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Leere Autobatterie im Winter

Kabel oder anschieben? So geht Starthilfe richtig!

Richtige Starthilfe, ams 2514 Spezial, Ratgeber 5 Bilder

Überbrücken mit dem Starthilfekabel oder doch besser anschieben? Leere oder defekte Autobatterien sind ein klassisches Autofahrer-Ärgernis im Winter. Wir erklären, wie Starthilfe richtig geht!

18.10.2016 Henning Busse 1 Kommentar

Wen es noch nicht erwischt hat, der hatte einfach nur Glück. Viele kennen im Winter das Geräusch beim Drehen des Zündschlüssels. Tick, tick, tick. Nichts. Das bedeutet: Die Batterie streikt. Gerade bei Minusgraden ist der Akku gefordert, da er bei sinkenden Temperaturen wegen der verlangsamten chemischen Reaktion viel Kraft einbüßt. Ein Beispiel: Stehen bei minus 10 Grad noch 65 Prozent der eigentlichen Leistung beim Anlassen des Motors zur Verfügung, sind es bei minus 22 Grad lediglich 50 Prozent. Mit anderen Worten: Hat die Batterie schon ein paar Jahre auf dem Buckel, gibt sie beim Startversuch auf.

So wird es gemacht 38 Sek.

Wer sein Auto liebt, der schiebt – heißt es. Doch das Anschieben, um den Motor zu starten, sollte nur eine absolute Notlösung sein. Speziell bei neueren Fahrzeugen kann im schlimmsten Fall unverbrannter Kraftstoff in den Katalysator gelangen und diesen beschädigen.

Starthilfekabel bessere Wahl

Die Starthilfe per Überbrückungskabel ist die bessere Wahl. Aber auch hier gilt: Klemmt man die Leitung falsch an, können teure Schäden an der Elektrik die Folge sein. Erst das rote Kabel an die Batterie-Pluspole von Spender- und Empfängerauto anschließen, dann kommt das schwarze Kabel an den Minuspol des Spenderautos. Beim Pannenwagen gehört es an ein Metallteil am Motorblock. Denn würde man die Masseleitung am Minuspol des leeren Akkus anschließen, könnten sich beim An- oder Abklemmen durch Funkenbildung Knallgase entzünden, welche die Batterie zerstören.

Den Motor des Geberfahrzeugs starten. Motor Nehmerfahrzeug versuchen zu starten. Läuft das Nehmerfahrzeug, evtl. Licht und Heckscheibenheizung einschalten. Hat alles geklappt, die Kabel in umgekehrter Reihenfolge (zuerst schwarz, dann rot) wieder abklemmen. Achtung auf rotierende Teile bei laufendem Motor.

Apropos Sicherheit: Das Starthilfekabel muss gut dimensioniert sein. Ein Kabelquerschnitt von mindestens 16 mm² ist für Motoren über 2,5 Liter Hubraum ratsam, für alle Diesel sollten es 25 mm² sein. An der Kennzeichnung DIN-Norm 72 553 respektive ISO-Norm 6722 erkennt man übrigens geeignete Kabel.

Starthilfe fremdstartenFoto: TÜV Süd
Starthilfe: so geht es.

Inspektion: Wem das zu kompliziert ist, der beugt der Batterie-Panne am besten vor, indem er sein Fahrzeug regelmäßig zur Inspektion bringt. Die Fachleute messen dabei nicht nur die Spannung und Stromstärke des Generators, sondern schauen auch auf Kraft und Alter der Batterie. Gibt es Schwankungen oder Abweichungen, werden die Batterie oder der Generator ausgetauscht.

Wartung: Moderne Blei-Akkus gelten generell als wartungsfrei oder wartungsarm. Trotzdem sollte (wenn möglich) der Flüssigkeitsstand einmal im Jahr kontrolliert werden. Ist er zu niedrig, hilft destilliertes Wasser. Hängt der Flüssigkeitsverlust mit einem defekten Gehäuse zusammen, muss jedoch eine neue Batterie her. Bei völlig wartungsfreien Akkus sind die Zellen oft gar nicht mehr zugänglich. Ist eine solche Batterie zu schwach, helfen nur noch Aufladen oder Austausch. Darüber hinaus sollte die Oberfläche der Batterie sauber und trocken gehalten werden. Bei der jährlichen Kontrolle auch den festen Sitz der Polklemmen prüfen.

