eine erste Durchsicht reichen. Immerhin stimmt hier die Arbeitsleistung. Beispielsweise haben die Mechaniker als einzige die fehlerhafte Einstellung der Scheinwerfer erfolgreich korrigiert. Telefonisch wird der Kunde über weitere Unpässlichkeiten an seinem Auto in Kenntnis gesetzt, so etwa über den Zustand der hinteren Bremsen, den zu niedrigen Kühlwasserstand ("sollten Sie eine Weile beobachten"), den eingerissenen Scheibenwischer und die defekte Hupe. Auch die übrigen Mängel machen die Mechaniker ausfindig, mit Ausnahme der losen Schraube am Abdeckblech des Unterbodens. Die Abholung des durchgecheckten Wagens begleitet der Serviceberater schließlich noch mit dem beruhigenden Kommentar: "Wenn wir das Auto schon mal auf der Bühne haben, dann prüfen wir alles, was wichtig ist." Grund genug also für das insgesamt beste Urteil in diesem Test: "empfehlenswert".

Die Kosten

Ein spezieller Hinweis zum Kühlmittelstand erscheint  obendrein auf der Rechnung. Letztere fällt unter den Fachbetrieben mit knapp 240 Euro für die Inspektion am zweitgünstigsten aus und wird daher mit vier Sternen in der Kostenbewertung belohnt.

Volkswagen Automobile, Hamburg

Testurteil: bedingt empfehlenswert

Wie der Kunde behandelt wird

Eine originelle Idee erwartet uns, als wir den Skoda im Hamburger VW-Betrieb Winterhude abgeben. Für die Zeit, die der Octavia in der Werkstatt verbringt, können wir unter anderem ein schickes Fahrrad ausleihen. Wegen des typischen Schmuddelwetters und weil wir zu zweit sind, verzichten wir auf das Mobilitätsangebot des Autohauses. Der Empfangsbereich strahlt ein nüchternes Ambiente aus, wie man es von vielen Autohändlern kennt, mit den charakteristischen Neuwagen-Lack-Reifen-Gerüchen. Der für den vereinbarten Termin zuständige Serviceberater entpuppt sich als äußerst kommunikativ. Hier bin ich gut aufgehoben, denkt der Kunde unwillkürlich.

Die Arbeitsleistung

Detailgenaue Erläuterungen begleiten die ausführliche, halbstündige Dialogannahme. Schon bei diesem Check werden die aufleuchtende Reifendruckkontrolle, ein Fehlton der Parksensoren sowie die verschlissenen hinteren Bremsen entdeckt und die einzelnen Positionen der Inspektion präzise erklärt. Die vom Serviceberater an den Tag gelegte Sorgfalt vermisst man in der Werkstatt. Zwar werden wir auf die durchgebrannte Sicherung der Hupe, den eingerissenen Wischergummi sowie auf den zu niedrigen Reifenluftdruck hingewiesen. Aber zum abgesenkten Niveau des Kühlmittels, das der Mechaniker korrigiert hat, verliert der Meister beim Abholen kein Wort. Zudem bleiben die Scheinwerfer verstellt und das Abdeckblech lose.

Die Kosten

Ebenso wenig Grund zur Freude sind die höchsten Inspektionskosten von 353 Euro. Auch gehört das eingefüllte Motoröl hier zur teuersten Sorte (33 Euro pro Liter). Andererseits erledigt das Hamburger Autohaus kleinere Wartungsarbeiten kostenlos. So werden die Batterie wieder frisch geladen sowie der verölte Ladeluftschlauch und das ölfeuchte Getriebe gereinigt, außerdem die Sicherung ersetzt und die Wischerblätter ausgetauscht.

Autohaus Stremlau, Berlin

Testurteil: bedingt empfehlenswert

Wie der Kunde behandelt wird

Nach hauseigener Werbung bietet der unscheinbare Betrieb im Berliner Stadtteil Weißensee eine Dienstleistung rund ums Auto, "die praktisch keine Wünsche offenlässt". Wer dieser Zusicherung traut, wird enttäuscht. Dabei beginnt alles ganz hoffnungsvoll: Der Servicemitarbeiter gibt sich große Mühe bei der Direktannahme im Freien. Beim Erstellen des Reparaturauftrags ist vom Kunden Geduld gefragt, eine Dreiviertelstunde müssen wir im Büro ausharren.