Aufladen: Springt der Motor schlechter an, wenn es draußen kälter wird, können technisch Versierte versuchen, den Akku durch Aufladen noch einmal fit zu machen. Zum Aufladen das Kraftpaket unbedingt abklemmen (immer zuerst den Minuspol ab- oder anklemmen), denn manche Ladegeräte können kurz eine höhere Spannung erzeugen, als es der Bordelektronik lieb ist. Das gilt vor allem für leistungsstarke Schnellladegeräte, bei denen der Einschaltstrom oft recht hoch ist und es einen kurzfristigen Spannungsausschlag gibt. Achtung: Nach dem Abklemmen müssen Audiosysteme und individuelle Einstellungen der Bordelektronik oft neu programmiert oder kodiert werden. Auch beim Anschluss ans Ladegerät wieder auf die richtigen Pole achten (Rot heißt Plus!) und: immer zuerst die Batterie ans Ladegerät und das dann ans Netz anschließen.

Hat die Batterie Verschlussstopfen oder entfernbare Abdeckleisten für die Zellen, sollten sie abgenommen werden (Vorsicht Säure). Beim Laden kann vor allem in der Schlussphase und bei älteren Ladegeräten Knallgas entstehen, das bei offenen Zellen leichter seinen Weg aus der Batterie findet. Eine gute Lüftung der „Ladestelle“ ist deshalb nötig. Beim Abklemmen der Anschluss-Zangen ist ebenfalls Vorsicht angesagt, damit kein Funken das Gas zünden kann. Deshalb immer zuerst das Ladegerät vom Netz trennen.

Aufwärmen: Bei strenger Kälte vor dem Starten erst mal kurz (bis zu drei Minuten) Scheinwerfer einschalten. Dieser Tipp hört sich verrückt an, ist es aber nicht. Tatsächlich liefert eine (gesunde) Batterie damit einen höheren Startstrom. Ihr hilft eine Aufwärmphase. Bei einer kaputten oder ungenügend geladenen Batterie bringt die „Erleuchtung“ aber nichts.

Hybrid- und Elektrofahrzeuge: Sie haben verschiedene Stromkreisläufe für den Antrieb und die elektrische Versorgung der Aggregate. Laufen Lichtmaschine, Anlasser, Klimaanlage und Co. weiterhin mit 12 Volt, ist der Elektromotor mit bis zu 1.000 Volt unterwegs. Alle Stromkreisläufe sind an leistungsstarke Batterien gekoppelt, die für die ausreichende Spannung im Stand sorgen. Während der Fahrt sorgt neben der Lichtmaschine auch die Rekuperationstechnik für ständiges Aufladen der Batterien. Dabei wird die Bremsenergie beim Verzögern in die Batterie zurückgeführt. Dass der Hybrid nicht „anspringt“, ist also mehr als unwahrscheinlich – los geht es ohnehin im Strombetrieb.

Start-Stopp-Automatik: Immer mehr Autos werden serienmäßig mit einer Start-Stopp-Automatik ausgerüstet. Das schont die Umwelt, belastet aber die Batterie. Deswegen werden solche Fahrzeuge mit besonders leistungsstarken Generatoren und speziellen Akkus ausgestattet, die speziell für die häufigen Starts entwickelt wurden.

Schieben: Anschieben ist heute nur noch bei den wenigsten Fahrzeugen möglich, weil Motorsteuerung, Benzinpumpe, Luftmengenmesser und Co. soviel Strom schon vor dem und für den Start benötigen, der durch Anschieben und sehr kurzes Drehen des Generators nicht bereitgestellt werden kann. Auch ist der Anteil der Automatikfahrzeuge heute relativ hoch. Sie lassen sich ohnehin wegen des fehlenden Kraftschlusses nicht anschieben.

Schonen: Kurzstrecken schaden nicht nur der Umwelt, sondern auch der Batterie. Fahrten unter zehn Kilometern belasten den Akku, weil er nicht wieder vollständig aufgeladen wird. Stark beansprucht wird die Batterie bei kurzen Winterfahrten ebenfalls, weil viele Verbraucher wie Heckscheibenheizung, Gebläse, Motor-Heiz-Unterstützer und Co. eingeschaltet sind. Stop&Go-Verkehr und Ampelstopps mit viel Leerlaufbetrieb verstärken den negativen Effekt noch. Das beeinträchtigt sowohl die Lebensdauer als auch die Kaltstartleistung des Auto-Akkus. Manches vergebliche Orgeln an einem kalten Wintermorgen beruht nicht auf einer kaputten, sondern nur leeren Batterie.

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Hinweis zum Elektrofahrzeug: Die 12 Volt Batterie muss geladen sein, weil die Steuerungselektronik von ihr gespeist wird und nur dann! die Antriebsbatterie gestartet werden kann!! Wird oft nicht berücksichtigt!

Geziel 18. Oktober 2016, 19:58 Uhr
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