Die Arbeitsleistung

Unter den testrelevanten Mängeln stößt der Kundenbetreuer lediglich auf den eingerissenen Wischergummi. Neben der funktionslosen Hupe, die der Meister in einem späteren Anruf erwähnt, kündigt er außerdem ein kaum zu behebendes Problem an: Im linken Scheinwerfer sitze eine Glühlampe unbekannten Fabrikats, sodass man ihn nicht richtig einstellen könne. Die Nachkontrolle ergibt ein etwas diffuses Lichtbild auf der linken Seite, aber das darf für die Monteure kein Grund sein, beide Scheinwerfer fehlerhaft zu belassen. Die viele Zeit bei der Annahme hätte man besser in eine akkurate Prüfung investieren sollen. So werden in der Werkstatt zwar fünf der eingebauten sieben Mängel erkannt, aber nur drei davon korrekt behoben.

Die Kosten

In der Rechnung fällt neben drei Kassenfüllern wie Batteriepolschutz, Sprühfett und Kühlzusatz für insgesamt 6,68 Euro vor allem eine Position ins Auge: Für den Austausch einer simplen Hupensicherung berechnet Stremlau 7,72 Euro. Eine Bagatelle, die andernorts gratis erledigt wird. Mit insgesamt 242 Euro für die Inspektion bewegt man sich dafür aber auf eher preiswertem Niveau. Ein schwerwiegenderes Malheur registrieren wir beim späteren Abstellen des Wagens: Aus dem Octavia tropft Diesel. Laut Befund eines Gut-achters ist ein defekter Dichtring beim Kraftstofffilter die Ursache. Und exakt dieser Filter war zuvor in der Werkstatt für 57,80 Euro erneuert worden.

Autohaus Rittersbacher, Saarbrücken

Testurteil: nicht empfehlenswert

Wie der Kunde behandelt wird

Als wir pünktlich zum vereinbarten Termin in dem Autohaus an der Peripherie von Saarbrücken eintreffen, geht alles wie am Schnürchen. Der überaus zuvorkommende Serviceberater muss nur noch rasch die Auftragsvorbereitung holen, in der alle Fahrzeugdaten hinterlegt sind. Nach kurzem Dialog lässt sich der Kunde davon überzeugen, dass der Wartungsplan das umfangreichste Prüfprogramm vorsieht, das für den Octavia möglich ist. So vermittelt der Meister dem Kunden sofort das sichere Gefühl, dass sein Wagen hier in guten Händen ist.

Die Arbeitsleistung

"Da war wohl ein Marder zu Besuch", kommentiert der Kundenbetreuer eine angenagte Dämmmatte, als er in der zwanzigminütigen Dialogannahme einen ersten Blick unter die Motorhaube wirft. Hierbei fallen ihm eine abgebrochene Halterung am Haubenaufsteller, die aufleuchtende Reifendruckkontrolle sowie der zu niedrige Kühlmittelstand auf. Wortgewandt erklärt der Serviceberater, weshalb die rissigen Querlenkerlager am Fahrwerk erneuert und die vorderen Bremsen repariert werden sollten. "Wir gehen systematisch das Auto von vorn bis hinten durch", hatte der Fachmann bei der Annahme noch versprochen, "immer mit dem gleichen Prüfungsumfang." Diese Botschaft haben
sich die Monteure aber in keiner Weise zu Herzen genommen. So werden die meisten der präparierten Mängel während der Inspektionsarbeiten entweder einfach ignoriert oder nicht vollkommen beseitigt. Kurzum: In keinem Skoda-Betrieb herrscht eine so große Kluft zwischen vorbildlicher Service- und unzureichender Arbeitsqualität.

Die Kosten

Stolze 296,07 Euro verlangt Rittersbacher für eine ausgesprochen schwache Arbeitsqualität und ist damit das zweitteuerste Autohaus im Test. Dabei wird sogar ein undefinierbarer Reiniger für 3,22 Euro als Kassenfüller in Rechnung gestellt.

ABS Mainz Becker + Schneider, Mainz

Testurteil: nicht empfehlenswert

Wie der Kunde behandelt wird

Die breite, lange Mainzer Rheinallee ist gesäumt von öder Industriearchitektur. Auf dem Hof des hier ansässigen Skoda-Autohauses geht es zwar etwas eng zu, aber nach erfolgreicher Parkplatzsuche finden wir zügig zum Schreibtisch des zuständigen Serviceberaters. Hier herrscht eine wenig einladende Atmosphäre, denn selbst im Kundenbereich meint man fast, in der Werkstatt zu sitzen. Unangenehme Reifen- und Lackgerüche erfüllen den Raum, und es herrscht eine ziemliche Hektik, obwohl außer uns keine weiteren Kunden zu sehen sind.

Die Arbeitsleistung

Auch als der Serviceberater zur Dialogannahme bittet, bleibt unser Eindruck eher skeptisch. Ohne viele Worte wirbelt der Mann rund um das Auto und verbreitet so einen überflüssigen Aktionismus. Bis auf die leuchtende Reifendruckkontrolle fällt ihm kein weiterer der eingebauten Fehler auf. Beim Erstellen des Reparaturauftrags müssen wir mit Nachdruck darauf bestehen, dass an dem Wagen eine große Inspektion durchzuführen sei und nicht die laut Tachostand fällige 90.000-Kilometer-Wartung. Dieser Check, bestätigt der Serviceberater, beinhaltet etwa auch Bremsanlage, Scheinwerfer und andere wichtige Bauteile. Am folgenden Tag werden wir über das fehlende Kühlmittel in Kenntnis gesetzt, aber nicht darauf hingewiesen, es weiter im Auge zu behalten. Doch der Kundenbetreuer liegt mit seinem ursprünglichen Befund über den Wartungsumfang falsch, wie sich hinterher herausstellt. Nur zwei Fehler stellt die Werkstatt erfolgreich ab: Die Hupe funktioniert wieder, und die Reifen erhalten ihren vorgeschriebenen Luftdruck.

Die Kosten

Betrachtet man die Inspektionskosten in Höhe von rund 286 Euro für sich allein, liegt das Mainzer Autohaus damit in einem durchaus akzeptablen Bereich. In Relation zur Arbeitsleistung ist das aber bei Weitem zu viel. Dafür gibt es in der Kostenbewertung nur einen Stern.

Autozentrum Möbus, Berlin

Testurteil: nicht empfehlenswert

Wie der Kunde behandelt wird

Hier werden neben Skoda- auch Audi- und VW-Modelle sowie Autos von Hyundai betreut. Als wir in dem mittelgroßen Autohaus im Ostberliner Bezirk Lichtenberg eintreffen, bleibt uns bis zum vereinbarten Termin noch etwas Zeit. Die zahlreichen Kunden geben uns das Gefühl, bei Möbus müsse es sich um eine gute Adresse handeln.

Die Arbeitsleistung

Während der kurzen Dialogannahme äußert sich der freundliche Serviceberater lobend über den Zustand des Wagens. Ihm fallen aber weder irgendwelche Unpässlichkeiten am Octavia noch einer der präparierten Mängel ins Auge. Am nächsten Vormittag informiert uns ein anderer Meister des Autohauses über die funktionslose Hupe. Bei der Abholung des Wagens haben wir es mit einem dritten Mitarbeiter von Möbus zu tun. Klärende Worte zur Rechnung schenkt er sich und lässt uns auch im Unklaren darüber, ob der in Auftrag gegebene große Wartungsumfang nun wirklich erfolgt ist. Wie sich zeigt, ist die Werkstatt mit dem Wunsch des Kunden allzu sorglos umgegangen. Von den sieben Mängeln war nur die defekte Hupe korrekt behoben. Zwar korrigierte der Monteur den Reifenluftdruck, doch dass der Pannen-Kompressor fehlte, merkte er nicht. Auch hier bleibt das Abdeckblech lose und die Bremsleitung ausgehängt.

Die Kosten

Auf den ersten Blick ist der Inspektionspreis von rund 259 Euro durchschnittlich, gemessen an der desolaten Arbeitsleistung aber überzogen. Dass die Prüfung des Kühlsystems 19 Euro zusätzlich kostet und der Austausch der Hupensicherung immerhin mit 9,50 Euro extra berechnet wird, zeugt von wenig Kulanz. Für besondere Überraschung sorgt speziell eine Position in der Rechnung: Hier tauchen 19 Euro Arbeitslohn für den Austausch des Kraftstofffilters auf, der dem Meister zufolge gar nicht möglich gewesen sei.

Auto Technik König, Isernhagen

Testurteil: nicht empfehlenswert

Wie der Kunde behandelt wird

Kilometerlang zieht sich die Burgwedeler Straße durch Isernhagen, eine Kleinstadt nördlich von Hannover. Bis der Skoda-Service von Auto Technik König erreicht ist, passiert man eine Vielzahl von Häusern in charakteristischer Klinkerarchitektur. Auf dem mit Gebrauchtwagen und Kundenautos zugestellten Hof finden wir eine Lücke zum Parken und gelangen in den bescheidenen Raum der Serviceannahme. Hinter dem Tresen bittet ein freundlicher Mitarbeiter um etwas Geduld, er telefoniert noch. In dem wohnzimmergroßen Raum sollen ein Meisterbrief und verschiedene Zertifikate
fachliche Kompetenz signalisieren. Davon ist man hier aber weit entfernt, wie sich zeigen sollte.

Die Arbeitsleistung

Es geht damit los, dass die Box mit dem Schild Dialogannahme zugesperrt bleibt, eine Begutachtung des Autos findet nicht statt. Nach dem Kilometerstand wäre eine 90.000er-Wartung an der Reihe. Wir erwähnen unsere Verkaufsabsichten und bestehen auf einer großen, umfassenden Inspektion. Was schließlich im Werkstattauftrag steht, bleibt uns verborgen, eine Auftragsbestätigung erhalten wir nicht. Am folgenden Mittag kommen wir später als vereinbart zur Fahrzeugabholung. Dass der Meister noch eine Probefahrt absolvieren und erst die Rechnung schreiben muss, verbuchen wir als entschuldbaren Fauxpas. Nicht akzeptabel ist dagegen die völlig unzulängliche und schlechteste Arbeitsleistung im Test. Einzig der Reifendruck ist wieder in Ordnung.

Die Kosten

Angesichts der gebotenen Arbeitsqualität kann es kein Trost sein, dass der Kunde bei König die niedrigsten Wartungskosten hat. Da sind sogar die verlangten 229 Euro zu viel. Hinzu kommt eine handfeste Fehldiagnose bei der defekten Hupe, deren Prüfung in der Rechnung mit 39,81 Euro zu Buche schlägt. Elektronik oder Steuergerät werden als mögliche Störherde genannt, dabei war nur eine simple Sicherung durchgebrannt.

ATU Auto-Teile-Unger

Testurteil: bedingt empfehlenswert

Wie der Kunde behandelt wird

In den rund 650 markenunabhängigen Werkstätten verfolgt ATU das gleiche Konzept: Es werden Fahrzeugreparaturen und Wartungen nach den Vorschriften des Herstellers vorgenommen – in "guter Qualität zu günstigen Preisen", wie es im Internetauftritt heißt.
Obendrein wirbt die Kette mit der "gläsernen Werkstatt" um Vertrauen beim Kunden, der bei der Reparatur zuschauen kann. Auf dieses Angebot verzichten wir, als wir den präparierten Octavia in der Filiale Sindelfingen südlich von Stuttgart zur großen Inspektion abgeben. In der Serviceannahme geht es nicht eben behaglich zu. Inmitten des Autoteileverkaufs stehen wir am Tresen, hinterlegen Papiere und Schlüssel und müssen einen kurzen Moment auf den Serviceberater warten.

Die Arbeitsleistung

Dieser entpuppt sich während der zwanzigminütigen Direktannahme als überaus aufgeweckter Kfz-Meister, der dem Laien einige informative Details rund ums Auto vermittelt. So erklärt er, dass die in ihrer Wirkung nachlassenden Stoßdämpfer den stufigen Profilabrieb der Reifen hervorgerufen haben. Bei der ersten Durchsicht entdeckt der Serviceberater die Mängel bei Hupe, Scheibenwischer, Bremsleitung und Kühlflüssigkeit, macht auf beginnenden Rost aufmerksam und stellt zudem fest, dass ein Ölwechsel noch lange nicht fällig sei. Trotzdem kann die Arbeitsleistung mit 18 von 30 möglichen Wertungspunkten nicht völlig zufriedenstellen. Neben dem weiterhin verstellten rechten Scheinwerfer und dem unterlassenen Warnhinweis für das Kühlmittel wäre mindestens ein Schnitzer leicht vermeidbar gewesen: Die zuvor registrierte ausgehängte Bremsleitung wird vom Monteur übersehen.

Die Kosten

In diesem Punkt hat ATU Vorteile gegenüber den Fachwerkstätten, selbst wenn wegen des fehlenden Ölwechsels ein exakter Vergleich schwerfällt. Gut 100 Euro für die Inspektion sind günstig, zwei Sterne in der Kosten-Bewertung angesichts der Arbeitsleistung gerechtfertigt. Der Kunde darf eine viel bessere Qualität erwarten.

Fazit Werkstättentest Skoda

Das Ergebnis ist für Skoda niederschmetternd. Im aktuellen Werkstättentest von auto motor und sport werden gerade einmal die Hälfte der Fehler gefunden und behoben. Für das Geld, das der Skoda-Kunde in eine Inspektion steckt, hat er aber Anspruch auf eine umfassende Erledigung seines Auftrags. Speziell in diesem Punkt fehlt den Serviceberatern vielfach die nötige Aufmerksamkeit, etwa wenn der Octavia-Besitzer statt der kilometerabhängigen Wartung ausdrücklich nach einer großen Inspektion verlangt. Andererseits kann es doch kein Hexenwerk sein, die Scheinwerfer richtig zu justieren. Erstaunlicherweise bringt das lediglich ein Autohaus zustande. Das lose Abdeckblech findet keine einzige Werkstatt. Ein Lichtblick dagegen: Für ihren guten Service verdienen sich fünf Skoda-Betriebe fünf Sterne.

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